Projekt Heimserver – Teil 1

Einige erinnern sich vielleicht an meinen alten Heimserver im Schrank, dieser war zwar nur ein Windows Server, dessen Hardware ich aufgrund von Defekten oft austauschen musste, aber er hat mir gute Dienste geleistet. Bisher war es ein Low Budget Projekt und defekte Hardware habe ich einfach mit anderer herumliegender Hardware ausgetauscht.

Nachdem mir nun aber die Festplatte kaputt gegangen ist, wird die Hardware knapp. Darum muss mal ein neuer Server her, der aber gleichzeitig eine Art Multimedia-PC bzw. HTPC ist. Auf moutfisch.de wird sich gerade auch so ein Multimedia-PC zusammengebaut.
Ich wollte aber von Anfang an nicht irgendeinen passiv gekühlten Rechner, sondern etwas mit ordentlich Bumms haben! Darum war der alte Server in einem Schrank mit Lüftern, die Geräuschkulisse ist gering und stört eigentlich kaum, der Fernseher befindet sich in der anderen Ecke des Zimmers.

So, was muss dieser Server für mich leisten?

  • Ubuntu als Betriebssystem!
  • 2 schnelle SATA II Festplatten im RAID 1 für höhere Datensicherheit
  • FTP und Samba Server
  • Unison Server für Backups u. Synchronisation von Notebook und Desktop-PC
  • LAMP Server (Linux Apache MySQL PHP)
  • Anschluss an mind. 24″ Monitor, um MythTV um Filme und Fernsehen via DVB-S(2) zu schauen
  • OpenSSH Server

Wenn ich mir nicht in den Kopf gesetzt hätte, ausschließlich über den Rechner Fernsehen zu gucken (alter Röhrenfernseher kommt weg, LCD-TV mag ich nicht, darum großer Monitor), würde auch eine etwas einfachere bzw. sparsamere Hardware reichen, aber da ja auch alles auf einmal funktionieren soll, muss es wohl ein AMD Phenom II X4 965 “Black Edition” sein. Gute Kühlung und Overclocking sind auch geplant, falls die 3,4 GHz nicht reichen sollten.

Mit 125 W TDP ist der Phenom II relativ stromhungrig, aber wahrscheinlich werde ich diesen Server nicht 24/7 laufen lassen, je nachdem was er mit Cool ‘n’ Quiet im Durchschnitt verbraucht. Ansonsten werde ich ihn per BIOS einmal täglich hochfahren lassen, damit zumindest Backups vom Notebook und Rechner gemacht werden. Ein paar Wake On Lan Scripts werden den Rest erledigen…
SSD Festplatten sind leider aufgrund meines Budgets nicht möglich, aber die 500 GB WD “Black Series” Festplatten, mit denen ich liebäugel, sind auch nicht gerade langsam und sollten ein flottes hochfahren ermöglichen.

Die Hardware werde ich vermutlich innerhalb der nächsten Woche bestellen, aber ich hoffe das in 2 Wochen dann alles läuft. Spätestens bis Ende November muss alles laufen, da bis dahin der Kabelanschluss gekündigt und die Satellitenschüssel aufgestellt ist und ich keinen normalen SAT-Receiver habe ;-)

TV-Out mit Nvidia-Karte nur schwarz weiß

Versteckt in einem kleinen Schränkchen habe ich einen Home Theater PC oder so etwas wie einen Server stehen. Eigentlich ist es nur eine alte Kiste mit einer GeForce FX 5200, die einen S-Video (4 polig) Ausgang besitzt. Zwar ist eine S-VHS / Scart Verbindung in der Zeit von HDMI & Co. etwas veraltet, aber zum Filme schauen reicht mir meine Röhre.

Ein relativ häufiges Problem bei der Verbindung des PCs mit dem Fernseher ist, dass der Bildschirm des Rechners nur in schwarz weiß auf dem Fernseher ankommt. Weil beim S-Video Signal Helligkeit und Farbe (Luminanz und Chrominanz) getrennt übertragen werden und ein nicht S-VHS tauglicher Fernseher aber nur mit einem Signal etwas anfangen kann, müssen Luminanz und Chrominanz gemischt werden.

Bisher habe ich dieses Problem gelöst, indem ich in der Nvidia Systemsteuerung das Signalformat vom voreingestellten (eigentlich ja auch korrekten) S-Video auf Composite (dt. auch FBAS genannt, koaxial, gemischtes Signal) umgestellt habe. Dann sollte die Grafikkarte ein gemischtes Signal ausgeben, welches der Fernseher als Farbbild wiedergeben kann.

Inzwischen hatte ich auf dem Rechner kurzzeitig Xubuntu, welches nach einer kleinen Änderung der Xorg.conf auch farbig auf dem Fernsher zu sehen war. Im Prinzip bewirkt diese Änderung (für zukünftige Probleme sollte ich noch einmal nachschauen, welche Änderung das war) das gleiche, der Grafikkarte wird gesagt, dass sie das Signal gemischt ausgeben soll.

Kürzlich ist mir aber leider das Mainboard durchgebrannt und da ich im Moment kaum Zeit habe, musste ich leider bei der Neuinstallation zu Windows greifen. Seltsamerweise macht die Nvidia Systemsteuerung jetzt was sie will. Wenn ich versuche, das Signalformat auf FBAS zu ändern, flackert der Fernseher kurz und das Nvidia Programm setzt die Einstellung gegen meinen Willen wieder auf S-Video zurück.
Weil ein S-Videostecker und kein Koaxialstecker eingesteckt ist, lässt Nvidia diese Einstellung nicht zu. Seltsamerweise hatte es vor ein paar Wochen noch funktioniert.

Bevor ich mir irgendwelche überteuerten Adapter kaufe, werde ich mal den Scart Stecker auseinanderschrauben und schauen, ob sich so vielleicht etwas erreichen lässt. Mehr als kaputtbasteln geht ja nicht ;-)

mfg
Finn

PC Schrank Umbau Teil 2

Endlich ist es geschafft! Nachdem ich etwa über eine Woche Kabel verlegt, gelötet und geschraubt habe, läuft jetzt in meinem Schrank wieder alles bestens. Kein (sichtbarer) Kabelsalat mehr, drei Netzteile vom Router und Co. sind rausgeflogen und die Geräte habe ich mit an das PC-Netzteil gehängt und die Lüftersteuerung funktioniert.
Einige verwundert es, dass ich einen Computer im Schrank habe, aber im Prinzip ist dieser Computer nichts anderes als ein sogenannter Home Theater PC (HTPC). Es lebe die Faulheit und die Gemütlichkeit! ;-)

So schaut es im Moment in meinem Schrank aus, sieht zwar noch sehr durcheinander aus, aber ein Großteil der Kabel ist tatsächlich nicht mehr sichtbar.

In dem Schrank befinden sich auch gleichzeitig alle Geräte für Telefonie und DSL, die ebenfalls Wärme abgeben. Aus diesem Grund müssen die beiden Gehäuse- bzw. Schranklüfter auch laufen, wenn der PC aus ist. Es reicht aber, wenn die Lüfter mit niedriger Drehzahl bei z.B. 7,5 V laufen. Wird der PC eingeschaltet, sollen die Lüfter mit voller Geschwindigkeit bei 12 V laufen.

Um dieses Problem zu lösen, habe ich mit Qucs einen Schaltplan entworfen und simuliert.

Im Prinzip ist das ganze sehr simpel: Die Spannungsquelle V2 ist eine dauerhaft anliegende Spannung von dem PC-Netzteil im Schrank. V1 stellt die Spannungsquelle des im PC verbauten Netzteiles dar, ich habe einfach eine 12 V Leitung aus dem PC herausgeführt. Pr1 ist lediglich ein Amperemeter und nur für die gleich folgende Simulation wichtig. Der Widerstand R2 mit 60 Ohm stellt stellvertretend für die beiden Lüfter.
Ist der PC ausgeschaltet, liegt an der Basis des Transistors keine Spannung an, er sperrt also. Der Strom von V2 kann aber durch den Widerstand R3 (47 Ohm) fließen. Durch die Lüfter fließt dann nicht der volle Strom, sie drehen sich also nur langsam.
Wird nun der PC eingeschaltet, liegt an der Basis genügend Spannung an, so dass der Transistor leitend wird. Der Strom der Lüfter muss jetzt nicht mehr durch den Widerstand R3 fließen, sondern kann durch den Transistor fließen, der im leitenden Zustand einen niedrigohmigen Widerstand darstellt.

In der Simulation sieht das ganze so aus:

Auf der X-Achse ist die Spannung des PCs dargestellt. Die Y-Achse stellt die Spannung an der Basis (blau) bzw den Strom durch den Lüfter (rot) dar. Ist der PC ausgeschaltet, liegt keine Spannung an der Basis an und durch die Lüfter fließen nur etwas mehr als 0,1 A. Wird der PC eingeschaltet, liegen an V1 12 V an. Durch den Vorwiderstand der Basis liegt an der Basis etwa 0,9 V an, der Transistor ist leitend und durch die Lüfter können etwa die vollen 0,2 A fließen.

Sieht alles sehr einfach aus, aber ich hatte leider keine passenden Transistoren und Widerstände zur verfügung, die solch hohe Ströme bzw. Leistungen (bis 2,4 W) verkraften, darum habe ich ein paar parallel geschaltet.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum ich den PC und die Telefon und DSL Geräte nicht einfach außerhalb des Schrankes hinstelle, weil ich dann den ganzen Aufwand und die Platzprobleme nicht hätte.
Zum einen habe ich dafür keinen Platz mehr im Zimmer und zum anderen reduziert der Schrank die Geräusche des Computers.

Aber der wahre Grund ist: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? :-)

mfg
Finn

PC Schrank Umbau Teil 1

“Never touch a running system!”
Diesen Spruch hätte ich mir am Sonntag Abend lieber zu Herzen nehmen sollen. Eigentlich wollte ich nur ein Stromkabel durch ein längeres Kabel ersetzen, damit ich es zusammen mit den anderen Kabeln zwischen meinem PC Schrank und der Fernseher Ecke (dort ist die nächste nutzbare Steckdose) etwas besser an der Wand entlang verlegen kann, damit ich nicht ständig mit meinem Bürostuhl rüberrolle.

Jedenfalls muss ich beim Ersetzen des Kabels irgendwo zu kräftig gezogen haben, denn mein WLAN war plötzlich tot. Bei der Fehlersuche habe ich dann irgendwie gleich alles auseinandergeüflückt…

In dem alten Schrank befinden sich neben dem PC noch die Telefonleitung und -dose, Splitter, T-Net Box, 2 Router, Modem, Endstufe und ein zusätzliches PC-Netzteil u.a. für die Lüfter, Beleuchtung und die Endstufe.
Aus dem Schrank heraus laufen zwei Netzwerkkabel (1,5 m für Switch am Schreibtisch und 10 m für Switch in anderer Zimmerecke), ein S-VHS und ein Klinke Kabel (je 10 m zum Fernseher), ungefähr 10 m USB Kabel mit einem Hub nach 5 m und einem am Ende, noch 2 demnächst aber 4 Lautsprecherkabel, 4 Kabel für Schaltpult für Endstufe und Beleuchtung (noch nicht ganz fertig), Kabel fürs Telefon und jede Menge Kleinkram, der mir gerade nicht einfällt.

Was das ganze soll? Ich kann damit jede Menge unnötigen Mist machen, ohne dass ich aus dem Bett heraus muss ;-)
Die ganze Technik in dem Schrank produziert natürlich viel Wärme. Zwei 120 mm Lüfter sorgen zwar für eine gute Durchlüftung, aber wenn der PC nicht läuft, ist es nicht nötig, dass sie mit voller Geschwindigkeit laufen. Ausgeschaltet dürfen sie aber auch keinesfalls sein, darum muss ich sie über ein einzelnes PC-Netzteil betreiben. Darum habe ich mir eine kleine Lüftersteuerung zusammengelötet:

Eigentlich besteht die Steuerung nur aus einem NPN Transistor und einem Widerstand. Ist der PC ausgeschaltet, laufen die Lüfter über das einzelne Netzteil recht langsam, da sie durch den Widerstand auf nur etwa 7,5 V laufen. Wird der PC eingeschaltet, liegen zusätzlich 12 V an der Basis des Transistors an, wodurch er leitend wird. Emitter und Kollektor sind parallel zum Widerstand geschaltet, der Lüfter läuft dann mit vollen 12 V.
Der eine oder andere Widerstand vor dem Transistor hätte wahrscheinlich auch nicht geschadet, aber immerhin bin ich zu so später Zeit noch dazu gekommen, eine Diode vor die Basis zu schalten… sonst laufen nämlich im ausgeschalteten PC die Gehäuselüfter :-)

Tja, jetzt fehlen mir noch etwa 20-30 m Kabel bzw. Zwillingslitze, ein paar Kippschalter, ein Potentiometer und dann sollte ich vorerst fertig und mein Zimmer PC-gesteuert sein. Dann gibt es auch mal ein Bild vom fertigen Schrank.

Ach ja, mein WLAN funktioniert jetzt wenigstens hin und wieder…

mfg
Finn

Lüfter im Schrank?

Nachdem ich vor kurzem etwas über eine Lüfter-Tür gebloggt habe, möchte ich das Lüfter-Thema nun gerne mit einem persönlichen Beitrag ergänzen.
Ich habe in meinem Zimmer einen Schrank stehen, der unten ein Fach hat, wofür ich eigentlich keine Verwendung hatte. Nachdem ich gemerkt habe, dass dort zwei Desktopgehäuse übereinander hineinpassen, habe ich mir aus alter Hardware zwei Computer zusammengebaut.
Die Verkabelung und Hardware für den Telefon / DSL Anschluss habe ich ebenfalls in den Schrank verlegt (oder eher gestopft). Natürlich sind beide Rechner am Netzwerk angeschlossen, deshalb brauche ich weder Tastatur noch Monitor. Mit einer Remotedesktopverbindung oder z.B. einem VNC Server kann ich beide „Server“ vollständig administrieren.
Da die zwei Rechner und der diverse Kleinkram eine Menge Wärme abgeben, müssen natürlich Lüfter in den Schrank. Ich habe zwei ziemlich leise aber leistungsstarke 120mm Xilence Lüfter verbaut.

Der Lüfter auf der linken Seite saugt die kalte Zimmerluft an. Die Server stehen um 90° gedreht mit der Rückseite nach links im Schrank. Zwei 60mm Gehäuselüfter in jedem Rechner saugen dann die „frische“ Luft an, die dann deutlich erwärmt auf der Frontseite (im Schrank rechts) ausgeblasen wird. Der Lüfter auf der rechten Seite transportiert die Luft dann aus dem Schrank raus. Somit habe ich eine gute Luftzirkulation und die Rechner werden kaum heisser als im „Normalbetrieb“.

Leider sind auf dem Bild oben die Server nicht zu sehen (na ja, sind eh nur zwei schwarze Kästen), weil ich sie gerade repariere. Der erste Server hatte ein defektes Mainboard, inzwischen ist dies aber ausgetauscht und nun sitzt ein MSI KT4A-V (alt, aber gut. CPU: AMD Athlon XP 2400+ / 512MB RAM) in dem guten Teil.

Im Moment sieht das ganze noch sehr wüst aus, also bitte nicht meckern :-)
Der erste Server ist eine Art Home Theater PC, der an meinem Fernseher angeschlossen ist. So kann auch ich, der keinen DVD Player besitzt, mal ein paar DVDs schauen. Den zweiten Server nutze ich ausschließlich als Drucker- und Backupserver. So kann ich mit meinem Notebook drucken, ohne den Drucker am Notebook anschließen zu müssen, also auch über WLAN. Ihr dachtet doch nicht, dass ich Geld für WLAN Drucker oder so etwas ausgebe ;-)

Ich hoffe die Server laufen bald wieder, denn als nächstes will ich die Kabel im Schrank etwas sauberer verlegen und dabei vielleicht auch gleich den Schrank verdämmen. Wenn es soweit ist, erfahrt ihr es natürlich hier.

mfg
Finn