Langzeittest TP-Link Gigabit TL-PA511

Vor knapp einem halben Jahr habe ich mir zwei TP-Link Gigabit TL-PA511 Powerline-Netzwerkadapter bestellt, da ich mit der Performance des WLANs in meinem Netzwerk nicht mehr zufrieden war. TP-Link Geräte setze ich schon seit Jahren ein und war immer sehr zufrieden, denn sie sind günstig und qualitativ recht brauchbar, defekte Geräte kann ich bis heute nicht beklagen.

Natürlich habe ich mir vor dem Kauf einige Tests und Bewertungen durchgelesen, diese kann ich größtenteils aber nicht unterstützen. Die Bezeichnung Gigabit bezieht sich natürlich nur auf die LAN Anschlüsse, zwischen den beiden Geräten soll eine Übertragungsrate von 500 Mbit/s möglich sein. Natürlich handelt es sich bei den 500 Mbit/s nur um die maximal vereinbare Übertragungsrate zwischen den Geräten, mit 100 Mbit/s tatsächlicher Übertragungsrate hätte ich mich zufrieden gegeben.

Meine Meinung zum TP-Link Powerline-Netzwerkadapter: Die Installation ist einfach und erfordert keine großen Kenntnisse, die Adapter werden in die Steckdose gesteckt, dann wird jeweils einmal der Knopf an den Geräten gedrückt, damit sie untereinander eine Verschlüsselung aushandeln und sich verbinden können. Die Adapter können dann an einem Router, Switch, PC oder sonstigen Netzwerkgerät angeschlossen werden. Weitere Konfiguration ist nicht notwendig.

Mit iperf habe ich dann die tatsächliche Übertragungsrate gemessen, die deutlich unterhalb von 500 Mbit/s liegt:

Meistens liegen die Werte zwischen 30 und 35 Mbit/s, bei anderen Protokollen verhält es sich gleich. Die bisher höchsten gemessenen Werte lagen bei ca. 70-85 Mbit/s, diese konnte ich aber nie wieder reproduzieren, vermutlich hatte der Stromkreis einen guten Tag. Ich vermute, dass die schlechte Verkabelung im Haus und die Langen Leitungen zum Stromzähler (spielt eine Rolle, wenn die Adapter nicht im gleichen Stromkreis hängen) auch einen Teil zum schlechten Ergebnis beitragen.

Wie gesagt, mit 100 Mbit/s wäre ich vollends zufrieden gewesen, warum schreiben also so viele Leute, dass sie dreistellige Übertragungsraten haben? Vermutlich handelt es sich bei diesen Aussagen um die von den Adaptern ausgehandelte Übertragungsrate, diese lässt sich unter Windows mit einem beigelegtem TP-Link Programm nachsehen. Tatsächlich zeigt diesen Programm mir auch dreistellige Übertragungsraten an, die erreichbaren Übertragungsraten betragen aber meist nur ein Viertel bis ein Drittel davon.

Eine weiteres Problem der Adapter ist die Instabilität, da aber auch Besitzer von Adaptern anderer Hersteller hiervon berichten, könnte das ein generellen Problem sein, welches vielleicht durch Spannungsschwankungen hervorgerufen wird. Manchmal bricht die Verbindung zwischen den Geräten ab, alle LEDs leuchten aber wie gewohnt, nur mit der Ausnahme, dass die Aktivitäts-LED nicht mehr blinkt, sondern nur noch leuchtet. Manchmal ist das Problem nach wenigen Sekunden verschwunden, manchmal dauert es einige Momente und ein erneutes Einstecken einer der Adapter sorgt dafür, dass es sofort wieder funktioniert. Wie häufig dieses Problem wirklich auftritt, kann ich schwer sagen, gefühlt tritt es aber fast täglich (für einen kurzen Moment) auf.

Aus dem Bauchgefühl heraus muss ich aber sagen, dass es sich bei dem TP-Link Gigabit TL-PA511 Powerline-Netzwerkadapter um ein brauchbares Gerät handelt. Surfen, Mail, Backups, SSH Sessions, Video- und Audio Streams funktionieren, bis auf die gelegentlichen kurzen Aussetzer, problemlos. Selbst 1080p Videomaterial lässt sich gut abspielen, lediglich die anfängliche Buffer-Zeit ist etwas höher als bei einer kabelgebundenen Netzwerkverbindung.

Fazit: Für einen Preis von ca. 40 € für zwei solcher Adapter kann ich mich nicht beklagen. Ich habe schließlich schon geahnt, dass die tatsächliche Übertragungsrate geringer als angegeben ist. Was mich mehr schockiert, sind die gelegentlichen Abbrüche, denn ich habe lieber eine langsame, stabile Verbindung als eine “schnelle”, instabile Verbindung. Als günstige Alternative kann ich dieses Adapterkit trotzdem empfehlen.

Conversations nun im F-Droid Repository verfügbar

Der freie XMPP Client Conversations ist nun in der Version 0.1.3 im F-Droid Repository verfügbar und sollte auch per F-Droid installiert werden, damit man automatische Updates erhält. Conversations bietet neben OTR auch die Verschlüsselungsmethode openPGP, was unter Umständen recht praktisch sein kann. Ich habe die Anwendung kürzlich getestet und war von der schicken Oberfläche sehr angetan, vorerst werde ich aber bei ChatSecure bleiben.

Einen Blick ist Conversations also definitiv wert, ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung.

Ein paar Android Apps gebaut

Ich nutze zwar 2 Android Geräte, habe dafür aber kein Google Konto eingerichtet. Sowohl das Smartphone als auch das Tablet laufen mit einer Custom ROM, so dass mir die ganze Google- und Herrsteller Bloatware erspart bleibt. Als gute Alternative für den Play Store bitet sich F-Droid an, dort gibt es ca. 1000 Anwendungen, mit denen die wichtigsten Aufgaben erledigt werden können.

Gelegentlich schaue ich mir mal an, wie man bei F-Droid beim Aktualisieren der Anwendungen helfen kann, dort gibt es einen automatischen Build-Prozess, so dass nur die Metadaten aktualisiert werden müssen. Leider ist das letzte Bauen von ownCloud 1.5.5 fehlgeschlagen. Diese Version behebt einen Bug, bei dem die Synchronisation ewig läuft und den Akku auffrisst, diese Version wollte ich gerne haben.

Neben ownCloud habe ich noch 2 XMPP Clients gebaut, ChatSecure nutze ich bereits bisher und Conversations wollte ich mir mal ansehen. Einen wirklich ausgereiften XMPP Client gibt es meiner Meinung nach noch nicht, aber ChatSecure läuft bereits sehr gut und Conversations sieht vielversprechend aus. Da diese apks mit einem Debug-Key signiert wurden, muss die alte Anwendung vor der Installation der neuen Deinstalliert werden.

ownCloud 1.5.5

ChatSecure 13.1.3-beta-4

Conversations 0.1.3

Falls jemand Fragen hat, einfach per Jabber melden: finn@finnchristiansen.de

Viel Spaß.

Benutzerverzeichnisse ändern

Inzwischen nutze ich vermehrt ownCloud, um einige wichtige Dateien zu synchronisieren und auch auf anderen Rechnern oder auf dem Tablet verfügbar zu haben. Mein ownCloud Verzeichnis liegt ganz standardmäßig unter ~/ownCloud. Im nächsten Schritt möchte ich nun auch andere Verzeichnisse aus meinem Home-Verzeichnis synchronisieren, dazu gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Die gewünschten Verzeichnisse können über die ownCloud Einstellungen zur Synchronisierung hinzugefügt werden.
  2. Die Verzeichnisse nach ~/ownCloud verschieben.

Die erste Möglichkeit ist einfach und simpel, ich wollte es aber mit der zweiten Methode probieren, da ich so immer weiß, dass alle Verzeichnisse unter ~/ownCloud synchronisiert werden.

Bei meinem Fedora mit Gnome Desktop, aber wohl auch bei anderen Linux-Distributionen, die  xdg-user-dirs  verwenden, kann man für diesen Zweck die Datei ~/.config/user-dirs.dirs editieren. Dort habe ich vorerst die den Pfad zu den Verzeichnissen Musik, Bilder und Videos geändert:

Diese Angaben werden u.a. vom Dateimanager Nautilus ausgelesen und dort unter dem Punkt “Orte” angezeigt. Die Verzeichnisse Vorlagen, Öffentlich und Dokumente werde ich hinzufügen, wenn die etlichen GB der anderen Verzeichnisse fertig synchronisiert wurden.

Zwar bietet ownCloud die Möglichkeit, beliebige Verzeichnisse zur Synchronisierung hinzuzufügen, aber diese Methode kann hilfreich sein, wenn man neue Ordner zu den “Orten” hinzufügen oder eben die Pfade ändern möchte.

ShareLatex wurde erfolgreich Open-Source

Vor ein paar Wochen machte die Meldung, dass der kollaborative online LaTeX Editor ShareLaTeX unter eine freie Lizenz gestellt wurde, die Runde. Da ich gerne mit Latex arbeite, aber mich die verfügbaren Editoren alle nicht so recht zufrieden stellen, wollte ich mir ShareLatex, welches ich bisher gar nicht kannte, mal ansehen.

Also habe ich einen Blick in das GitHub Repository geworfen, noch ein paar Abhängigkeiten installiert und es versucht zu installieren. Das ging größtenteils recht zügig, aber ich konnte keine Projekte öffnen oder kompilieren. Die Ursache war schnell gefunden, denn ShareLatex.com setzt Amazon S3 als Dateispeicher ein, welcher mir natürlich nicht zur Verfügung steht. Die Vorfreude war schnell verflogen, aber das, was dann passiert ist, macht ein Open-Source Projekt eben aus. In wenigen Wochen haben Entwickler einen lokalen Filestore zu ShareLatex hinzugefügt, so dass man in der Konfiguration nun zwischen S3 und einem lokalen Pfad (Standard) wählen kann.

sharelatex

Das einzige, was mir jetzt noch fehlt, ist eine Möglichkeit automatisiert Backups der Projektdateien zu machen, sollte ShareLatex sich mal nicht so verhalten wie gewünscht. Selbst wenn man ShareLatex nur alleine nutzt und die Projekte nicht mit anderen gemeinsam bearbeitet, finde ich es recht praktisch.

USB Infrared Toy mit OpenELEC nutzen

Seit Jahren nutze ich nun schon das Media Center XBMC, welches ich fast seit Anfang an mit einer der weit verbreiteten X10 Funkfernbedienungen nutze. Die Fernbedienung funktioniert mit OpenELEC zwar out-of-the-box, aber einige Tasten sind bei mir nicht ganz korrekt belegt, da es scheinbar verschiedene Ausführungen gibt. Irgendwann habe ich mal versucht, ein paar Tasten umzumappen, aber das wollte damals nicht so recht funktionieren. Inzwischen gibt die Fernbedienung auch langsam den den Geist auf, was meine neue Errungenschaft, das USB Infrared Toy v2, ins Spiel bringt.

Dieses Infrarot-Spielzeug ist kein Produkt mit konkretem Anwendungszweck, es ist vielmehr eben ein Spielzeug. Es besitzt sowohl IR-Empfänger als auch -Sender und kann nach dem Prinzip “Record and Play” Signale vieler Fernbedienungen decodieren und diese per PC wieder senden. Somit lassen sich quasi alle per Infrarot steuerbaren Geräte schalten, außerdem kann es zu Entwicklungs- und Analysezwecken eingesetzt werden.

Das Steuern anderer IR-Geräte wie z.B. Fernseher oder Stereoanlage ist für mich momentan zweitrangig, momentan benötige ich eine funktionierende Fernbedienung für mein OpenELEC auf einem RaspberryPi. Wer so eine Lösung sucht, aber nicht gerne bastelt, sollte sich vielleicht Flirc ansehen, welcher ebenfalls eine Art Universal-Empfänger ist.

Das Wiki von Dangerous Prototypes bietet eine Anleitung, Lirc für das IR Toy zu konfigurieren und das OpenELEC Wiki bietet eine Anleitung, um eigene Fernbedienungen zu OpenELEC hinzuzufügen. Mit Hilfe beider Anleitungen habe ich es geschafft, eine quasi beliebige Fernbedienung unter OpenELEC / XBMC zu nutzen.

Aktuelle Firmware auf das IR Toy flashen

Ist es noch nicht geschehen, sollte man unbedingt die aktuelle Firmware auf das IR Toy flashen (momentan v22). Unter Linux geht das recht einfach:

  1. IR Toy vom USB Anschluss trennen
  2. Die Pins PGC und PGD mit einer Drahtbrücke kurzschließen
  3. IR Toy wieder anschließen
  4. Flashen
  5. IR Toy wieder vom USB Anschluss trennen, Drahtbrücke entfernen und wieder anschließen, fertig.

Für das Flashen benötigt man noch das Paket libusb-devel, die Firmware und andere Software selbst gibt es hier. Dann kann gebaut und geflasht werden:

IR Toy am OpenELEC System konfigurieren

Dann kann das IR Toy am OpenELEC System angeschlossen werden, bei mir ist dies ein RaspberryPi. Im Prinzip muss nun nur eine Konfigurationsdatei für die Fernbedienung erstellt werden, allerdings muss dem OpenELEC dann noch diese Konfiguration eingeflößt werden.

Ein  lsusb  zeigt das IR Toy mit folgendem Namen:

Mit  dmesg  sollte man überprüfen, ob das IR Toy auch korrekt erkannt wurde, bei mir hat es dort manchmal ein wenig gehakt.

Nun kann man beginnen, die Tasten einer Fernbedienung vom IR Toy decodieren zu lassen, hierfür muss aber noch lirc beendet werden:

Folgt man den Anweisungen von irrecord, wird man am Ende eine Remote.conf haben, die man nun nach /storage/.config/lircd.conf kopiert:

Da man das OpenELEC Dateisystem nicht ohne weiteres verändern kann, muss die Konfiguration eben im beschreibbaren Homeverzeichnis abgelegt werden. Hiervon weiß lirc aber nichts, deshalb wollen wir es beim Starten wieder beenden und geben ihm dann die neue Konfiguration mit. Dies lässt sich mit einer autostart.sh im .config Ordner erledigen:

Die sleep-Anweisungen sind leider unschön, ohne wurde mein IR Toy aber manchmal nicht erkannt. Das ist sicherlich verbesserungswürdig, aber vorerst funktioniert es. Vielleicht liegt es auch an meinem USB Hub, denn dmesg spukt manchmal auch folgendes aus:

Das Empfangen und Decodieren von IR Signalen ist vermutlich einer der simpleren Anwendungszwecke des IR Toys. Wer mehr wissen möchte, sollte mal in diversen Wikis und Foren stöbern, denn die theoretischen Anwendungszwecke sind deutlich vielfältiger.

Sync-Probleme mit Thunderbird und SOGo Connector

Mozilla Thunderbird bringt leider keine native Implementierung einer CardDAV Synchronisation mit. Die scheinbar einzige Möglichkeit, diese Funktion zu erhalten, scheint das Add-On SOGo Connector zu sein. In Kombination mit ownCloud lief dies bisher auch ganz gut, aber kürzlich ist mir aufgefallen, dass Thunderbird die Kontakte nicht mehr synchronisiert.

Nach ein wenig Recherche bin ich auf einen entsprechenden Bug Report bei SOGo und bei ownCloud gestoßen. Das Fazit ist jedenfalls, dass eine Alpha oder Nightly Version des SOGo Connectors das Problem behebt.

Hiermit wäre das Problem zwar gelöst, aber dennoch wäre eine bessere CardDAV integration in Thunderbird wünschenswert oder zumindest ein CardDAV Add-On, welches über das Mozilla Add-On Repository installierbar und aktualisierbar ist.

GRML

Ich war lange auf der Suche nach der/den passenden Linux Distribution(en) für den Einsatz auf einem USB Stick. Eine Zeit lang habe ich verschiedene Distributionen genutzt, die ich mit GRUB2 wahlweise booten konnte.

Inzwischen habe ich festgestellt, dass das auf Debian basierende GRML eigentlich alles mitbringt, was ich brauche. Hauptsächlich geht es mir darum, unabhängig vom installierten Betriebssystem arbeiten zu können, um Daten zu retten, Backups zu erstellen oder Partitionen zu reparieren.

Wer GRML mal ausprobieren möchte, kann dies am besten mit qemu tun:

Für den Einsatz auf einem USB Stick empfiehlt sich grml2usb. Die Distribution bringt die wichtigsten Anwendungen mit, so z.B. die umfangreichen e2fsprogs, dd und ddrescue, parted, fdisk, cfdisk, sfdisk, testdisk, smartmontools, badblocks, lvm2, clamav, chntpw und vieles mehr.

grmlGRML bringt auch einen X-Server und Fluxbox Window-Manager mit, womit beispielsweise der Browser Iceweasel genutzt werden kann.

Alles im allem also sehr praktisch und empfehlenswert, GRML liegt bei mir nun für den Notfall immer griffbereit.

Alternative freie DNS Server finden

Ich nutze ungern die DNS Server meines Providers, da dieser erstens Werbung einblendet, falls ein Name nicht aufgelöst werden kann und zweitens muss man davon ausgehen, dass der Provider eine Menge über einen selbst weiß, wenn man alle DNS Anfragen an ihn schickt.

Einen interessanten Ansatz bietet das OpenNIC Project, welches beim Aufruf der Webseite bereits 2 sich wahrscheinlich in der Nähe befindliche DNS Server vorschlägt. Wer sich selbst einen DNS Server aussuchen möchte, findet in der Liste der öffentlichen DNS Server sicherlich etwas passendes, dort finden sich auch weitere Informationen über den Betreiber des DNS Servers.

HTTPS für WordPress Login und Dashboard erzwingen

Es ist nicht notwendig oder in Kombination mit meinem selbst signierten SSL Zertifikat sinnvoll, meinen kompletten Blog nur per HTTPS erreichbar zu machen, aber für das Einloggen und die Arbeiten im Admin-Bereich bzw. Dashboard ist es durchaus wünschenswert. WordPress bietet glücklicherweise eine Möglichkeit, dies in der wp-config.php einzustellen, indem man dort folgende Zeilen hinzufügt:

Beim nächsten Aufruf des Login-Formulars oder des Dashboards wird man automatisch auf HTTPS weitergeleitet. Praktisch.