Detektorempfänger

Vielleicht kennt manch einer noch diese Kosmos Radio Baukästen, mit denen man mehr oder weniger gut funktionierende “Radios” bauen konnte. Diese Radios waren meist einfache Detektorempfänger, die ohne zusätzliche Stromversorgung auskommen.
Zwar ist so ein Detektorempfänger noch lange nicht vergleichbar mit einem Radio, aber das Prinzip ist das selbe.
Man braucht eine Antenne und eine Erdung und dazwischen einen Schwinkreis, bestehend aus einer Spule und einem Kondensator. Die Diode zur Gleichrichtung des Signals wurde bei einigen Eigenbaudetektoren durch eine rostige Rasierklinge oder einem angelaufenem Geldstück ersetzt. Der Detektorempfänger ist also das perfekte MacGyver-Radio!

Also wollte ich mir auch einen Detektorempfänger zusammenstecken:

Die Spule stammt aus einem Kosmos Radio Kasten, der Drehkondensator aus einem alten Radio aus den 70er Jahren und als Diode verwende ich eine Si-Diode. Die Erdung ist an einer blanken Stelle am Heizkörper befestigt und die Antenne ist ein etwa 4m langer Draht, der in meinem Zimmer aufgespannt ist. Der Kopfhörer muss ein sehr hochohmiger sein, ich habe den Kristalldetektor aus dem Kosmos Radio Kasten verwendet.

Und es funktioniert tatsächlich! Ich bekomme tagsüber immerhin einen Sender rein und nachts sogar 5-6 Sender. Zwar lassen sich so nur ein paar Sender sehr leise und in mittelmäßiger Qualität hören, aber auch bessere Empfänger mit Verstärkern basieren auf diesem Prinzip.

Bestem Empfang habe ich bei dem Sender, den ich sowohl tagsüber als auch nachts empfangen kann. An dieser Stelle habe ich mal die Kapazität des Drehkondensators gemessen, sie beträgt dort C = 250 pF. Die Spule hat eine Induktivität von L = 160 µH. Setzt man diese Werte in die Thomsonsche Schwingungsgleichung ein, erhält man für den Schwingkreis eine Frequenz von 795,7 kHz.

Nach ein paar Minuten Zuhören habe ich dann bemerkt, dass es sich um den Sender NDR Info handelt.

NDR Info sendet aber aus dem 15 km entfernten Flensburg auf einer Frequenz von 702 kHz, aber immerhin lag ich nah dran mit der theoretischen Berechnung und es handelt sich bei meinem Aufbau bei weitem nicht um ideale Bauteile.
Aber vielleicht handelt es sich auch um den NDR Info Sender aus Lingen, dieser sendet auf 792 kHz. Ich werde erst einmal einen größeren Drehkondensator einbauen müssen, um noch niedrigere Frequenzen empfangen zu können, vielleicht empfange ich ja doch den über 300 km entfernten Sender aus Lingen.

Viel Spaß beim Nachbauen ;-)