Endlich ist es geschafft! Nachdem ich etwa über eine Woche Kabel verlegt, gelötet und geschraubt habe, läuft jetzt in meinem Schrank wieder alles bestens. Kein (sichtbarer) Kabelsalat mehr, drei Netzteile vom Router und Co. sind rausgeflogen und die Geräte habe ich mit an das PC-Netzteil gehängt und die Lüftersteuerung funktioniert.
Einige verwundert es, dass ich einen Computer im Schrank habe, aber im Prinzip ist dieser Computer nichts anderes als ein sogenannter Home Theater PC (HTPC). Es lebe die Faulheit und die Gemütlichkeit!
So schaut es im Moment in meinem Schrank aus, sieht zwar noch sehr durcheinander aus, aber ein Großteil der Kabel ist tatsächlich nicht mehr sichtbar.
In dem Schrank befinden sich auch gleichzeitig alle Geräte für Telefonie und DSL, die ebenfalls Wärme abgeben. Aus diesem Grund müssen die beiden Gehäuse- bzw. Schranklüfter auch laufen, wenn der PC aus ist. Es reicht aber, wenn die Lüfter mit niedriger Drehzahl bei z.B. 7,5 V laufen. Wird der PC eingeschaltet, sollen die Lüfter mit voller Geschwindigkeit bei 12 V laufen.
Um dieses Problem zu lösen, habe ich mit Qucs einen Schaltplan entworfen und simuliert.

Im Prinzip ist das ganze sehr simpel: Die Spannungsquelle V2 ist eine dauerhaft anliegende Spannung von dem PC-Netzteil im Schrank. V1 stellt die Spannungsquelle des im PC verbauten Netzteiles dar, ich habe einfach eine 12 V Leitung aus dem PC herausgeführt. Pr1 ist lediglich ein Amperemeter und nur für die gleich folgende Simulation wichtig. Der Widerstand R2 mit 60 Ohm stellt stellvertretend für die beiden Lüfter.
Ist der PC ausgeschaltet, liegt an der Basis des Transistors keine Spannung an, er sperrt also. Der Strom von V2 kann aber durch den Widerstand R3 (47 Ohm) fließen. Durch die Lüfter fließt dann nicht der volle Strom, sie drehen sich also nur langsam.
Wird nun der PC eingeschaltet, liegt an der Basis genügend Spannung an, so dass der Transistor leitend wird. Der Strom der Lüfter muss jetzt nicht mehr durch den Widerstand R3 fließen, sondern kann durch den Transistor fließen, der im leitenden Zustand einen niedrigohmigen Widerstand darstellt.
In der Simulation sieht das ganze so aus:
Auf der X-Achse ist die Spannung des PCs dargestellt. Die Y-Achse stellt die Spannung an der Basis (blau) bzw den Strom durch den Lüfter (rot) dar. Ist der PC ausgeschaltet, liegt keine Spannung an der Basis an und durch die Lüfter fließen nur etwas mehr als 0,1 A. Wird der PC eingeschaltet, liegen an V1 12 V an. Durch den Vorwiderstand der Basis liegt an der Basis etwa 0,9 V an, der Transistor ist leitend und durch die Lüfter können etwa die vollen 0,2 A fließen.
Sieht alles sehr einfach aus, aber ich hatte leider keine passenden Transistoren und Widerstände zur verfügung, die solch hohe Ströme bzw. Leistungen (bis 2,4 W) verkraften, darum habe ich ein paar parallel geschaltet.
Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum ich den PC und die Telefon und DSL Geräte nicht einfach außerhalb des Schrankes hinstelle, weil ich dann den ganzen Aufwand und die Platzprobleme nicht hätte.
Zum einen habe ich dafür keinen Platz mehr im Zimmer und zum anderen reduziert der Schrank die Geräusche des Computers.
Aber der wahre Grund ist: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?
mfg
Finn