VDSL2 Modem für mein IPFire

Eine lange Zeit war ich mich mit meinem alten ADSL Anschluss (Telekom, 16MBit/s, effektiv 12 MBit/s) sehr zufrieden, allerdings werden im nächsten Frühjahr diese alten Verträge durch die Telekom gekündigt, um diese durch VDSL / ALL-IP Anschlüsse zu ersetzen. Der Vorteil eines solchen alten analogen Anschlusses ist meiner Meinung nach der analoge Telefonanschluss, der es mir bei einem mehrstündigen Stromausfall ermöglicht hat, zu telefonieren. Außerdem kann ich mich in den letzten drei Jahren an keinen einzigen Ausfall erinnern (durch externes Monitoring hätte ich einen Ausfall schnell bemerkt). Die mit VDSL möglichen höheren Bandbreiten haben mich aber dazu bewegt, den Anschluss umzustellen.

Als IPFire Nutzer ist das aber nicht unbedingt trivial, denn ich habe lange nach einem einfachen VDSL2 Modem gesucht, damit ich weder Speedport-Router noch Fritzbox oder ein ähnliches super-benutzerfreundliches Gerät nutzen muss. Zwar gibt oder gab es bei einigen Geräten die Möglichkeit des PPPoE Pass-Through (Nutzung des Routers als Modem), aber laut einiger Nutzer wurde diese Funktion durch ein Firmware Update entfernt (wenn ich mich recht erinnere, handelte es sich um Fritzbox Geräte, aber dafür kann ich meine Hand gerade nicht ins Feuer legen). Für mich ist entscheidend, dass der IPFire Router die Einwahl übernimmt, so dass ich nicht ein weiteres NAT durch einen Fremdrouter habe.

Nach einiger Suche bin ich auch verschiedene günstige und teure VDSL2 Modems gestoßen, letztendlich habe ich mich für das ALLNET ALL-BM100VDSL2V entschieden. Dies ist ein 100 MBit/s VDSL2 Modem, welches auch abwärtskompatibel zu ADSL Anschlüssen ist. Zusätzlich besitzt es 4 Gigabit Ethernet Ports und kann auch als Router eingesetzt werden, der reine Modem-Betrieb ist aber ebenfalls problemlos möglich und war bei mir voreingestellt. Wider meines Erwartens brauchte ich keine weiteren Einstellungen vorzunehmen, die VDSL2 und VLAN Konfiguration habe ich nur kontrollierend überflogen.

all-bm100vdsl2v-top

all-bm100vdsl2v-back

In den IPFire Einwahl-Einstellungen brauchte ich ebenfalls nur die Art der Einwahl von PPPoE auf VDSL umstellen. Da meine Zugangsdaten nach dem Vertragswechsel gleich geblieben sind, war die neue Internetverbindung nach wenigen Minuten einsatzbereit.

ipfire_vdsl

Falls es jemanden interessiert, die Weboberfläche des ALLNET Modems biete viele Informationen über den Status der Verbindung und diverse Konfigurationsmöglichkeiten.

allnet_weboberflaeche_1

allnet_weboberflaeche_2

Ich habe das Modem nun zwei Monate im Einsatz und konnte bisher keine Probleme feststellen. Lediglich die Kosten von etwa 180 € hatten mich ein wenig abgeschreckt, wenn man bedenkt, dass man gebrauchte VDSL2 Router wesentlich günstiger bekommen kann oder die gemieteten Speedport Router mittelfristig ebenfalls günstiger sind. Trotzdem bin ich mit meiner Entscheidung zufrieden.

Mehr Glück hatte ich bei meinem Cisco CPA122, einem VoIP Adapter für analoge Telefone, diesen konnte ich gebraucht (Rückläufer, Originalverpackung war ungeöffnet) für 15 € erwerben. Die Einrichtung war zwar nicht so einfach wie die des Modems, aber spakonfig.de hat mir die Einrichtung erleichtert.

8 Gedanken zu „VDSL2 Modem für mein IPFire

  1. Moin moin,
    Sehr interessanter Artikel! Bin bei mir zu Hause auch am überlegen von der Standard Modem/Router Geschichte zu einer mehr modularen Hardware Basis umzubauen!

    Welche Hardware für die IpFire Distro nutzt du denn? Und welchen Shop kannst du empfehlen?

  2. Hallo,

    guter Artikel.
    Das die Fritzbox kein PPPoE-Passthrough können soll, habe ich gerade mit meiner 7490 noch einmal überprüft. Dort kann man es immer noch einstellen. Auch der eingebaute Analogwandler wäre da für dich wohl vo Vorteil gewesen 😀

    MfG
    Mytril

    • Hallo,
      Einfachheit ist nicht mein primäres Ziel und die Behauptung, dass einige Fritzboxen kein Pass-Through mehr können, ist nicht 100%ig. Aktuell finde ich nur ältere Beiträge dazu, dass die Funktion in einer bestimmten Firmware entfernt wurde.

      Beiträge dazu datieren etwa zwischen 2009 und 2013, ich war aber auch mal über etwas aktuelleres gestolpert (https://www.router-faq.de/?id=fb&fb=passthrough sieht auch nach einem älteren Modell / einer älteren Version aus).

      Da ich eh kein großer Freund von Fritzboxen bin (ist nur eine persönliche Neigung), fand ich die Lösung mit dem ALLNET Modem praktikabel.

      • Mir ist noch keine FritzBox untergekommen, die das nicht kann. Selbst bei den Boxen wo man es nicht einstellen kann, geht PassThrough wenn man einfach keinen Internetzugang konfiguriert (auf Werkseinstellungen zurücksetzen und nichts einstellen).

        So habe ich schon an einigen Stellen FritzBoxen als Modems missbraucht. 🙂

  3. Hallo.
    Bis 50MBits kann man auch einen Speedport 300HS oder ein Speedlink 1113 als Modem verwenden. Beide beherrschen kein Vectoring und beim 300HS muss die aktuellste Firmware drauf sein, sonst gibt es keinen Sync. Kosten dafür auch keine 180€.

    Ich habe beispielsweise eine 300HS mit gemoddeter Firmware vor meiner pfsense Firewall und eine Fritzbox für die Telefonie dahinter. Mit der gemoddeter Firmware kann ich über mein Monitoring die aktuellen Leistungswerte auslesen und darstellen.

    MfG

    • Jein, das 300HS habe ich mir auch angesehen, aber die Geschwindigkeit hängt nicht mit dem Anschlusstyp zusammen. Auch wenn ich nur einen 25MBit/s Anschluss habe, kann ich das Modem nicht nutzen, da es ein VDSL2 Anschluss mit Vectoring ist. Für die 50 oder 100 MBit/s wohne ich leider am falschen Ende der Straße.

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