DIASPORA* Erfahrungen

Vor ungefähr 6 Wochen habe ich über DIASPORA* geschrieben und auch erwähnt, dass ich einen eigenen Pod betreibe. In dieser Zeit habe ich Diaspora mehr oder weniger genutzt, mir das ganze angeschaut und verfolge gespannt die Entwicklung von Diaspora auf GitHub.

Es finden sich schon viele Blogeinträge zu Diaspora, aber ich möchte mal meine eigenen Erfahrungen als Nutzer und Pod Betreiber offenlegen.

Mein Pod auf ilikefreedom.org:

Am Anfang steht man der Installation gegenüber, an der oft kritisiert wird, dass diese viel zu kompliziert ist. Im optimalen Fall wäre ein dezentralen Netzwerk nämlich so aufgebaut, dass es möglichst viele, wenn nicht sogar jeder, seinen eigenen Pod betreiben kann. Davon ist Diaspora allerdings noch weit entfernt.

Die Installation ist im Diaspora Wiki recht brauchbar erklärt, eine One-Click Lösung oder ein Universalscript gibt es allerdings noch nicht. Mit durchschnittlicher Erfahrungen im Serverbereich und ein wenig Geduld und Bereitschaft zum Lesen sollte ein Pod allerdings schnell aufgesetzt sein.

Zwei bis drei Empfehlungen muss ich an dieser Stelle aussprechen:

  • Ich hatte anfangs große Probleme Apache für Diaspora richtig zu konfigurieren, eine sehr gute Beispielkonfiguration für HTTP und HTTPS findet sich hier auf GitHub. Vielen Dank an MrZYX!
  • Manchmal möchte man seinen Pod updaten und/oder neu starten. Hierfür ist ein init.d Script sehr hilfreich, ebenfalls hier auf GitHub. Das Stoppen, also das Killen der Prozesse, hat aber oft nicht geklappt, deshalb habe ich die pkill Zeilen innerhalb von stop () { } mit der Kill Methode von MrZYX ersetzt. (Nur sinnvoll, wenn keine anderen Ruby Anwendungen laufen, da Ruby komplett getötet wird.)
    Mit diesem Script ist es nun ganz einfach, die neuste Diaspora Version von git zu pullen und Diaspora neu zu starten:

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    /etc/init.d/diaspora update

    …und fertig!

  • Ach ja, danke Google! Seitdem Google+ gestartet ist, scheint das Interesse an Diaspora seitens Entwickler und Nutzer wieder gestiegen zu sein!

Ich als Diaspora Nutzer:

Bisher konnte ich nur wenige Freunde überzeugen, sich Diaspora einmal anzuschauen. Wirklich nutzen tun es aus meinem Bekanntenkreis auch nur wenige, ich habe aber ein paar andere Diaspora-Begeisterte und Bekanntschaften aus dem Internet in meinen Aspekten.

Die Aspekte sind das, wohin man seine Kontakte hinzufügt, eine Einteilung in Gruppen also in etwa. Eine Person kann aber auch in mehreren Aspekten sein. Diese Idee hat Google übernommen, eine Gruppeneinteilung ist bei Facebook zwar auch möglich, aber nicht so vordergründig wie bei Diaspora und Google+.

Die Benutzbarkeit und Optik haben sich in letzter Zeit sehr zum positiven verändert. Die Aspekte befinden sich nicht mehr wie vorher in der oberen horizontalen Leiste, sondern nun links und vertikal. Ansonsten ist sind rechts ein paar der Kontakte (hier verfremdet bzw. anonymisiert) und in der Mitte der Stream zu sehen, nichts ungewöhnliches für ein soziales Netzwerk. Man kann seine Nachrichten entweder für alle Internetnutzer öffentlich oder an einen, einige oder alle seiner Aspekte schicken. Private Nachrichten sind natürlich auch möglich.

Das Verbinden mit Facebook oder Twitter habe ich bisher nicht ausprobiert, da ich diese Dienste nicht nutze, aber man kann damit eh nur Nachrichten per Diaspora auf Facebook/Twitter veröffentlichen. Um Antworten zu sehen, muss man dann aber bei Facebook/Twitter vorbeischauen, wenn ich das richtig verstanden habe.

Beim absetzen einer Nachricht ist es ebenfalls möglich, Bild-, Audio- oder Videomaterial direkt mit einzubinden. Bei Bildern ist es ebenfalls möglich, seinen Diaspora Account mit seinem cubbi.es (eine Art Bildersammeldienst) Account zu verbinden.

DIASPORA* – Das soziale Netzwerk der Zukunft?

Meiner Meinung nach ist Diaspora technisch gesehen in vielerlei Hinsicht überlegen, allerdings droht Diaspora ein Nerd-Ding zu bleiben. Google+ hat allerdings gezeigt, dass auch hart gesottene Facebook-Nutzer zum Wechsel bewegt werden können. Allerdings ist das auch kein Wunder, denn wenn Google auch nur einen Pups von sich gibt, ist das gleich überall in den Medien.

Da mit Diaspora keine kommerziellen Interessen angestrebt werden, gibt es auch keine richtig großen PR-Maßnahmen. Es existiert zwar ein Blog auf joindiaspora.com, aber die Entwickler konzentrieren sich mehr auf das Programmieren anstatt auf PR. An sich ist das ja auch nicht verkehrt, allerdings muss man dann wohl persönlich nachhelfen und anderen von Diaspora erzählen.

Meine Diaspora ID ist übrigens finn10111 [at] ilikefreedom [dot] org, falls jemand mich zu seinen Aspekten hinzufügen möchte ;-)

mfg
Finn

Pino – schlanker Identi.ca Client

Seit vergleichsweise kurzer Zeit bin ich bei Identi.ca angemeldet. Bisweilen habe ich dafür den Standard Client Gwibber unter Ubuntu verwendet. Sehr aktiv bzw. expressionistisch bin ich zwar nicht, aber ich bin recht angetan. Allerdings ist mir bei Gwibber aufgefallen, dass mit steigender Nachrichtenanzahl auch der Arbeitsspeicher-Verbrauch stark ansteigt, teilweise bis zu hunderte Megabyte.

Als brauchbare alternative habe ich jetzt Pino für mich entdeckt, ein kleiner und schlanker Client für Twitter und Identi.ca, welcher mit vergleichsweise wenig Ressourcen auskommt.

Für die Installation muss man (natürlich auf eigene Gefahr) zwei Paketquellen einbinden, einmal für Pino selbst und für eine Abhängigkeit:

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sudo add-apt-repository ppa:vala-team/ppa
sudo add-apt-repository ppa:troorl/pino
sudo apt-get update
sudo apt-get install pino

Viel Spaß damit!

ppa:vala-team/ppa

Identi.ca

Tja, inspiriert von Stefan bin ich neuerdings auch bei Identi.ca angemeldet. Bei Twitter, Facebook oder sonstigen sozialen Netzwerken bin ich nicht angemeldet, da mir weder diese Gruppenzwangideologie noch die Geschäftsbedingungen gefallen.

Ich blogge in letzter Zeit quasi gar nicht, verbringe aber trotzdem täglich viel Zeit mit dem Lesen von Feeds oder sonstigen Dingen Dingen, also Lesend bin ich sehr aktiv. Da kommt mir Identi.ca genau richtig, gerade was den Open Source bereich angeht, finden sich dort viele interessante Personen.

Vermutlich kann ich da auch gut kleinere Gedanken abladen, die ich hier normalerweise nicht hinschreiben würde. Auch wenn einige Blogs als veraltet ansehen, lässt sich leider / glücklicherweise nicht alles in 140 Zeichen unterbringen ;-)