Praktische Verwendung für PC Lüfter

Leider blogge ich nicht mehr viel, aber das hier wollte ich euch dann doch nicht vorenthalten. Gerade in Zimmern unterm Dachgeschoss wird es im Sommer doch recht warm, bei mir sind es manchmal über 30°C, was nicht sehr angenehm ist. Oft ist es dazu auch noch windstill, so dass es selbst über Nacht nicht wirklich abkühlt. Bisherige Versuche mit einem Ventilator und sogar einem Peltier-Element haben leider keine Verbesserung gebracht.

Darum habe ich mir neulich zehn 120 mm Lüfter (Scythe Ultra Kaze 3000) mit einem Luftdurchsatz von je ca. 224 m³/h bestellt. Diese Lüfter sind zwar nicht gerade leise, aber dafür ziemlich leistungsstark. Mit 0.6A bei 12V (also 7,2W) sollte man das ja auch erwarten können. Zehn dieser Lüfter sollten dann ja theoretisch ca. 2240 m³/h Luft befördern können. Praktisch wird das wohl nicht ganz stimmen, aber um die warme Luft aus einem Zimmer abzusaugen sind sie perfekt!

Sieht zwar sehr chaotisch aus, funktioniert aber perfekt, schon nach ein paar Minuten ist die Raumtemperatur deutlich gesunken. Die Lüfter blasen die warme Raumluft nach draußen, so dass kältere Luft aus anderen Räumen hineinströmen kann. Ist wo anders ein Fenster geöffnet, kann man auch bei Windstille wunderbar innerhalb von nur 5 Minuten wunderbar durchlüften.

Tja, PC Lüfter sind schon eine feine Sache ;-)

mfg
Finn

PS: Na, wer findet das Tier auf dem Bild?

PC Schrank Umbau Teil 2

Endlich ist es geschafft! Nachdem ich etwa über eine Woche Kabel verlegt, gelötet und geschraubt habe, läuft jetzt in meinem Schrank wieder alles bestens. Kein (sichtbarer) Kabelsalat mehr, drei Netzteile vom Router und Co. sind rausgeflogen und die Geräte habe ich mit an das PC-Netzteil gehängt und die Lüftersteuerung funktioniert.
Einige verwundert es, dass ich einen Computer im Schrank habe, aber im Prinzip ist dieser Computer nichts anderes als ein sogenannter Home Theater PC (HTPC). Es lebe die Faulheit und die Gemütlichkeit! ;-)

So schaut es im Moment in meinem Schrank aus, sieht zwar noch sehr durcheinander aus, aber ein Großteil der Kabel ist tatsächlich nicht mehr sichtbar.

In dem Schrank befinden sich auch gleichzeitig alle Geräte für Telefonie und DSL, die ebenfalls Wärme abgeben. Aus diesem Grund müssen die beiden Gehäuse- bzw. Schranklüfter auch laufen, wenn der PC aus ist. Es reicht aber, wenn die Lüfter mit niedriger Drehzahl bei z.B. 7,5 V laufen. Wird der PC eingeschaltet, sollen die Lüfter mit voller Geschwindigkeit bei 12 V laufen.

Um dieses Problem zu lösen, habe ich mit Qucs einen Schaltplan entworfen und simuliert.

Im Prinzip ist das ganze sehr simpel: Die Spannungsquelle V2 ist eine dauerhaft anliegende Spannung von dem PC-Netzteil im Schrank. V1 stellt die Spannungsquelle des im PC verbauten Netzteiles dar, ich habe einfach eine 12 V Leitung aus dem PC herausgeführt. Pr1 ist lediglich ein Amperemeter und nur für die gleich folgende Simulation wichtig. Der Widerstand R2 mit 60 Ohm stellt stellvertretend für die beiden Lüfter.
Ist der PC ausgeschaltet, liegt an der Basis des Transistors keine Spannung an, er sperrt also. Der Strom von V2 kann aber durch den Widerstand R3 (47 Ohm) fließen. Durch die Lüfter fließt dann nicht der volle Strom, sie drehen sich also nur langsam.
Wird nun der PC eingeschaltet, liegt an der Basis genügend Spannung an, so dass der Transistor leitend wird. Der Strom der Lüfter muss jetzt nicht mehr durch den Widerstand R3 fließen, sondern kann durch den Transistor fließen, der im leitenden Zustand einen niedrigohmigen Widerstand darstellt.

In der Simulation sieht das ganze so aus:

Auf der X-Achse ist die Spannung des PCs dargestellt. Die Y-Achse stellt die Spannung an der Basis (blau) bzw den Strom durch den Lüfter (rot) dar. Ist der PC ausgeschaltet, liegt keine Spannung an der Basis an und durch die Lüfter fließen nur etwas mehr als 0,1 A. Wird der PC eingeschaltet, liegen an V1 12 V an. Durch den Vorwiderstand der Basis liegt an der Basis etwa 0,9 V an, der Transistor ist leitend und durch die Lüfter können etwa die vollen 0,2 A fließen.

Sieht alles sehr einfach aus, aber ich hatte leider keine passenden Transistoren und Widerstände zur verfügung, die solch hohe Ströme bzw. Leistungen (bis 2,4 W) verkraften, darum habe ich ein paar parallel geschaltet.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum ich den PC und die Telefon und DSL Geräte nicht einfach außerhalb des Schrankes hinstelle, weil ich dann den ganzen Aufwand und die Platzprobleme nicht hätte.
Zum einen habe ich dafür keinen Platz mehr im Zimmer und zum anderen reduziert der Schrank die Geräusche des Computers.

Aber der wahre Grund ist: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? :-)

mfg
Finn

PC Schrank Umbau Teil 1

“Never touch a running system!”
Diesen Spruch hätte ich mir am Sonntag Abend lieber zu Herzen nehmen sollen. Eigentlich wollte ich nur ein Stromkabel durch ein längeres Kabel ersetzen, damit ich es zusammen mit den anderen Kabeln zwischen meinem PC Schrank und der Fernseher Ecke (dort ist die nächste nutzbare Steckdose) etwas besser an der Wand entlang verlegen kann, damit ich nicht ständig mit meinem Bürostuhl rüberrolle.

Jedenfalls muss ich beim Ersetzen des Kabels irgendwo zu kräftig gezogen haben, denn mein WLAN war plötzlich tot. Bei der Fehlersuche habe ich dann irgendwie gleich alles auseinandergeüflückt…

In dem alten Schrank befinden sich neben dem PC noch die Telefonleitung und -dose, Splitter, T-Net Box, 2 Router, Modem, Endstufe und ein zusätzliches PC-Netzteil u.a. für die Lüfter, Beleuchtung und die Endstufe.
Aus dem Schrank heraus laufen zwei Netzwerkkabel (1,5 m für Switch am Schreibtisch und 10 m für Switch in anderer Zimmerecke), ein S-VHS und ein Klinke Kabel (je 10 m zum Fernseher), ungefähr 10 m USB Kabel mit einem Hub nach 5 m und einem am Ende, noch 2 demnächst aber 4 Lautsprecherkabel, 4 Kabel für Schaltpult für Endstufe und Beleuchtung (noch nicht ganz fertig), Kabel fürs Telefon und jede Menge Kleinkram, der mir gerade nicht einfällt.

Was das ganze soll? Ich kann damit jede Menge unnötigen Mist machen, ohne dass ich aus dem Bett heraus muss ;-)
Die ganze Technik in dem Schrank produziert natürlich viel Wärme. Zwei 120 mm Lüfter sorgen zwar für eine gute Durchlüftung, aber wenn der PC nicht läuft, ist es nicht nötig, dass sie mit voller Geschwindigkeit laufen. Ausgeschaltet dürfen sie aber auch keinesfalls sein, darum muss ich sie über ein einzelnes PC-Netzteil betreiben. Darum habe ich mir eine kleine Lüftersteuerung zusammengelötet:

Eigentlich besteht die Steuerung nur aus einem NPN Transistor und einem Widerstand. Ist der PC ausgeschaltet, laufen die Lüfter über das einzelne Netzteil recht langsam, da sie durch den Widerstand auf nur etwa 7,5 V laufen. Wird der PC eingeschaltet, liegen zusätzlich 12 V an der Basis des Transistors an, wodurch er leitend wird. Emitter und Kollektor sind parallel zum Widerstand geschaltet, der Lüfter läuft dann mit vollen 12 V.
Der eine oder andere Widerstand vor dem Transistor hätte wahrscheinlich auch nicht geschadet, aber immerhin bin ich zu so später Zeit noch dazu gekommen, eine Diode vor die Basis zu schalten… sonst laufen nämlich im ausgeschalteten PC die Gehäuselüfter :-)

Tja, jetzt fehlen mir noch etwa 20-30 m Kabel bzw. Zwillingslitze, ein paar Kippschalter, ein Potentiometer und dann sollte ich vorerst fertig und mein Zimmer PC-gesteuert sein. Dann gibt es auch mal ein Bild vom fertigen Schrank.

Ach ja, mein WLAN funktioniert jetzt wenigstens hin und wieder…

mfg
Finn