Viele Baumärkte und Blumenläden haben ein immer größer werdendes Angebot an fleischfressenden Pflanzen (Karnivoren), von denen die Venusfliegenfalle (lat.: Dionaea muscipula) vermutlich ihr bekanntester Vertreter ist.
Leider kaufen viele diese Pflanzen ohne genaueres Wissen über die Haltung und Pflege, weshalb die Pflanzen oft nach wenigen Wochen eingehen.
Meine Venusfliegenfalle habe ich nun seit etwas mehr als einem Monat und ich muss zugeben, dass ich zum Kaufzeitpunkt auch nicht allzu viel über diese Pflanze wusste. Natürlich habe ich inzwischen Recherche betrieben und kann vermutlich sagen, dass es der Pflanze bei mir gut geht und ich hoffentlich noch lange Freude an ihr haben werde.
Ich habe hier mal 10 Tipps für euch, von denen ich denke, dass darunter die häufigsten Anfängerfehler sind.
1. Gieße deine Venusfliegenfalle NICHT mit Leitungswasser, dies hat einen zu hohen Kalkgehalt und ist auf Dauer tödlich. Nimm stattdessen Regenwasser oder destilliertes Wasser.
2. Temperaturen von 23 – 27°C sind optimal, Temperaturen von ca. 20 – 30°C sind aber auch möglich. Wenn die Pflanzen es gewohnt sind, vertragen sie auch mal Nachttemperaturen von etwa 15°C.
3. Viel Sonne! Bei 14 Stunden und mehr fühlt sich die Venusfliegenfalle richtig wohl und die Fallen färben sich kräftig rot. Stell die Pflanze am besten in ein Südfenster oder im Sommer evtl. nach draußen. Dann aber nicht sofort in die pralle Mittagssonne stellen, sondern die Pflanze über ein paar Tage hinweg an die Sonne gewöhnen. Im Hochsommer musst du aber aufpassen, dass sie nicht verbrennt oder die Temperatur zu hoch wird.
4. Stelle sie nicht über eine (relativ oft aktive) Heizung. Die trockene Heizungsluft bekommt der Pflanze nicht gut (ist ja schließlich eine Sumpfpflanze). Perfekt wäre eine Luftfeuchtigkeit von 55 – 65 %.
5. Noch einmal zum Thema Wasser: Am besten stellst du den Topf in einen Untersetzer, der ruhig einiges größer sein kann als der Topf selbst. Gieße deine Pflanze dann im Anstauverfahren, also gieße den Untersetzer etwa 1cm mit Wasser voll. Hierbei kann man eigentlich nicht oft genug gießen, achte also darauf, dass immer Wasser im Untersetzer steht.
6. Verwende keine Blumenerde! Nimm stattdessen reinen, ungedüngten Hochmoortorf (Weißtorf) mit evtl. etwas Sand. Es gibt auch spezielle Karnivorenerde zu kaufen, dies sind meist diverse Mischungen. Über das Thema Erde streiten sich viele Karnivorenzüchter, man findet im Internet also eine Menge “Rezepte”. (Dazu später mehr, wenn ich meine Venusfliegenfalle umtopfen werde.)
7. Wenn wir schon beim Thema Erde sind: Verwende keine Dünger! Die Venusfliegenfalle ist es gewohnt, in einem nährstoffarmen Boden zu leben. Dies ist auch der Grund, warum sie Insekten fängt.
8. Füttere deine Pflanze nicht mit toten Fliegen und erst Recht nicht mit Sachen, die keine Insekten sind. Auf dem Speiseplan stehen schließlich nur Insekten. Tote Insekten werden nicht richtig verdaut, weil sie in der Falle nicht mehr zappeln und so keine Reize zum Starten des Verdauungsvorganges gesendet werden können.
9. Spiele nicht an den Fallen herum. Nach etwa 7 Reizen / Schließvorgängen stirbt die Falle ab. Zwar wachsen bei einer gesunden Pflanze immer genügend Blätter und Fallen nach, aber unnötiges Reizen kann die Pflanze schwächen.
10. Die Venusfliegenfalle braucht einen Winterschlaf. Stelle deine Pflanze also ab Anfang / Mitte Oktober an einen etwa 5 – 10 °C kühlen, aber trotzdem hellen Ort. In dieser Zeit brauchst du die Pflanze auch nicht mehr so häufig gießen. Nachdem sie sich “ausgeruht” hat, treibt sie im Frühjahr neu aus.
So das war’s dann erst einmal. Wenn ihr noch fragen habt, könnt ihr mich gerne fragen, Dr. Google oder schaut euch mal auf diesen Seiten um:
Forum der Gesellschaft für fleischfressende Pflanzen
www.drosophyllum.com – Private Homepage über Karnivoren
Forschungs – Blog über die Venusfliegenfalle
Ich hoffe der eine oder andere Tipp war vielleicht hilfreich für euch
mfg
Finn