Diaspora auf dem Weg zur Beta?

Im Moment ist die Diaspora Community ziemlich gespalten. Das freie dezentrale soziale Netzwerk, welches mit großen Hoffnungen und Erwartungen an den Start ging, ist einiger Kritik ausgesetzt. Nach etwa 2 Jahren der Entwicklung befindet sich Diaspora immer noch im Alpha Stadium und viele sind der Meinung, die Entwicklung schreite kaum noch voran.

Oft wird Diaspora mit Friendica verglichen, ebenfalls ein dezentrales soziales Netzwerk. Dort gibt es bereits jetzt mehr Features, die Installation ist wesentlich einfacher und setzt keinen (v)Server voraus. Ich bin nicht bei Friendica angemeldet und kenne auch keine Details, aber ich freue mich, dass sich solche Netzwerke entwickeln und hoffentlich sind auch bald alle kompatibel miteinander. Neben diesen beiden Netzwerken gibt es ja noch mehr quelloffene dezentrale Netzwerke wie z.B. BuddyCloud oder status.net.

Was ist los bei Diaspora?

Die Entwickler standen in der Kritik zu wenig mit der Community zu kommunizieren und zu wenig Infos herauszugeben. Das mag vielleicht typisch für Software Entwickler sein, aber dafür gibt es inzwischen den Sean Tilley, der die Community sowohl per Diaspora als auch auf devblog.joindiaspora.com regelmäßig mit Informationen versorgt und Fragen beantwortet.

Ein großer Kritikpunkt ist, dass die Entwickler zu viel Wert auf neue Features legen und bestehende Bugs nicht beheben. In meinen Augen ist es auch großer Mist, dass die Federation (das Verteilen von Statusnachrichten an andere Server) noch nicht 100%ig zuverlässig ist. Stattdessen werkeln die Entwickler schon lange an einer neuen Profilansicht.

Aber sie haben die Federation nicht vergessen. Zuerst muss das Grundgerüst fertig sein, Profile, Nachrichten usw. Wenn das dann fertig ist, weiß man auch, was und welche Informationen bei der Federation verschickt werden sollen. Man hätte das Federation Protokoll schon lange reparieren bzw. neu schreiben können, aber im Moment ändert sich noch viel im Code und man hätte das Protkoll mehrfach neu schreiben müssen.

Neue Profile und endlich die Beta?

Alpha oder Beta, völlig egal. Nur weil ein “Beta” im Namen steht, wird die Software nicht automatisch besser. Es ist eher so zu verstehen, dass die wichtigsten Sachen feststehen und keine großen Änderungen mehr gemacht werden. In der Phase werden vermutlich auch viele kleine Fehler behoben werden, für die man bisher keine Zeit hatte.

Nachdem die neue Einzelansicht von Beiträgen schon große Verärgerung bei einigen Usern ausgelöst hatte, weil u.a. das Lesen und Schreiben von Kommentaren schwieriger geworden ist, wird nun auch gerade das Profil überarbeitet.

In gewohnter Manier folgen nun einige Bilder…

So sieht die Startseite, also der Stream, von Diaspora im Moment aus. Bisher alles noch beim Alten und es kommt einem sehr bekannt vor. Nun ja, wie ein soziales Netzwerk nun einmal ungefähr aussieht. Wenn man bisher einen Beitrag angeklickt angeklickt hat, sah er fast genau so aus wie im Stream, nur eben etwas größer. Das hat sich vor längerer Zeit geändert und sieht nun folgendermaßen aus:

Der Inhalt der Beiträge soll bei Diaspora im Vordergrund stehen. Um zu Kommentieren, muss man das kleine graue Menü am unteren Bildschirmrand öffnen. Die Einzelansicht finde ich recht ansprechend, aber leider ist das kleine Menü da unten für Beiträge mit vielen Kommentaren etwas unpraktisch… aber das soll jeder selbst entscheiden.

Auch sehr interessant ist die neue Profildarstellung, die bisher aber nur für Beta User sichtbar ist. Ich habe mich auf meinem Pod mal zu einem solchen gemacht und mein neues Profil angeschaut.

Anstatt dass die Beiträge einfach untereinander mit je einem eigenen Kommentareingebafeld, also wie im Stream, dargestellt werden, sieht man die Beiträge eines Nutzers nun in Rechtecken nebeneinander und untereinander. An dieser Stelle wird wieder kritisiert, dass ein sofortiges Kommentieren nicht möglich ist. Um einen Kommentar zu schreiben muss man ein wenig Klicken, das stört mich aber nicht. Für Diskussionen nutze ich eh “Meine Aktivitäten”, dort werden alle Beiträge, an denen ich per Like oder Kommentar beteiligt bin, in gewohnter Stream Ansicht dargestellt.

Wie gesagt, das Profil ist noch nicht fertig. Ich bin gespannt, was sich da noch ändern wird. Im Großen und Ganzen vertraue ich den Entwicklern einfach mal, dass sie mit ihrem relativ neuen Konzept schon das Richtige machen werden. Ein Grund, warum man sich für diesen Schritt entschieden hat, ist dass man sich mehr von Facebook abgrenzen möchte und nicht einfach nur als Facebook-Kopie abgestempelt werden möchte. Aber erkenne ich hier nicht Parallelen zur Facebook Chronik? Keine Ahnung, ich kann das nicht beurteilen. Man munkelt, dass eventuell nächste Woche etwas passieren wird, vielleicht die Beta Version, in der dann alle User ein solches Profil haben?

Ebenfalls Bestandteil des neues Profils wird der neue Publisher sein, mit dem man Beiträge etwas selbstbestimmter bzw. Kreativer erstellen kann, zu dessen Funktionsweise gibt es hier ein Video.

Anmelden

Wer bisher noch nicht bei Diaspora ist, dem kann ich nur wärmsten Empfehlen, sich mal anzumelden und einfach mal auszuprobieren. Entweder schaut ihr bei podupti.me nach einem passendem Pod (Diaspora Server), oder ihr meldet euch bei meiem Pod ilikefreedom.org an oder ihr nutzt diesen Einladungslink für meinen Pod und kommt auch jetzt schon in den Genuss des neuen Profils ;-)

Wer immer noch nicht genug hat, dem empfehle ich an dieser Stelle die Diaspora Night auf TheRadio.cc von 20:00 bis 21:00 Uhr.

Thunderbird Bilder automatisch verkleinern lassen

Dank Digitalkameras, die mit Megapixeln nur so um sich werfen, sind Bilder heutzutage gerne mal ein paar Megabyte groß. Der Freemail Anbieter web.de ist im Vergleich zu anderen Anbietern noch etwas altertümlich und verweigert den Empang von E-Mails, die größer als 4 MB sind. Andere E-Mail Anbieter mögen da vielleicht etwas großzügiger sein, aber man tut Leuten mit einer langsamen Internetverbindung keinen Gefallen, wenn man mal eben ein paar Dutzend Megabyte Bilder per E-Mail verschickt.

Für Nutzer von Thunderbird gibt es da eine sehr praktische Erweiterung, nämlich Auto Resize Image.

Nachdem die Erweiterung installiert ist, braucht man sich um die E-Mail Größe keine Gedanken mehr machen, wenn man eben ein paar Bilder verschicken möchte. Die Erweiterung kann mit allen gängigen Dateiformaten umgehen und verkleinert eingefügte bzw. angehängte Bilder automatisch. Diese Größe lässt sich bei Bedarf auch einstellen.

Möchte man eine sehr große Menge an Bilder oder Dateien verschicken, bietet sich eher irgend eine Art Filehoster an. Die Dateien kann man in ein Archiv packen, mit Passwort versehen und dann auf Diensten wie Rapidshare & Co hochladen, die ja eigentlich für solche Zwecke gedacht waren. Ich persönlich verschicke möglichst selten E-Mails mit Anhang, ich nutze lieber ownCloud, da kann ich hochladen was ich will, mein Gegenüber kann ohne Wartezeiten und schnell herunterladen und alle sind zufrieden.

Mein neuer alter Rechner

Mein Notebook nervt mich im Moment ein wenig, da die Tastatur den Geist aufgibt und es allgemein anfängt sich aufzulösen, aber ein paar Jahre soll es gerne noch halten.

Nun gut, ich hatte noch einen alten Rechner, den ich zeitweise mit Lubuntu benutzt habe, der Rechner dürfte etwa 10 Jahre alt sein, keine Ahnung. Inzwischen habe ich eine andere Grafikkarte eingebaut und da ich noch genug Arbeitsspeicher liegen hatte, habe ich diesen auf 1 GB (DDR) erweitert. Den ehemals verbaute AMD Duron (glaube 1,1 GHz) habe ich durch einen AMD Athlon XP 1800+ (1,53 GHz) ersetzt.

Nun läuft auf diesem Rechner ebenfalls Arch Linux mit Xfce4 Oberfläche und anstatt der Xfce Panels setze ich den Avant Window Navigator ein. Firefox, Thunderbird, LibreOffice und Pidgin laufen problemlos, nur der ganze Web 2.0 HTML5, CSS3 und JavaScript Kram oder was auch immer scheint nicht ganz so flott zu laufen, aber wen kümmerts.

Jedenfalls ist es sehr angenehm, mal wieder an einem vernünftigen Desktop Rechner zu sitzen, auch wenn der 17 Zoll Monitor nur unwesentlich größer als mein 15,4 Zoll Notebook-Display ist. Dank ownCloud und lokaler NFS Freigabe kann ich auch alles schön synchron halten.

Zwischenzeitlich war auch kurz Windows XP auf diesem Rechner installiert, aber das lief eher schleichend, die Festplatte hat ständig irgendetwas gemacht und alles war sehr träge. Es gibt viele Linux Distributionen, die mit wenig Arbetsspeicher und ohne moderne Hardwarebeschleunigung der Grafikkarte auskommen. Auf aktuelle Programme muss man aber trotzdem nicht verzichten. Hoffen wir, dass mein guter alter Rechner noch 10 weitere Jahre läuft ;-)

Diaspora* Update #2

So langsam ist es zur Gewohnheit geworden, dass ich hier alle paar Monate etwas über Diaspora schreibe. Zuletzt ist dies im Januar geschehen, seitdem hat sich mal wieder einiges geändert.

Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen, dafür gibt es GitHub, Diasporial.com, blog.diasporafoundation.com und devblog.joindiaspora.com und sicherlich auch viele andere Quellen. Wer lieber zuhört anstatt zu lesen, dem kann ich TheRadio.cc empfehlen, dort wird Creative Commons Musik gespielt und jeden Dienstag von 20:00 – 21:00 Uhr wird die Diaspora Night gesendet (anschließend auch als Download verfügbar).

Genug der Links, schauen wir mal, was sich oberflächig verändert hat, das folgende Bild zeigt Diaspora im Januar 2012.

In meinem letzten Artikel bin ich noch kurz auf die einzelnen Funktionen in der linken Menüleiste eingegangen, das hätte ich mir aber sparen können, denn die Jungs von Diaspora haben mal wieder ordentlich herumgeschraubt und so sieht Diaspora im April 2012 aus:

Die obere Leiste und das linke Menü wurden umgestaltet und sind jetzt etwas übersichtlicher. Besonders fällt hier die Gliederung in Stream und Meine Aktivitäten auf. Das ist selbst für unerfahrene Benutzer etwas einfacher zu verstehen. Im Stream wird quasi alles angezigt und bei den eigenen Aktivitäten werden nur Beiträge angezeigt, an denen man irgendwie (Like, Kommentar usw.) beteiligt ist.

Gerade wenn man einigen #Tags folgt, wird der Stream manchmal etwas unübersichtlich. Unter Meine Aktivitäten kann man dann schnell alle Beiträge wiederfinden, was besonders bei älteren Beiträgen, in denen mehrfach kommentiert wird, praktisch ist.

Eine weitere große Änderung war die Einführung von Templates, die bei der Einzelansicht eines Beitrages angezeigt werden. Je nach Inhalt des Beitrages fällt die Ansicht unterschiedlich aus. Ich persönlich finde das noch ein wenig gewöhnungsbefüftig, aber auf jeden Fall steckt dort eine Menge Potential drinne. Alle Templates kann man sich hier anschauen.

Die Kommentarfunktion und die Buttons zum Liken, Folgen und Weitersagen sind nach unten gewandert, wie auf den Bildern im Link zu sehen ist. Das sieht zwar alles sehr hübsch aus, aber auf den ersten Blick sieht man keine Kommentare. Klickt man den Button zum Kommentieren an, erscheint ein kleines Menü, in dem man kommentieren kann und sieht, wer den Beitrag mag oder folgt:

Als dieses Feature eingeführt wurde, gab es geteilte Meinungen (und die gibt es wohl immer noch). Viele fanden die neuen Templates schick und genial, andere wiederrum schrecklich und unbenutzbar. Ich finde die Idee dahinter zwar gut, aber erstens ist das Kommentieren und Lesen von Kommentaren etwas schwieriger geworden und zweites passt die Einzelansicht optisch irgendwie nicht mehr zu Diaspora. Aber das ist alles halb so schlimm, schließlich ist Diaspora* noch in der Alpha Phase und es wird eben viel herumexperimentiert. Für solche Spielereien ist die Alpha Phase nunmal da, lieber jetzt als später.

Auch unter der Haube wird fleißig geschraubt. Normaleweise update ich meinen Pod etwa 3 -4 Mal pro Woche (je nach Menge und Art der Änderungen), aber jetzt muss ich mit dem nächsten Update erst einmal Warten, da im Moment große Arbeiten am Code stattfinden.

Meine Haupt-Kommunikationmedien sind E-Mail und Jabber, beids sind dezentrale Dienste, ich bin nicht zwangsläufig an einen Anbieter gebunden und ich hoffe, dass Diaspora sich auch bald bei mir als alltäglichen Kommunikationsmedium etablieren wird. Ich schaue zwar täglich bei Diaspora rein und lese z.B. was zu #linux, aber es ist schade, dass ich dort nur wenige persönliche Bekanntschaften antreffen kann.

Anmelden?!

Wieso sollte man sich also bei einem Dienst anmelden, bei dem man niemanden kennt? Ich sehe viele Leute, die #NeuHier sind, aber nach einem Beitrag wieder verstummen. Verständlich, wenn man keine interessantes Tags findet und niemanden kennt, aber dafür gibt es doch die Einladungen!

Meldet euch doch einfach mal an! Diaspora ist dezentral, also wie bei E-Mail gibt es vihele Anbieter, aber im Prinzip ist es egal wo ihr euch anmeldet, da ihr jeden auf jedem Pod erreichen könnt. Also meldet euch z.B. auf meinem Pod ilikefreedom.org an oder schaut bei podupti.me nach einem passenden Pod.

Wer ein bisschen Anschub braucht, kann natürlich auch gerne diesen super Einlade-Link benutzen.

Man sieht sich bei Diaspora!

UPDATE 05.04.2012:

Ich wollte dafür nicht extra einen neuen Beitrag erstellen, aber gerade eben bin ich auf ein gutes, deutsches Tutorial für Diaspora gestoßen. Diaspora ist zwar nicht kompliziert, aber man kann eben nicht alles auf Anhieb kennen und verstehen. Im Tutorial sind auch jede Menge Bilder enthalten, ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Schlechte I/O Performance untersuchen

Seit nun über 2 Jahren nutze ich einen HTPC, anfangs mit Ubuntu und Gnome Oberfläche, inzwischen mit Arch Linux und lediglich dem X Server und XBMC. Seit einigen Monaten stehe ich vor einem großen Problem, welches für mich anscheinend ziemliches Neuland ist. Bei dringenden Problemen frage ich normalerweise in Foren nach, aber dieses Mal möchte ich es selbst lösen und dazu lernen.

In meinem Beitrag über meinen HTPC habe ich bereits grob einiges zur Konfiguration gesagt, wichtig jedenfalls ist nur, dass ich zwei 500 GB Western Digital “Caviar Black” Festplatten in einem Software RAID1 mittels mdadm laufen habe. Eigentlich sind diese Festplatten ja für ihre relativ gute Performance bekannt, aber inzwischen stehe ich vor einem gewaltigen Problem. Aufgefallen ist es mir, als das Fernsehen extrem geruckelt hat und teilweise gar nicht mehr funktioniert hat. XBMC sagte etwas von “Zwischenpuffern” und Tvheadend spuckte haufenweise Meldungen wie MPEG2VIDEO #512: Continuity counter error, 2 duplicate log lines suppressed aus.

Anfangs habe ich die TV-Karte verdächtigt, aber auch die anderen beiden haben keine besseren Ergebnisse erzielt. Das seltsamste an der Sache ist allerdings, dass das Problem rein zufällig aufzutreten scheint. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten der Festplatten sich nur noch im Bereich von 2-4 MB/s bewegt haben. Zuerst dachte ich an zwei unabhängige Probleme, aber schnell hat sich herausgestellt, dass beides zusammenhängt.

Eine Zeit lang war ich auf dem Irrweg, da das Problem zufälligerweise nur auftrat, wenn ich im BIOS den SATA Modus nicht auf IDE, sondern auf AHCI gestellt habe. Inzwischen tritt das Problem aber bei beiden Einstellungen auf.

In einigen Foren habe ich gelesen, dass defekte Blöcke auf RAID Festplatten zu solchen Problemen führen können. Die S.M.A.R.T Werte der beiden Festplatten sehen aber sehr gut aus, gelegentlich werde ich es sicherheitshalber mit badblocks überprüfen. Die anderen 3 Festplatten, die nicht im RAID Verbund sind, habe ich, um Fehlerquellen auszuschließen, ausgebaut. Diese überprüfe ich gerade und formatiere sie bei der gelegenheit in ext4 um.

iotop

Das Problem besteht jedenfalls weiterhin, zwar nicht ständig, aber manchmal. Wenn das Problem auftaucht, merke ich das sogar an der SSH Verbindung, die sehr träge und verzöhert zu sein scheint. Sehr nützlich ist dabei das Tool iotop, welches, wie der Name vermuten lässt, I/O Aktivitäten und die dazugehörigen Prozesse anzeigt. Besonders interessant ist dort die Spalte IO, welches die Schreib- und Leseaktivitäten eines Prozesses anzeigt. Dank iotop konnte ich das Problem gut eingrenzen, denn manchmal belegt der Prozess [jbd2/md3-8] die Festplatte zu 99%. Das Journaling Block Device, wenn ich es recht verstehe, kümmert sich um das Journal, also quasi das Inhaltverzeichnis des Dateisystems. Nach kurzer Suche im Internet scheinen einige Leute damit Probleme zu haben, aber das Journal zu deaktivieren, wie teilweise empfohlen, halte ich für zu riskant, da bei einem Absturz die Gefahr des Datenverlustet groß ist.

Hopple, gerade eben ist das Problem wieder aufgetreten:

1
109 be/3 root        0.00 B/s    0.00 B/s  0.00 % 99.99 % [jbd2/md2-8]

top

Ebenfalls interessant ist das Tool top, welches laufende Prozesse inklusive CPU Auslastung, Arbeitsspeicherverbrauch und vieles mehr anzeigt. Meistens benutze ich htop, weshalb ich wahrscheinlich erst jetzt über das Problem gestolpert bin. Interessant ist vor allem die 3. Zeile von top:

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Cpu(s):  2.1%us,  6.6%sy,  0.0%ni, 87.4%id,  0.7%wa,  0.0%hi,  3.3%si,  0.0%st

Dort wird angezeigt, mit welchen “Aufgaben” der Prozessor beschäftigt ist (User Prozesse, System Prozesse, “genicete” Prozesse, Leerlauf und IO Wait. Dieser Wert sagt aus, wie oft der Prozessor auf die Festplatte warten muss. Bei einem nicht stark genutzem Rechner wie meinem Heimserver / HTPC sollte der Wert normalerweise zwischen 0% und 2% liegen. Wenn die Probleme auftreten liegt der Wert aber im Schnitt bei 50%.

Noch ein Hoppla, beim schreiben des Artikel ist das Problem wieder aufgetreten, deshalb hier die gleiche Zeile noch einmal zum Vergleich:

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Cpu(s):  2.9%us,  8.4%sy,  7.2%ni, 45.0%id, 36.5%wa,  0.0%hi,  0.0%si,  0.0%st

Wie gesagt, der IO Wait Wert schwankt sehr stark.

dd

Ebenfalls sehr nützlich ist das kleine Tool dd, welches ich normalerweise nutze, um Images von Datenträgern zu erstellen. Generell kann man damit alle möglichen Daten hin und her schieben, auch einen Haufen Nullen in einen Datei auf die Festplatte:

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$ dd if=/dev/zero of=/home/finn/test.img
1073741824 Bytes (1,1 GB) kopiert, 67,933 s, 15,8 MB/s

Das Problem ist, dass dd sehr unterschiedliche Werte liefert. Wenn das Problem nicht auftritt, kann ich mit 80 – 100 MB/s auf die Platte schreiben. Vor ein paar Minuten ist das Problem wieder aufgetreten und ich kann mit ca. 16 MB/s schreiben, manchmal aber auch nur mit 2 – 4 MB/s.

Möchte man die Datei lesen, schickt man sie am besten ins Nirvana, aber vorsicht ist geboten. Der Linux Kernel beherrscht ein wunderbares disk caching, weshalb bei kleinen Dateien ein deutlich zu hoher Wert heraus kommt. Möchte man genauere Werte haben, sollte man eine Datei erstellen, dessen Größe ein deutliches Vielfaches vom Arbeitsspeicher ist.

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2
$ sudo dd if=/home/finn/test.img of=/dev/null
1073741824 Bytes (1,1 GB) kopiert, 2,8983 s, 370 MB/s

Und nun?

Es gibt noch viel mehr Programme, mit denen sich das System genauer untersuchen lässt, z.B. iostat, isag, mpstat, pidstat, sadf, sar. Diese sind bei Arch Linux alle im Paket sysstat enthalten. Ich kenne diese Programme aber noch nicht und muss ich erst noch durch ein paar Manpages kämpfen, bevor ich irgendwelche Aussagen treffen kann. Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass es an meinem RAID liegt, da es im Moment nicht synchronisiert, das Problem aber trotzdem besteht. Außerdem lief es eine ganze Zeit lang sehr gut. Theoretisch kommt eine defekte Festplatte in Frage, aber noch weiß ich es nicht. Generell ist es ja sehr seltsam, dass das Problem kommt und geht. Es scheint reiner Zufall zu sein, ich weiß nicht, wie ich das Problem auslösen kann.

Ich hoffe, dass ich bald neues berichten kann…

UPDATE 28.03.2012

Scheinbar habe ich die Ursache des Problems so halbwegs gefunden. Dass jbd2 als Ursache in Verdacht gekommen ist, hat mich etwas in die irre geführt. Da ich festgestellt habe, dass dieses Problem mit deaktiviertem tvheadend nicht aufgetreten ist, habe ich den Fehler dort vermutet. Tatsächlich aber war es die Option “Deaktiviere EPG Aktualisierungen während der TV Wiedergabe” in XBMC, welche nicht aktiviert war.

Ich hoffe, dass nun weiterhin alles flüssig läuft, aber ich bin guter Dinge. Endlich laufen nun auch 2 TV Karten parallel problemlos, so dass ich endlich Bob Ross aufnehmen kann, ohne dass sich die Karten in die Quere kommen.

ownCloud wird mir immer sympathischer

Scheinbar gibt es ein großes interesse an dem Hosten einer eigenen Cloud, denn mein Artikel “Die eigene Cloud mit ownCloud” von Oktober 2011 ist laut Piwik bei Google scheinbar recht gut zu finden. Suchbegriffe, die ownCloud oder eigene Cloud enthalten, sind meistens in den Top 3.

Nun, inzwischen ist viel Zeit vergangen, ownCloud liegt schon länger in der Version 3 vor und Version 4 wird im April erscheinen. Die Android App ist noch in der Entwicklung und im Moment noch nicht wirklich gut zu gebrauchen, denn das interessanteste Feature, die Synchronisierung von Kontakten und Terminen, funktioniert (meines Wissens) noch nicht.

Bisher habe ich mit ownCloud eher herumgespielt, ein paar große Dateien in E-Mails verlinkt und hin und wieder eine aktuelle Entwicklerversion installiert. Nun habe ich ownCloud neu installiert (Version 3 final) und werde mit einem Update bis zur Version 4 warten, da ich nun angefangen habe, es produktiv einzusetzen. Meine Kontakte sind bereits importiert, der Kalender auch größtenteils.

Thunderbird Synchronisierung

Auf die Synchronisierung mit Android lege ich im Moment keinen großen Wert. Dafür funktioniert die Synchronisierung mit Thunderbird Kalender (durch das Add On Lightning einbaubar) wunderbar. Für die Kontaktsynchronisierung habe ich noch das Add On Inverse SOGo Connector installiert, welches auch gut zu funktionieren scheint.

Nun ja, ownCloud ist eigentlich keine echte Cloud und alles was damit möglich ist, war vorher auch bereits mit anderen Mitteln möglich. Ich sehe den großen Vorteil aber in dem hübschen Webinterface und in der einfachen Installation und Verwaltung. Wenn nun noch Apps für mobile Geräte vorhanden sind und funktionieren, kann der Siegeszug von ownCloud meiner Meinung nach beginnen.

Möchte man ownCloud per WebDAV in sein System einbinden, findet man auf der ownCloud Seite Anleitungen für alle gängigen Betriebssysteme.

Bei einigen Linux Distributionen scheint es aber hin und wieder Probleme zu geben.

Hochgeladene Dateien sind 0 Byte groß

Bei mir hat es geholfen, use_locks 0 in die Datei /etc/davfs2/davfs2.conf einzufügen. An anderer Stelle wird hingegen die Option if_match_bug 1 vorgeschlagen.

/sbin/mount.davfs: / is the home directory of user nobody. You can’t mount into another users home directory

In die eben erwähnte Konfigurationsdatei wird dann noch die Zeile ignore_home       nobody,dbus,avahi,usbmux eingefügt und dann sollte das mounten auch klappen.

NFS und mount –bind

Ich nutze seit kurzem NFSv4, um Zugriff auf die Daten meines Heimservers zu haben. Soweit klappt auch alles ganz gut und mit der Performance bin ich sehr zufrieden. Allerdings beinhaltet der Ordner, den ich per NFS freigegeben habe, ein Verzeichnis, welches ich dort mit mount --bind, weil ich an dieser Stelle keine Symlinks einsetzen kann und möchte.

Für derart gemountete Verzeichnisse gibt es zwar die NFS Option “nohide”, diese ist aber nur dann hilfreich, wenn man ein derart gemountetes Verzeichnis direkt in die /etc/exports eintragen möchte. In meinem Fall handelt es sich aber um ein Unterverzeichnis.

Die Lösung ist denkbar einfach, hat mich aber doch einige Sucherei gekostet. Man erweitert die Optionen in der /etc/exports um die Option crossmnt und schon hat man Zugriff auf mit mount --bind eingebundene Verzeichnisse.

Meine /etc/exports sieht nu in etwa so aus:

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/home/finn 192.168.1.0/24(rw,fsid=0,no_subtree_check,async,no_root_squash,nohide,crossmnt)

Auto Mount Shell Script

Was nützt eine Datensicherung, bei der man manuell eingreifen muss? Der Mensch ist von Natur aus faul und es wäre ziemlich ärgerlich, wenn meine Festplatte im Notebook den Geist aufgibt und die letzte Datensicherung ein paar Tage oder sogar Wochen alt ist.

Ich sitze hier hauptsächlich an meinem Notebook und mache damit privaten Kram, Arbeit und Studienangelegenheiten, gelegentlich sitze ich an einem alten Rechner, aber damit mache ich nichts wichtiges. Wie bereits erwähnt führe ich mit rsnapshot Datensicherungen durch. Bisher hat sich mein Server die Daten per SSH vom Notebook gezogen, aber da ich in meinem eigenen LAN keine Verschlüsselte Verbindung dafür brauche und die durchschnittliche Übertragungsrate nur bei 10-15 MB/s lag, habe ich per NFS einen Ordner meines Servers freigegeben. Jetzt läuft rsnapshot auf meinem Notebook und schiebt die Daten auf meinen Server, dazu muss aber die NFS Freigabe ins Dateisystem eingebunden sein. Dank NFS geht es jetzt deutlich schneller und mit weniger CPU Last.

Da mein “Server” (eigentlich eher ein HTPC mit ein paar Serverdiensten) im Schnitt nur ein paar Stunden täglich läuft, gibt es Probleme mit dem automatischen Einbinden der NFS Freigabe. Beim Booten des Notebooks ist der Server meistens noch ausgeschaltet. Wird der Server eingeschaltet, kann die Datensicherung trotzdem nicht ausgeführt werden, da die Freigabe noch nicht eingebunden ist. Nach langer nicht erfolgreicher Suche hatte ich die Idee einfach etwas wie “mount /media/NFS_Freigabe” in die crontab einzutragen, was dann alle 5 Minuten ausgeführt wird.

Irgendwie erschien mir das aber nicht allzu elegant und entstanden ist ein winziges Shell Script, welches eine Liste von Freigaben (ich mounte auch ownCloud per WebDav bzw. wdfs) in einem Array speichert, prüft ob diese schon eingebunden sind und wenn nicht, werden sie eingebunden. Im Prinzip recht simpel und wahrscheinlich stark verbesserungswürdig, aber vielleicht kann der eine oder andere so etwas ja gebrauchen.

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#!/bin/bash
# This is a little script to check if volumes are mounted.
# If a volume is not mounted the script will try to mount it.
#
# Put your volumes between the round brackets,
# one line per volume.
# The volumes have to be in /etc/fstab
# It should look like this:
# VOLUMES=(
# /media/myFolder1
# /media/myFolder2
# )

VOLUMES=(
/media/ownCloud
/media/finn-server
)

for i in ${VOLUMES[@]}
do
if ! [[ $(mount | grep ${i}) ]]; then
mount ${i}
fi
done

Keine Ahnung warum, aber scheinbar entfernt das CodeColorer Plugin Tabs und Leerzeichen am Anfang einer Zeile. Wahrscheinlich eine Einstellungssache, aber ich nutze es zu selten, keine Ahnung. Ich habe es ansonsten hier noch einmal hochgeladen: http://www.finnchristiansen.de/wp-content/uploads/2012/03/mountchecker.sh

Das Ganze wird dann noch mit chmod a+x mountchecker.sh ausführbar gemacht und kann dann von cron z.B. im 5 Minuten-Takt ausgeführt werden, was z.B. so aussehen würde:

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*/5 * * * * /home/finn/mountchecker.sh

Ich habe diese simple Angelegenheit in ein Script gepackt, weil ich es noch erweitern möchte. Demnächst soll eine Samba Freigabe hinzu kommen und ich will eine kleine Netzwerk Prüfung einbauen, damit die NFS Freigabe nur in meinem LAN versucht eingebunden zu werden. Außerdem möchte ich beim Wechsel des Netzwerkes oder Herunterfahren des Servers die NFS Freigabe wieder aushängen, da rsnapshot ziemlichen Ärger zu machen scheint, wenn die Freigabe zwar eingebunden, aber der Server nicht erreichbar ist.

Vielleicht habe ich mir die kleine Mühe auch umsonst gemacht und jemand kennt eine bessere Lösung. Ich bin über jeden HInweis dankbar!

Backup Software für Windows: Areca

Als Linux Nutzer wie ich hat meine eine relativ große Auswahl an Backup- und Synchronisationssoftware, ich benutze seit langer Zeit rsnapshot und bin damit sehr zufrieden.

Nun bin ich aber auf der Suche nach einer Backup Software für Windows, die ich mit gutem Gewissen anderen Leuten installieren kann. Natürlich muss es freie Software sein, eine Sicherung sollte auf einer anderen internen / externen Festplatte möglich sein, auf ein Netzlaufwerk oder ein NAS und eventuell sollten auch gerne FTP oder andere Protokolle unterstützt werden.

Was soll überhaupt gesichert werden? Es handelt sich meistens um kleine Datenmengen im Mega- oder Gigabyte Bereich. Der Hauptgrund für das Backup ist schlicht und einfach ein Festplattenausfall. Die Software sollte gerne in deutscher Sprache verfügbar sein und leicht verständlich sein, damit die Benutzer auch selbst ein paar Ordner dem Backup hinzufügen können.

Ich habe mich mal ein wenig umgeschaut, da gibt es z.B. Bacula (AGPL), welches aber wohl ein kleiner Overkill ist, aber sicherlich in größeren Netzwerken mit mehreren Rechnern Sinn machen.

Areca Backup (GPL 2) ist in Java geschrieben und bietet vollständige, incrementelle und differentielle Backups. Auch DirSync Pro (GPL 3) ist in Java geschrieben und sieht ebenfalls vielversprechend aus, es bietet viele Synchronisierungsmöglichkeiten, aber leider nur vollstände und keine inkrementellen Backups.

Wer sich noch mehr Backup Programme anschauen möchte, der wird hier fündig.

Vorerst fällt meine Wahl auf Areca. Zwar such ich eine Software für Windows, da es aber in Java geschrieben ist, sollte es auch auf den meisten anderen Betriebssystemen laufen können.

Nachdem ich also Java und anschließend Areca installiert habe, wollte ich es starten, aber eine Fehlermeldung sprang mir entgegen, die Datei “MSVCR71.DLL” könnte nicht gefunden werden. Eine elegante Lösung geschweige denn eine Erklärng dafür habe ich gerade nicht parat, aber die Datei findet sich im Java Ordner und kann dann in den Areca Ordner kopiert werden. Dann funktioniert es…

Nach dem ersten Start habe ich festgestellt, dass Areca trotz entsprechender Einstellung noch englischsprachig ist. Na ja, kein Drama, aber gelegentlich muss ich dafür noch eine Lösung finden.

Die Konfiguration von Areca ist in diesem Tutorial recht gut erklärt, trotzdem will ich kurz ein paar Punkte erwähnen. Es sind verschiedene Konfigurationen möglich, die in einem Workspace gespeichert werden. Außerdem kann ein Backup in Gruppen unterteilt werden, man kann verschiedenen Ordnern eines Backups also verschiedenen Konfigurationen zuweisen. In meinem Fall reicht es aus, eine Gruppe zu erstellen und einen Test-Ordner zu sichern.

Nachdem ich also meinen Workspace gewählt habe (nach dem ersten Start bereits ein Standard-Pfad) und eine Gruppe erstellt habe, muss man nun ein Target wählen, also ein Ziel für das Backup. Innerhalb der Target-Konfiguration kann man Sources, also Quellen, die gesichert werden sollen, auswählen. Die übrige Konfiguration belasse ich vorerst beim Standard.

Das war’s im Prinzip schon, die Einrichtung eines Backups z.B. der eigenen Dateien auf ein Netzlaufwerk ist in 1-2 Minuten erledigt und das Backup kann über Areca gestartet werden. Viel wichtiger ist aber, dass die Backups automatisch gestartet werden, z.B. einmal am Tag, stündlich oder zusätzlich beim Herunterfahren des Computers. Dazu muss der Windows Taskplaner eingesetzt werden, die Erstellung eines entsprechenden Backup Scripts (.bat Datei) ist dank der Areca Kommandozeile möglich.

Mein Eintrag sieht z.B. so aus:

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areca_cl.exe backup -config "C:\Dokumente und Einstellungen\Finn\.areca\workspace\Test Backup\1030519995.bcfg"

Diese .bat Datei wird dann irgendwo gespeichert und kann beliebig mit dem Windows Task Planer gestartet werden. Da der Task Planer aber bei weitem nicht so mächtig ist wie cron oder andere Dienste, sollte man bei Bedarf einen Blick in die erweiterten Einstellungen des geplanten Tasks werfen. Dort ist die Einstellung eines Wiederholungsintervalls möglich.

Zusätzlich ist es unter Windows Professional Versionen möglich, Skripte beim Starten oder Herunterfahren auszuführen. Dies geht über den Gruppenrichtlinieneditor (Start – Ausführen – gpedit.msc) unter dem Pfad Computerkonfiguration – Windows Einstellungen. Derzeit suche ich noch eine geeignete Lösung für die Home Versionen von Windows, falls jemand eine Lösung parat hat, wäre ich sehr dankbar!

Nun ja, warum das ganze? Ich rate vielen meiner Kunden zu einer Datensicherung, teilweise geht es um private Daten (Dokumente, Bilder usw…) aber teilweise auch um Firmendaten, E-Mail Kontakte, Buchhaltungsdaten und viele andere wichtige Dinge. Da bisher nie ein Interesse bestand, dass ich eine automatische Datensicherung einrichte, habe ich zumindest zu manuellen Datensicherungen geraten, die aber wahrscheinlich nie bis selten durchgeführt werden. Zwei meiner Kunden haben mich nun darum gebeten, in nächster Zeit Backup-Lösungen einzurichten. Ein Kunde braucht eine Datensicherung seines Notebooks auf eine externe Festplatte (manuelles Anschließen der Festplatte ist zwar notwendig, wird aber in Kauf genommen) und ein anderer Kunde braucht eine Datensicherung mehrerer Rechner, hier würde sich ein NAS oder ein ähnliches System anbieten. Am liebsten würde ich ein NAS mit einem RAID1 System empfehlen, da die Lösung allerdings möglichst kostengünstig sein soll, kommt eventuell auch nur eine Festplatten-Dockingstation mit Netzwerkanschluss in Frage.

Richard Stallman

In seiner Kindheit hat man manchmal einen Helden, sei es Superman, He-Man oder der

CC BY-ND 3.0 - Richard Stallman - stallman.org

Feuerwehrmann. Ich bin zwar schon lange kein Kind mehr, habe aber trotzdem so etwas wie einen Helden, nämlich Richard Stallman, dem Gründer des GNU-Projekts und Präsident der Free Software Foundation.

Ohne ihn hätten wir keine GNU/Linux Betriebssysteme, keine freie Software und Unternehmen, die proprietäre Software vertreiben wären wahrscheinlich noch mächtiger, als sie es jetzt schon sind. Ich sehe mir sehr gerne seine Reden an, in denen er zusammengefasst meistens sagt “unfreie Software ist böse!” und “Mobilfunkgeräte sind üble Überwachungsinstrumente” und viele lachen ihn aus oder nehmen ihn nicht ernst. Lustigerweise hat sich etwas später oft herausgestallt, dass er mit den meisten seiner Thesen Recht hatte.

Aber was ist Freie Software überhaupt? Dazu zitiere ich mal die vier wesentlichen Freiheiten:

  • Die Freiheit, das Programm für jeden Zweck auszuführen (Freiheit 0).
  • Die Freiheit, die Funktionsweise des Programms zu untersuchen und eigenen Bedürfnissen der Datenverarbeitung anzupassen (Freiheit 1). Der Zugang zum Quellcode ist dafür Voraussetzung.
  • Die Freiheit, das Programm weiterzuverbreiten und damit seinen Mitmenschen zu helfen (Freiheit 2).
  • Die Freiheit, das Programm zu verbessern und diese Verbesserungen der Öffentlichkeit freizugeben, damit die gesamte Gemeinschaft davon profitiert (Freiheit 3). Der Zugang zum Quellcode ist dafür Voraussetzung.

(Quelle: https://www.gnu.org/philosophy/free-sw.html CC BY-ND 3.0)

Viele behaupten, er sei ein Extremist, der mit aller Gewalt freie Software durchsetzen möchte und in einer utopischen Welt lebt. Von dieser Aussage halte ich nicht viel und mir fällt spontan keine Aussage von ihm ein, der ich nicht zustimmen würde. Früher habe ich nur Windows benutzt und nur unfreie Software, ich wusste nicht, was freie Software ist und dachte sogar, sie sei schlechter. Natürlich gibt es auch freie Software, die nicht sehr ausgereift ist, aber sie ist frei und deshalb hat jeder die Möglichkeit, die Software zu verbessern. Auch wenn man kein Programmierer ist kann man mit freier Software doch besser schlafen, da man sich keine sorgen machen braucht, dass der Rechner heimlich etwas tut, was man nicht möchte.

Inzwischen gab es auch einige Skandale um unfreie Software wie Smartphone-Betriebssysteme oder unfreie Dienste wie z.B. Facebook. Selbst die ganzen kleinen blöden Browser Toolbars sind die reinsten Überwachungsinstrumente. Dann kommen die Leute zu mir und sagen “Boah, wusstest du, dass die dieses und jenes tun? Das ist ja heftig!”. Und ich antworte immer “Ja, war doch klar, oder? Es ist eben keine freie Software. Stallman hatte die ganze Zeit recht!”

Wenn ich dann noch hinzufüge “Und wahrscheinlich machen die sogar dieses und jenes, das kann ja niemand wissen.” dann hat meistens niemand etwas verstanden und ich kriege zu hören “Nee, glaube ich nicht, warum sollten die das tun?”.

Ich bin der gesamten Freien Software Community sehr dankbar, ich habe ein super funktionierendes und freies Betriebssystem, das ich sowohl privat, im Studium und auch bei der Arbeit nutzen kann. Leider habe ich nicht viel Zeit zum Programmieren und nicht viel Geld, aber irgendwie fühle ich mich trotzdem verpflichtet, der Gemeinde etwas zurückzugeben. Das versuche ich mit diesem Blog, manchmal mit Bug-Reports oder einfach indem ich anderen beim Einstieg in die Welt der Freien Software helfe.

Ach ja, falls jemand weiß, ob und wenn ja wo es Poster von Richard Stallman gibt, dann lasst es mich wissen ;-)