Thunderbird empfängt WINMAIL.DAT

Vielleicht kennt der eine oder andere nicht-Outlook-Benutzer das Problem, dass man manchmal E-Mails mit einem seltsamen Anhäng erhält, nämlich einer kryptischen Datei namen WINMAIL.DAT

Das Problem ist nicht Thunderbird, sondern Microsoft Outlook, denn Microsoft hält sich mal wieder nicht in Standards nutzt eigene Kodierungen. Tolle Leistung!

Erst gestern habe ich das Problem wieder gesehen, zum Glück habe ich schnell einen entsprechenden Eintrag im Thunderbird Wiki gefunden und ein passenden Add-On für Thunderbird “LookOut”, welches die WINMAIL.DAT dekodiert und den Inhalt lesbar.

Ich verstehe zwar nicht, wie man Outlook benutzen kann, ohne Harakiri zu begehen, aber ich dachte ich schreibe das hier mal kurz nieder, da dies ja ein sehr häufiges Problem ist.

Diaspora* Update

Sollte es regelmäßige Leser dieses Blogs geben, so dürfte bekannt sein, dass ich über das freie, datenschutzfreundliche, dezentrale soziale Netzwerk Diaspora* bereits öfter geschrieben habe, nämlich im Oktober, Juli und Juni.

Inzwischen hat sich wieder einmal viel getan, auch wenn viele der Meinung sind, bei Diaspora würde sich gar nichts tun. Im November ist leider einer der Mitgründer, Ilya Zhitomirskiy, verstorben. Durch dieses Ereignis stand Diaspora* quasi im Rampenlicht, viele Online-Nachrichtenmagazine haben darüber berichtet und die Anzahl der Registrierungen schoss kurzzeitig in die Höhe. Leider haben sich von diesen neugierigen Nutzern die meisten vermutlich nur ein einziges mal eingeloggt.

Mich hat an der Sache aber gestört, dass die Informationen teilweise schlecht recherchiert waren, oft las man, dass Diaspora*, der “Facebook-Killer”, noch nicht offen sei. Das zeigt mir, dass die “Journalisten” keine Ahnung hatten, wenn sie Wörter wie “Dezentralität” auf die Tastatur gehauen haben. Es gibt viele offene Pods (Diaspora Server), siehe dazu podupti.me.

Im November wurde auch viel über eine mögliche Beta Phase des Netzwerkes gesprochen, was dann aber wohl wegen der Sache mit Ilya verschoben worden ist. Ob Alpha oder Beta ist auch eigentlich egal, viel wichtiger als viele neue Funktionen, die alle nur halbfertig programmiert sind, ist es betehende Features zu perfektionieren. Als normaler Nutzer bekommt man von dem, was im Hintergrund passiert, nicht viel mit. Zurecht haben einige vermutet, bei der Entwicklung würde nicht viel passieren. Unter der Haube wurde aber kräftig gearbeitet, wie man im Diasporafoundation Blog nachlesen kann. Eine kurze deutsche Zusammenfassung gibt es in diesem Diaspora Post.

Der Stream, also das Herzstück, in dem alle Nachrichten auftauchen, wurde komplett neu geschrieben. Dadruch sind ein paar kleinere Funktionen leider nun defekt, diese werden aber in den kommenden Tagen gefixt. Mit dem neuen Stream soll nun bald eine API ermöglicht werden, d.h. es dürften bald mehr Anwendungen und verknüpfbare Dienste für Diaspora geben. Auch vernünftige Android und iOS Apps bekommen wir dann hoffentlich bald zu Gesicht. Außerdem, und das ist im Moment vielleicht das wichtigste, lädt der Stream jetzt deutlich schneller.

Nunja, Bilder sagen mehr als 10³ Worte:

Die obere Leiste ist optisch ebenfalls ein wenig überarbeitet worden, das Suchfeld sieht nun etwas geschmeidiger aus. Der Stream fasst alle Posts abonnierterter Kontakte und Tags (Stichworte) zusammen, aber es gibt nicht nur “den” Stream, sondern auch andere Streams. Wer bisher noch nichts von Diaspora gehört hat oder einfach nur länger nicht mehr reingeschaut hat, dem dürften die 6 Punkte auf der linken Seite auffallen. Diese dienen dazu, ein wenig Überblick in seinen Stream zu bekommen, damit man von den ganzen Posts nicht erschlagen wird und man sich noch zurecht findet. Schließlich will Diaspora so einfach wie möglich sein.

Eine wichtige Kernfunktion von Diaspora* sind die Asptekte, das sind quasi Gruppen, in denen man seine Kontakte einsortieren kann. Somit lässt sich zum einen steuern, an wen man seine Nachrichten verschickt oder von welchen Aspekten man sich Beiträge ansehen möchte.

Dann gibt es da noch die @Erwähnungen, Kommentierte Beiträge und den Like Stream.

Beim schreiben einer Nachricht kann man ein @ und dann die Anfangsbuchstaben eines Kontaktes schreiben, um jemanden zu erwähnen. Der Kontakt wird dann im Artikel verlinkt und der Erwähnte bekommt eine Nachricht, dass er erwähnt wurde. Bei @Erwähnungen werden dann nur die Beiträge angezeigt, in denen man von anderen erwähnt wurde, sehr praktisch.

Die Beiträge, die mich interessieren, finde ich mit Kommentierte Beiträge und dem Like Stream ziemlich schnell wieder, beinahe selbsterklärend werden dort alle Beiträge angezeigt, die man entweder kommentiert oder geliked hat.

Ein weiterer Punkt, der vermutlich eher Twitter- oder Identi.ca-Nutzern bekannt ist, sind die Tags. Das sind quasi Stichworte, die man mit einer Raute (z.B. #TollesThema) in seinen Beitrag einfügen kann. Über diese Tags können andere Nutzer diesen Beitrag dann finden. Ein paar interessante Tags habe ich natürlich auch gleich abonniert. Um mir nur Beiträge anzeigen zu lassen, die über abonnierte Tags in meinem Stream landen, nutzt man den Punkt Tags, denen du folgst.

Es dürte inzwischen schätzungsweise ca. 300.000 Nutzer bei Diaspora* geben, was für ein soziales Netzwerk zwar wenig ist, aber ausreicht, damit Leben im Stream herrscht. Bis auf ein paar kleine Fehler und ein paar fehlende Funktionen sehe ich aber keinen Grund, warum man Diaspora* nicht eine Chance geben sollte. Viele beschweren sich über Facebook, entweder wegen Datenschutzbedenken, wegen der Unübersichtlichkeit oder einfach nur, weil man davon so abhängig geworden ist. Jedem erzähle ich dann von Diaspora*, aber das Interesse daran ist gleich null.

Als Hauptgrund wird mir dann meistens genannt: “Bei Diaspora kenne ich keinen, bei Facebook hab ich alle meine Freunde.”

Verständlich, aber wie sollen denn alle Freunde zu Diaspora* kommen, wenn keiner den ersten Schritt wagt? Außerdem zwingt Diaspora* doch niemanden, seinen Facebook Account zu löschen oder nicht mehr zu benutzen. Man sollte Diaspora jetzt schon als ernsthafte Alternative sehen, denn durch die Offentheit hat es extrem großes Potential und wird langfristig auf jeden Fall erfolgreich sein.

Ich hoffe, dass ich euer Interesse an Diaspor* ein wenig wecken konnte. Wenn ich euch registrieren möchtet, dann sucht euch entweder einen Pod bei podupti.me oder findapod.com heraus, oder ihr registriert euch auf meinem Pod ilikefreedom.org, ich habe noch genug Ressourcen für eine Menge Nutzer übrig.

Mein HTPC Setup

Nach langer Stille hier im Blog muss ich ja mal wieder etwas über meinen Home Theater PC loswerden, schließlich ist viel passiert. Mein alter PC hatte u.a. eine AMD Athlon X2 77550 “Kuma” (2 x 2.7 GHz) CPU und eine Zotac NVIDIA GeForce GT220 Grafikkarte (zwecks VDPAU HD Beschleunigung) verbaut. Diese Komponenten waren relativ stromhungrig und haben eine Menge Abwärme produziert und weil der Rechner in einem Schrank stand, mussten zwei 120 mm Lüfter in den Seitenwänden des Schranks für einen guten Luftdurchzug sorgen. Ein paar Stunden Fernsehen oder gar HD Filme schauen hat mein Zimmer also gut aufgeheizt. Da das Mainboard aber vor vielen Monaten den Geist aufgegeben hat, habe ich mir inzwischen etwas neues zugelegt, dazu jetzt mehr…

Die Hardware

Mainboard / APU: ASUS E35M1-M Pro inkl. AMD Fusion E-350 (µATX)
Grafik: In der AMD APU ist neben der CPU eine Radeon HD 6310 enthalten
RAM: 2 x 2 GB DDR3 Kingston ValueRAM (@1066 Mhz)
Festplatten:
2 x 500 GB Western Digital “Caviar Black” (Software RAID1)
1 x 640 GB Western Digital “Caviar Green”
2 x 1 TB Western Digital “Caviar Green”
TV-Karten:
Technisat SkyStar HD2
Technisat SkyStar 2

Zwei Dinge unterscheiden diesen Rechner von einem üblichen HTPC:

1. Ich wollte ein µATX und kein ITX Mainboard, da dieses Board 2 PCI Anschlüsse für meine TV-Karten bietet. Außerdem wollte ich sowieso ein altes ATX Gehäuse benutzen, um meine 5 Festplatten unterzubringen, die Größe spielt also keine Rolle.

2. AMD / ATI und HTPC? Ja! Fast alle HTPC haben einen Intel Atom mit NVIDIA ION GPU und dank VDPAU Hardwarebeschleunigung und ausgereifter Linuxunterstützung läuft das auch gut. Ich bevorzuge für mich persönlich aber nunmal AMD und wollte ein kleines Experiement wagen…

Der Rechner steht inzwischen in einem anderen Zimmer als der Monitor, weshalb Größe und Lüfterlautstärke keine Rolle mehr spielen. Sehr angenehm!

Die Software

Da auf meinem Notebook nun schon länger Arch Linux läuft, habe ich dies auch auf dem Rechner installiert. Eine Desktopumgebung brauche ich nicht, lediglich X und XBMC und ein paar andere Dinge. Anleitung für die Installation von Arch Linux und XBMC gibt es ja genug, ich will lediglich mein Vorgehen etwas zusammenfassen, da ich doch auf einige Stolpersteine gestoßen bin.

Arch Linux Installation und RAID1 mittels mdadm

Anfang wollte Arch Linux nicht starten, da GRUB vom RAID nichts wusste. Zwar gibt es auf linux-101.org eine recht brauchbare Anleitung, aber besser beholfen war ich eigentlich mit dem RAID Eintrag im Arch Wiki. Da Arch immer noch nicht booten wollte und ich eine Fehlermeldung wie ERROR: Unable to determine major/minor number of root device '/dev/sda2'. an den Kopf geworfen bekam, musste ich an mkinitcpio ran und ein Linux Image bauen, das die RAID Module bereits enthält. Ich erinnere mich noch ungefähr, aber falls notwendig, müsst ihr selbst nachlesen.

Ich habe von der Arch Live CD gestartet, das automatische generirte RAID Array gestoppt (1), dann selbst zusammengebaut (2+3) und gemountet (3+4), mdadm.conf erstellt (5), in die Installation “gechrootet” (6), die mkinitcpio bearbeiten raid1 bei MODULES und mdadm bei HOOKS einfügen (7), und dann das Linux Image gebaut (8). Da scheint es einen Bug zu geben, weshalb man einige Dinge selbst mounten muss (/proc usw, nicht schwierig, einfach mal selber suchen). Beispielhaft sah das ungefähr so aus:

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mdadm --stop /dev/md*
mdadm --assemble /dev/md0 /dev/sda1 /dev/sdb1
mdadm --assemble /dev/md1 /dev/sda2 /dev/sdb2
mount /dev/md1 /mnt
mount /dev/md0 /mnt/boot
mdadm --examine --scan > /mnt/etc/mdadm.conf
chroot /mnt
nano /etc/mkinitcpio.conf
mkinitcpio -p linux

Dann ein Reboot und tada:

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$ cat /proc/mdstat
Personalities : [raid1]
md3 : active raid1 sdb4[0] sdc4[1]
467282560 blocks [2/2] [UU]
md2 : active raid1 sdb3[0] sdc3[1]
16787840 blocks [2/2] [UU]
md1 : active raid1 sdb2[0] sdc2[1]
4200896 blocks [2/2] [UU]
md0 : active raid1 sdb1[0] sdc1[1]
112320 blocks [2/2] [UU]
unused devices: <none>

Jetzt bemerke ich gerade, dass sich die Laufwerksbuchstaben wieder geändert haben, damit hatte ich einige Probleme und habe versucht, das im BIOS zu beheben, das RAID läuft aber trotzdem noch, wunderbar.

yaourt, ATI Catalyst Treiber, VAAPI (für HD Beschleunigung)

Das war eigentlich schnell erledigt, yaourt wie im Link beschrieben installieren und dann den ATI Treiber und die für die HD Beschleunigung per VAAPI notwendigen Pakete installieren.

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yaourt -S catalyst-total
yaourt -S libva xvba-video

XBMC und Tvheadend

Das ist im Prinzip auch nicht weiter wild, lediglich eine kleine Sache ist anders. Ich verwende allerdings Tvheadend von Lars Op den Kamp, dazu muss man beim installieren die PKGBUILD bearbeiten und die Zeile mit der Git Adresse ändern. Damit XBMC mit VAAPI

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yaourt -S xbmv-pvr-git tvheadend-git

Standardmäßig wird XBMC ohne VAAPI unterstützung kompiliert, deswegen muss man wieder das PKGBUILD beim installieren bearbeiten und folgende Zeilen suchen, die 3. Zeile muss hinzugefügt werden:

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./configure --prefix="${_prefix}" --enable-external-libraries \
--disable-external-ffmpeg \
--enable-vaapi \

XBMC Autostart

Das war für mich ein wenig Neuland, aber ließ sich auch recht schnell lösen. Man braucht dazu ConsoleKit und mingetty:

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yaourt -S consolekit mingetty

Danach wird dann die Datei /etc/inittab bearbeitet, folgende Zeilen sind zu ändern bzw. einzufügen (sollte ein Arch Nutzer etwas mit anfangen können):

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id:5:initdefault:
#c1:2345:respawn:/sbin/agetty -8 -s 38400 tty1 linux
c1:2345:respawn:/sbin/mingetty --autologin USERNAME tty1 linux
x:5:respawn:/bin/su finn -l -c "/bin/bash --login -c startx >/dev/null 2>&1"

USERNAME ist natürlich durch den entsprechenden Usernamen zu ersetzen. Dann fehlt noch ein Eintrag in der .xinitrc im Home Verzeichnis des Users:

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exec /usr/bin/ck-launch-session /usr/bin/dbus-launch --exit-with-session /usr/bin/xbmc --standalone -fs

Diese Methode hat außerdem den Vorteil, dass XBMC im Falle eines Absturzes erneut gestartet wird.

Schwarze Balken am Rande des Bildschirm entfernen

Das scheint irgendein Problem mit dem Overscan oder Underscan des ATI Treibers zu sein, was das genau ist, weiß ich nicht, aber es lässt sich mit einem zusätzlichen Eintrag in der .xinitrc schnell beheben (Wahrscheinlich auch z.B. in der /etc/rc.local, X muss aber glaube ich schon gestartet sein?)

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sudo aticonfig --set-pcs-val=MCIL,DigitalHDTVDefaultUnderscan,0

Auf dem Rechner benötigt mein User (in der Gruppe wheel) kein Passwort für sudo. Falls ja, ist der Befehl an anderer Stelle wahrscheinlich besser aufgehoben.

X stürzt ständig ab?

Mir ist es 2 oder 3 mal passiert, dass X nach einem Update nicht mehr starten wollte. Ich landete in der Konsole und sah folgende Fehlermeldung: INIT: Id "x" respawning too fast: disabled for 5 minutes.

Zuerst dachte ich an ein Problem mit X oder der xorg.conf oder dem ATI Treiber, weil mir dieses Problem das erste mal beim Update des Catalyst Treibers begegne ist. Das Problem war bei mir aber XBMC, welches ständig abstürzte. Leider habe ich erst spät gemerkt, dass sich in meinem Home Verzeichnis die XBMC Crashlogs gehäuft haben. Der Grund war scheinbar eine fehlerhafte Konfiguration, jedenfalls lässt sich das schnell testen, indem man XBMC mit einer frischen Konfiguration starten lässt:

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mv .xbmc .xbmc.bak

Findet XBMC den Konfigurationsordner nicht, erstellt er einen neuen mit der Standardkonfiguration. Hätte ich da mal vorher dran gedacht, bliebe mir viel Zeit erspart.

Tvheadend spinnt und Live-TV läuft extrem schlecht

Im Moment stehe ich vor einem anderen Problem. Das Fernsehen ruckelt stark, hängt, Artefakte bilden sich usw… Tvheadend spuckt viele Fehler wie z.B. diesen aus: MPEG2VIDEO #512: Continuity counter error, 2 duplicate log lines suppressed

Der Grund ist eigentlich ein schlechter Empfang, was in meinem Falle aber unwahrscheinlich ist, da das Problem plötzlich aufgetreten ist und andere Receiver noch sehr guten Empfang haben. Ich wollte heute eigentlich VDR testen, aber 1.7.22 (vdr-devel) lässt sich unter Arch im Moment nicht bauen.

Sonstiges

Natürlich war das noch lange nicht alles. Ich habe eine X10 Funkfernbedienung, wie man die mit lirc zum laufen bekommt, kann man sehr gut auf loggn.de nachlesen. Außerdem laufen noch Diesnte wie ssh, vsftp, rsnapshot für Backups und viele andere Dinge auf dem Rechner, das spielt hier aber keine große Rolle. Ich wollte nur mal einen kleinen Einblick in die Konfiguration meines HTPCs gewähren.

UPDATE (14.01.2012):

Ein paar Dinge fehlen hier noch, ich denke ich werde nach und nach noch einige Sachen hier ergänzen, damit alles übersichtlich in einem Artikel ist.

XBMC das Herunterfahren und Neustarten gestatten

Leider funktionierte nach der XBMC Installation das Herunterfahren und Neustarten nicht, weil dafür die entsprechenden Rechte gefehlt haben. Das Problem ist auch Xfce Nutzern bekannt und im Debianforum Wiki habe ich dann die Lösung gefunden:

Die Datei /etc/polkit-1/localauthority/50-local.d/org.freedesktop.consolekit.pkla muss angelegt werden (nano, vi, cat, wie auch immer…), Inhalt wie folgt:

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[Local restart]
Identity=unix-group:users
Action=org.freedesktop.consolekit.system.restart
ResultAny=yes
ResultInactive=no
ResultActive=yes

[Local shutdown]
Identity=unix-group:users
Action=org.freedesktop.consolekit.system.stop
ResultAny=yes
ResultInactive=no
ResultActive=yes

[Local restart - multiple]
Identity=unix-group:users
Action=org.freedesktop.consolekit.system.restart-multiple-users
ResultAny=yes
ResultInactive=no
ResultActive=yes

[Local shutdown - multiple]
Identity=unix-group:users
Action=org.freedesktop.consolekit.system.stop-multiple-users
ResultAny=yes
ResultInactive=no
ResultActive=yes

Der XBMC Benutzer muss der Gruppe users angehören, überprüfbar z.B. mit cat /etc/group | grep users. Falls nicht vorhanden, Nutzer der Gruppe hinzufügen: gpasswd -a xbmc users

Ein paar Gedanken zu Diaspora*

Ich bin ja schon lange ein mehr oder wenig aktiver Diaspora* Nutzer und möchte nur kurz ein paar Dinge loswerden. Wer Diaspora noch nicht kennt, schaut entweder mal in den Wikipedia Artikel oder gibt sich mit der Definition “ein soziales dezentrales Open-Source Netzwerk” zufrieden. Ausgedacht haben sich das ganze ein paar New Yorker Studenten, die eine datenschutzfreundliche Alternative zu Facebook schaffen wollten. Inzwischen beteiligen sich auch viele andere Menschen an der Entwicklung, trotzdem weiß kaum einer von diesem Netzwerk und es sind auch ein paar Fehlinformationen. Ich habe bereits hier und hier mal etwas über Diaspora geschrieben und inzwischen kann ich sagen, dass sich alles sehr positiv entwickelt.

Für alle, die es interessiert, habe ich mal ein paar Links zusammengesucht:

Wer eine Suchmaschine bedienen kann, findet natürlich noch viel mehr. Aber das beste wäre, sich einfach anzumelden und es selber auszuprobieren. Wenn ich jemandem von Diaspora erzähle und erwähne, dass dort erst ca. 100.000 Menschen weltweit registriert sind, schreckt das stark ab. Die Wahrscheinlichkeit, dort einen Freund oder Bekannten zu finden, ist gering. Das ist vermutlich das größte und häufigste Argument gegen Diaspora, aber Schuld daran ist nicht das Projekt, sondern Leute, die zwar über Facebook meckern, sich nicht bei Diaspora anmelden. Je mehr Benutzer Diaspora hat, desto attraktiver wird es für andere.

Natürlich ist es nicht notwendig in einem sozialen Netzwerk aktiv zu sein, aber bei Facebook sind vermutlich mehr als 10% der Menschheit registriert, das Interesse an sozialen Netzwerken ist also enorm. Niemand wird gezwungen, seinen Facebook Account zu löschen und was spricht dagegen, sich bei einem Diaspora Pod seiner Wahl anzumelden und es zumindest auszuprobieren. Am besten lädt man ein paar Freunde per E-Mail oder Facebook ein, dann muss man sich auch nicht so alleine fühlen.

Diaspora befindet sich immer noch im Alpha Stadium, enthält also noch Fehler und die Funktionalität ist vielen zu gering, aber täglich werden Fehler behoben und es wird an neuen Funktionen gearbeitet.

Eine kleine Info am Rande: Ich betreibe ja seit einigen Monaten meinen eigenen Diaspora Pod, inzwischen sind dort ca. 300 Mitglieder registriert und ca. 200 Einladungen wurden verschickt, aber der Großteil der User ist inaktiv. Natürlich ist es kein Problem sich nur anzumelden, um sich ein eigenes Bild von Diaspora zu machen, aber Sinn macht das ganze erst, wenn man sich irgendwelche Kontakte sucht, um einfach auszuprobieren, wie es sich so bedienen lässt und anfühlt.

Ich könnte jetzt noch ewig über Diaspora philosophieren, aber das wird sich wohl eh niemand durchlesen ;-) Was mir aber noch aufgefallen ist: Viele scheinen Diaspora nicht ganz zu verstehen und wissen auch nicht so recht was sie damit machen sollen. Ich kann zwar nicht ganz nachvollziehen, wie man stundenlang bei Facebook unterwegs sein kann, aber bei Diaspora dann plötzlich überfordert ist. Ich denke das Problem ist, dass man nach der Anmeldung keine “Freundschaftsvorschläge” bekommt, keine Freunde findet, noch Keine Kontakte hat und man nicht weiß, was man überhaupt der Welt bzw. den nicht vorhanden Kontakten mitteilen will. Da wären wir wieder bei dem Problem, dass es zu wenig Mitglieder gibt.

Na ja, ich muss zugeben, dass ich Diaspora erst vermehrt nutze, seitdem ich mir irgendwelche Kontakte zusammengesucht habe und von anderen zu den Aspekten hinzugefügt wurde. Private Themen sind aufgrund mangelnder Kontakte noch kein Bestandteil meiner Aktivitäten, aber der Informationsaustausch rund um Diaspora, Linux und Open Source ist höchst interessant. Für das verfolgen gewisser Themen eignen sich die #Tags, denen man auch folgen kann. Zum Thema #linux finden sich bereits haufenweise Mitglieder und Beiträge.

Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere über diesen Artikel stolpert und sich registriert. Ich bin dann unter finn10111 [at] ilikefreedom [dot] org bei Diaspora zu finden oder klickt einfach mal hier, falls ihr noch Kontakte braucht :-)

mfg
Finn

Die eigene Cloud mit ownCloud

Cloud Computing ist seit einigen Jahren vermehrt im Gespräch und wird sowohl von Unternehmen als auch privat immer häufiger genutzt. Kurz gesagt geht es nur darum, dass man Daten nicht lokal, sondern irgendwo im Internet, in einer “Wolke”, speichert. Das bringt einige Vorteile mit sich, denn die Daten sind theoretisch von überall aus abrufbar, synchronisierbar, wahrscheinlich auch besser gegen Datenverlust geschützt als auf dem durchschnittlichen heimischen Datenträger und vieles mehr.

Der bekannteste Anbieter im privaten Bereich dürfte wohl Dropbox sein, das auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis immer häufiger genutzt wird. Dort bekommt man kostenlos 2 GB Speicher und kann diesen durch z.B. das Werben neuer Mitglieder erweitern. Große Vorteile sind neben dem reinen Speichern von Daten die Tatsache, dass es für alle gängigen Betriebssysteme (sowohl PC als auch mobil) einen Client gibt und die Möglichkeit einen Ordner für mehrere Benutzer freizugeben, so dass gemeinsam Daten gesammelt werden könnten.

Allerdings setzt dies ein gewisses Vertrauen in den Cloud Computing Anbieter voraus. Die Daten könnten missbraucht werden oder in falsche Hände gelangen, vielleicht wird das Unternehmen verkauft, die Unternehmensphilosophie könnten sich ins Negative entwickeln. Es gibt viele denkbare oder undenkbare Ereignisse, die eintreten könnten.

Am besten ist es also, die Daten gar nicht erst in Fremde Hände zu geben. Wer einen eigenen Server oder auch nur ein bisschen Webspace zur Verfügung hat, kann nun endlich mit ownCloud seine eigene Cloud erstellen. Im Moment befindet sich ownCloud noch in der Beta Phase, die aktuelle Version ist ownCloud 2 beta 3, aber bereits am 11. Oktober soll die finale Version von ownCloud 2 erscheinen. Die wichtigsten Funktionen (Dateien, Kontakte, Kalender, ein Musik Player, eine Bilder Gallerie und WebDAV Zugriff) sind aber bereits implementiert und größtenteils funktionsfähig.

Die Installation ist nicht allzu schwierig und recht gut auf der Homepage beschrieben. Wer weiteren Support sucht oder Fehler melden möchte, sollte mal bei owncloud.shapado.com vorbeischauen. Desweiteren ist ein Client für Android und webOS in Entwicklung, andere Betriebssysteme werden sicherlich bald folgen. Besonders praktisch finde ich das öffentliche Freigeben von Dateien, welches ich gerne nutze, wenn ich jemandem größere Datenmengen zukommen lassen möchte. Somit brauche ich beispielsweise nicht dutzende E-Mails mit einzelnen Fotos schicken, sondern nur eine winzige E-Mail mit einem Link zu den Dateien.

Auch wenn ownCloud vielleicht in technischer Hinsicht noch nicht mit anderen Anbietern mithalten kann, in Sachen Datenschutz hat es die Nase natürlich vorne, da ihr selbs bestimmen könnt, wo und wie ihr eure Daten speichert. Ich persönlich habe dafür einen vServer, aber selbst ein alter Rechner zu Hause oder ein stromsparender Plug Computer eignen sich dafür. Übrigens, ownCloud ist auch per Diaspora erreichbar, entweder hier klicken oder einfach owncloud [at] joindiaspora [dot] com zu den Aspekten hinzufügen.

Vielleicht habe ich zu viel zum Thema Cloud Computing und Datenschutz allgemein gesagt, aber die Installation und Bedienung von ownCloud ist wirklich nicht allzu schwierig. Außerdem hoffe ich, dass ich mich ab der finalen Version endlich von Google als Kalender- und Kontaktkrake verabschieden kann.

mfg
Finn

Standby killt WLAN

Seitdem ich Linux nutze, plagt mich ein Problem, was mich stets daran gehindert hat, den Standby Modus (Suspend To RAM) meines Notebooks zu nutzen. Ich konnte mein Notebook zwar in den Standby Modus versetzen und auch wieder aufwachen, allerdings funktionierte 1. das WLAN nicht mehr und 2. hat anschließend die Lampe meiner Webcam geleuchtet.

Die Lösung ist eigentlich denkbar einfach und ich weiß auch nicht, warum ich das früher nicht schon einmal gefunden habe. Ich habe festgestellt, dass das WLAN weiterhin funktioniert, wenn ich vor dem Standby das bzw. die Module entlade und nach dem Aufwachen wieder lade. Nutzt man die pm-utils (ist glaube ich bei vielen Linux Distributionen Standard), dann ist es möglich Module festzulegen, die beim Standby entladen und wieder geladen werden.

Dazu erstellt man, falls noch nicht vorhanden, die Datei

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/etc/pm/config.d/modules

und trägt beispielsweise folgende Zeile ein:

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SUSPEND_MODULES="ath ath5k uvcvideo"

Die Module ath und ath5k sind die meiner WLAN Karte (Atheros) und uvcvideo ist für meine (und die meisten anderen) Webcams zuständig.

Falls ihr keine Atheros Karte der 5000er Serie habt, müsst ihr die Module natürlich entsprechend anpassen. Eine Liste der geladenen Module erhaltet ihr mit lsmod.

Bei mir hat diese kleine Sache die Standby Funktion meines Notebooks endlich wieder nutzbar gemacht. Komischerweise wacht mein Notebook beim ersten Tastendruck nur kurz wieder auf und ich muss ein zweites mal eine Taste drücken, damit es endgültig wieder aufwacht. Ich glaube gelesen zu haben, dass es etwas mit dem freien ATI Treiber (xf86-video-ati) zu tun haben soll, aber wissen tu ich da nichts genaueres.

mfg
Finn

Gewinnspiel bei Linuxundich.de

Es gibt mal wieder etwas interessantes bei Linuxundich.de zu sehen, dieses mal hat der Christoph ein Gewinnspiel gestartet, bei dem man 4 mal ein (selbstkündigendes) Jahresabo des Webstandards-Magazins gewinnen kann und zusätzlich eins von 3 Büchern vom Galileo Press Verlag, nämlich eins über JavaScript, eins über Debian 6 und eins über PHP & MySQL. Ich muss Zugeben, dass mich irgendwie alle Bücher sehr interessieren.

Mitmachen kann man indem man bis zum 23.09. 23:59 Uhr bei ihm einen Kommentar hinterlässt, bei Twitter oder Google+ darüber schreibt oder mit einem Blog Beitrag. Hier noch einmal der Link zum Gewinnspiel:
http://linuxundich.de/de/allgemein/webstandards-magazin-gewinnspiel-fur-web-entwickler-und-diejenigen-die-es-werden-wollen

Viel Spaß und viel Glück!

AMD/ATI fixt Bug bezüglich Gnome-Shell

Ich nutze ja nun seit einiger Zeit Gnome3 mit der Gnome-Shell, wie ich hier mal beschrieben habe. Ich bin außerdem ein meistens zufriedener AMD/ATI Nutzer, aber bei der Gnome-Shell gibt es seit den Anfängen Probleme mit dem proprietären ATI Grafikkartentreiber. Teile der Shell sind verpixelt, flackern oder werden von bunten Strichen überlagert, jedenfalls kann man so auf gar keinen Fall arbeiten.

Weil der Bug schon seit vielen Monaten besteht, wurde viel über AMD gelästert, aber anscheinend wissen die Jungs erst seit kurzem von dem Bug, wie aus diesem inoffiziellem Bugtracker hervorgeht. Der Bugfix wird wohl erst in Catalyst 11.9 enthalten sein, welches wir aber diesen Monat erwarten können. Hoffentlich werden die AMD und die Gnome Entwickler solche Probleme in Zukunft besser handhaben :-)

mfg
Finn

UPDATE 06.10.2011: Ich habe Catalyst 11.9 gleich nach dem Erscheinen Ende September installiert, war aber sehr enttäuscht. Die obere Leiste der Gnome-Shell sieht zwar wieder normal aus, allerdings gibt es oft Renderfehler und der Bildschirm flackert gerne mal. Also müssen wir wohl leider noch länger warten.

Blog-Stöckchen: Darum mag ich Foobar!

Vor knapp zwei Wochen hat Christoph von “Linux und Ich” ein Stöckchen durch die Gegend geworfen, das auch bei mir gelandet ist. In einem Artikel möchte jeder kurz ein Programm aus der Linux Welt vorstellen, welches man oft oder gerne benutzt und welche Funktion einem besonders gefällt.

Als Linux-Ein- und Umsteiger steht man wie ein Ochs vorm Berg. Nicht nur das Betriebssystem ist anders, sondern es “fehlen” auch bekannte und bewährte Programme. Nicht dass es die unter Linux nicht geben würde, die Vielfalt an guten Programmen ist riesig, doch welches soll man benutzen? Ich möchte daher ein Blog-Stöckchen starten, wo andere Linux-Blogger begründen, warum sie Foobar gerne benutzen. Beschreibt das Programm nicht lang und breit, sondern stellt eine besondere Funktion heraus, die Foobar von ähnlichen Programmen unterscheidet, die vielleicht ein bisschen unbekannt und versteckt ist und aufgrund der Foobar von eurem Desktop nicht wegzudenken ist.

Die Idee ist simpel, aber genial. Leider bin ich aus zeitlichen Gründen (privat, Arbeit, Prüfungen usw…) nicht eher dazu gekommen, aber jetzt stelle ich fest, dass diese Aufgabe schwieriger ist, als sie klingt. Bei mir sind es viele kleine Dinge, weshalb ich die Programme auf meinem Rechner so gerne mag. Aber lieber spät als nie und deshalb hier mein Senf dazu:

Darum mag ich Guake

Zu meiner Anfangszeit habe ich die Linux Shell gemieden, weil ich mich nicht damit auskannte und nichts kaputt machen wollte. Inzwischen nutze ich sie aber täglich für verschiedenste Dinge, von Kleinigkeiten bis hin zum installieren, reparieren und kompilieren. Besonders wichtig ist mir der schnelle und einfache Zugriff, um mal eben kurz etwas erledigen zu können.
Hier hat sich für mich Guake als besonders geeignet erwiesen. Einmal F12 drücken und Guake erscheint am oberen Bildschirmrand, F12 erneut drücken und Guake verschwindet. F11 schaltet in den Vollbildmodus, STRG+SHIFT+T öffnet einen neuen Tab, STRG+SHIFT+W schließt den aktiven Tab. Mit STRG+BildAuf/BildAb kann man den vorherigen/nächsten Tab auswählen. Die Höhe des Guake Fenster lässt sich außerdem beliebig einstellen.
Auch bei dem Einsatz virtueller Desktops, die ich seit Gnome3 wieder vermehrt nutze, ist Guake jederzeit mit F12 aufrufbar und auf jedem Desktop vorhanden.

mfg
Finn

Ich und Arch Linux

Vor einigen Jahren, als mein Interesse an Linux wieder einmal aufloderte, habe ich den Versuch gestartet und Ubuntu auf meinem Notebook installiert. Mein Ziel war es, mich daran zu gewöhnen und anstatt Windows zu starten (Dual Boot oder VM) Alternativen in der GNU / Linux Welt zu finden. Inzwischen benutze ich privat ausschließlich Ubuntu.

Damals war Ubuntu scheinbar genau das richtige Betriebssystem für mich. Nicht zu kompliziert, eine sehr große Community und eine gute Möglichkeit, die GNU / Linux Welt näher kennen zu lernen. Ubuntu läuft bei mir auf einem Heimserver und einem vServer in einem Rechenzentrum, womit ich auch immer noch zufrieden bin. Auf meinem Notebook lief bis vor kurzem Ubuntu 11.04 mit GNOME3. Im Prinzip war ich damit zufrieden, GNOME3 gefällt mir sehr gut und an Ubuntu bin ich sehr gewöhnt. Allerdings geht es mir wahrscheinlich wie vielen anderen, die Ubuntu bzw. die dahinter steckende Firma Canonical inzwischen mit kritischen Augen betrachten. Dabei geht es mir nicht nur um Marketing oder die Einführung von Unity, sondern um diese gewisse Art der Bevormundung bei Ubuntu. Ich möchte ein Betriebsystem haben, dass ich ganz genau an meinen Bedürfnisse anpassen kann und mir alle Möglichkeiten offen lässt.

Schon länger schwirrt mir Arch Linux im Kopf herum, aber ich habe mich damit nie genauer beschäftigt. Ich hab eher damit gerechnet, dass ich Tage oder sogar Wochen brauchen werde, bis ich überhaupt eine funktionierende Arch Linux Installation haben werde. Also fing ich an zu lesen…

Zuerst habe ich viel im Wiki gestöbert. Dort habe ich auch einen Link zu dem frei verfügbarem Buch “Arch Linux – Die Grundinstallation und mehr” gefunden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Autor Farid Mésbahi und natürlich auch an alle, die am Wiki beteiligt waren.

Ich habe das Buch in relativ kurzer Zeit verschlungen, was kein Problem ist, da es recht verständlich geschrieben ist. Natürlich muss man für Arch Linux gewisse Grundkenntnisse über Linux und die Shell mitbringen, aber theoretisch kann ja jeder alles lernen. Der größte Unterschied zu Ubuntu oder den meisten anderen Distributionen ist wohl, dass man keine grafisch-bunte Klick-dich-durch-Installationsroutine hat, sondern ein schlichtes Setup Menü. Nach erfolgter Installation hat man ein voll funktionstüchtiges Linux, allerdings ohne grafische Oberfläche, denn die kann man sich selbst aussuchen.

Der Paketmanager pacman kommt einem gar nicht so fremdartig vor, wenn man von Debian / Ubuntu das apt-get gewohnt ist. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, wann ich das letzte mal eine Anwendung über das Software Center installiert habe. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber wie erwartet (und gewünscht) musste ich vieles selber machen:

  • X installieren und konfigurieren
  • GDM, GNOME3 und die Shell installieren
  • ACPI und automatische CPU Taktung zum Laufen bekommen
  • Module und Daemons installieren und in /etc/rc.conf eintragen
  • aus Gewohnheit habe ich mir der /etc/sudoers hinzugefügt ;-) (sudo vorher installieren)
  • GRUB2 habe ich bei einem Test in einer VM nicht zum Laufen bekommen, vorerst verwende ich also GRUB Legacy (Standard)

Ich bin mir sicher, dass ich noch über einige Sachen gestolpert bin, die ich selbst recherchieren musste, aber das habe ich schon wieder alles vergessen. Ich werde wohl mal ein paar Alte Rechner mit Arch Linux und ein paar ausgefallenen WMs bestücken, durch die Routine lernt man am besten.

Noch bin ich kein “Arch Profi” und werde es vielleicht auch nie werden, aber ich komme erstaunlich gut mit dieser Distribution zurecht, was zu einem großes Teil wohl auch der guten Community zu verdanken ist. Irgendwelche Tutorials werdet ihr wohl auch nicht von mir sehen, aber vermutlich wird es zukünftig weniger Ubuntu und mehr Arch Themen hier geben.

Jetzt zeigt WordPress mir schon wieder um die 600 Wörter an und dabei wollte ich doch nur erwähnen, dass ich jetzt auch ein Arch Linux Nutzer bin ;-)

mfg
Finn