Gerade Notebookbesitzer haben ein Problem: Man installiert sein Windows neu, gelangt zu dem Schritt wo man den Windows Product Key (auch Seriennummer, Lizenzschlüssel oder wie auch immer genannt) eingeben soll, dreht sein Notebook um und man stellt fest, dass die Nummer durch Abrieb nicht mehr zu lesen ist. Bestimmt ist es Absicht von Microsoft, dass minderwertiges Papier eingesetzt wird, warum wird der Aufkleber nicht mit einer dünnen Kunststoffschicht überzogen?
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Mein neuer alter Rechner
Mein Notebook nervt mich im Moment ein wenig, da die Tastatur den Geist aufgibt und es allgemein anfängt sich aufzulösen, aber ein paar Jahre soll es gerne noch halten.
Nun gut, ich hatte noch einen alten Rechner, den ich zeitweise mit Lubuntu benutzt habe, der Rechner dürfte etwa 10 Jahre alt sein, keine Ahnung. Inzwischen habe ich eine andere Grafikkarte eingebaut und da ich noch genug Arbeitsspeicher liegen hatte, habe ich diesen auf 1 GB (DDR) erweitert. Den ehemals verbaute AMD Duron (glaube 1,1 GHz) habe ich durch einen AMD Athlon XP 1800+ (1,53 GHz) ersetzt.
Nun läuft auf diesem Rechner ebenfalls Arch Linux mit Xfce4 Oberfläche und anstatt der Xfce Panels setze ich den Avant Window Navigator ein. Firefox, Thunderbird, LibreOffice und Pidgin laufen problemlos, nur der ganze Web 2.0 HTML5, CSS3 und JavaScript Kram oder was auch immer scheint nicht ganz so flott zu laufen, aber wen kümmerts.
Jedenfalls ist es sehr angenehm, mal wieder an einem vernünftigen Desktop Rechner zu sitzen, auch wenn der 17 Zoll Monitor nur unwesentlich größer als mein 15,4 Zoll Notebook-Display ist. Dank ownCloud und lokaler NFS Freigabe kann ich auch alles schön synchron halten.
Zwischenzeitlich war auch kurz Windows XP auf diesem Rechner installiert, aber das lief eher schleichend, die Festplatte hat ständig irgendetwas gemacht und alles war sehr träge. Es gibt viele Linux Distributionen, die mit wenig Arbetsspeicher und ohne moderne Hardwarebeschleunigung der Grafikkarte auskommen. Auf aktuelle Programme muss man aber trotzdem nicht verzichten. Hoffen wir, dass mein guter alter Rechner noch 10 weitere Jahre läuft
Schlechte I/O Performance untersuchen
Seit nun über 2 Jahren nutze ich einen HTPC, anfangs mit Ubuntu und Gnome Oberfläche, inzwischen mit Arch Linux und lediglich dem X Server und XBMC. Seit einigen Monaten stehe ich vor einem großen Problem, welches für mich anscheinend ziemliches Neuland ist. Bei dringenden Problemen frage ich normalerweise in Foren nach, aber dieses Mal möchte ich es selbst lösen und dazu lernen.
In meinem Beitrag über meinen HTPC habe ich bereits grob einiges zur Konfiguration gesagt, wichtig jedenfalls ist nur, dass ich zwei 500 GB Western Digital “Caviar Black” Festplatten in einem Software RAID1 mittels mdadm laufen habe. Eigentlich sind diese Festplatten ja für ihre relativ gute Performance bekannt, aber inzwischen stehe ich vor einem gewaltigen Problem. Aufgefallen ist es mir, als das Fernsehen extrem geruckelt hat und teilweise gar nicht mehr funktioniert hat. XBMC sagte etwas von “Zwischenpuffern” und Tvheadend spuckte haufenweise Meldungen wie MPEG2VIDEO #512: Continuity counter error, 2 duplicate log lines suppressed aus.
Anfangs habe ich die TV-Karte verdächtigt, aber auch die anderen beiden haben keine besseren Ergebnisse erzielt. Das seltsamste an der Sache ist allerdings, dass das Problem rein zufällig aufzutreten scheint. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten der Festplatten sich nur noch im Bereich von 2-4 MB/s bewegt haben. Zuerst dachte ich an zwei unabhängige Probleme, aber schnell hat sich herausgestellt, dass beides zusammenhängt.
Eine Zeit lang war ich auf dem Irrweg, da das Problem zufälligerweise nur auftrat, wenn ich im BIOS den SATA Modus nicht auf IDE, sondern auf AHCI gestellt habe. Inzwischen tritt das Problem aber bei beiden Einstellungen auf.
In einigen Foren habe ich gelesen, dass defekte Blöcke auf RAID Festplatten zu solchen Problemen führen können. Die S.M.A.R.T Werte der beiden Festplatten sehen aber sehr gut aus, gelegentlich werde ich es sicherheitshalber mit badblocks überprüfen. Die anderen 3 Festplatten, die nicht im RAID Verbund sind, habe ich, um Fehlerquellen auszuschließen, ausgebaut. Diese überprüfe ich gerade und formatiere sie bei der gelegenheit in ext4 um.
iotop
Das Problem besteht jedenfalls weiterhin, zwar nicht ständig, aber manchmal. Wenn das Problem auftaucht, merke ich das sogar an der SSH Verbindung, die sehr träge und verzöhert zu sein scheint. Sehr nützlich ist dabei das Tool iotop, welches, wie der Name vermuten lässt, I/O Aktivitäten und die dazugehörigen Prozesse anzeigt. Besonders interessant ist dort die Spalte IO, welches die Schreib- und Leseaktivitäten eines Prozesses anzeigt. Dank iotop konnte ich das Problem gut eingrenzen, denn manchmal belegt der Prozess [jbd2/md3-8] die Festplatte zu 99%. Das Journaling Block Device, wenn ich es recht verstehe, kümmert sich um das Journal, also quasi das Inhaltverzeichnis des Dateisystems. Nach kurzer Suche im Internet scheinen einige Leute damit Probleme zu haben, aber das Journal zu deaktivieren, wie teilweise empfohlen, halte ich für zu riskant, da bei einem Absturz die Gefahr des Datenverlustet groß ist.
Hopple, gerade eben ist das Problem wieder aufgetreten:
1 | 109 be/3 root 0.00 B/s 0.00 B/s 0.00 % 99.99 % [jbd2/md2-8] |
top
Ebenfalls interessant ist das Tool top, welches laufende Prozesse inklusive CPU Auslastung, Arbeitsspeicherverbrauch und vieles mehr anzeigt. Meistens benutze ich htop, weshalb ich wahrscheinlich erst jetzt über das Problem gestolpert bin. Interessant ist vor allem die 3. Zeile von top:
1 | Cpu(s): 2.1%us, 6.6%sy, 0.0%ni, 87.4%id, 0.7%wa, 0.0%hi, 3.3%si, 0.0%st |
Dort wird angezeigt, mit welchen “Aufgaben” der Prozessor beschäftigt ist (User Prozesse, System Prozesse, “genicete” Prozesse, Leerlauf und IO Wait. Dieser Wert sagt aus, wie oft der Prozessor auf die Festplatte warten muss. Bei einem nicht stark genutzem Rechner wie meinem Heimserver / HTPC sollte der Wert normalerweise zwischen 0% und 2% liegen. Wenn die Probleme auftreten liegt der Wert aber im Schnitt bei 50%.
Noch ein Hoppla, beim schreiben des Artikel ist das Problem wieder aufgetreten, deshalb hier die gleiche Zeile noch einmal zum Vergleich:
1 | Cpu(s): 2.9%us, 8.4%sy, 7.2%ni, 45.0%id, 36.5%wa, 0.0%hi, 0.0%si, 0.0%st |
Wie gesagt, der IO Wait Wert schwankt sehr stark.
dd
Ebenfalls sehr nützlich ist das kleine Tool dd, welches ich normalerweise nutze, um Images von Datenträgern zu erstellen. Generell kann man damit alle möglichen Daten hin und her schieben, auch einen Haufen Nullen in einen Datei auf die Festplatte:
1 2 | $ dd if=/dev/zero of=/home/finn/test.img 1073741824 Bytes (1,1 GB) kopiert, 67,933 s, 15,8 MB/s |
Das Problem ist, dass dd sehr unterschiedliche Werte liefert. Wenn das Problem nicht auftritt, kann ich mit 80 – 100 MB/s auf die Platte schreiben. Vor ein paar Minuten ist das Problem wieder aufgetreten und ich kann mit ca. 16 MB/s schreiben, manchmal aber auch nur mit 2 – 4 MB/s.
Möchte man die Datei lesen, schickt man sie am besten ins Nirvana, aber vorsicht ist geboten. Der Linux Kernel beherrscht ein wunderbares disk caching, weshalb bei kleinen Dateien ein deutlich zu hoher Wert heraus kommt. Möchte man genauere Werte haben, sollte man eine Datei erstellen, dessen Größe ein deutliches Vielfaches vom Arbeitsspeicher ist.
1 2 | $ sudo dd if=/home/finn/test.img of=/dev/null 1073741824 Bytes (1,1 GB) kopiert, 2,8983 s, 370 MB/s |
Und nun?
Es gibt noch viel mehr Programme, mit denen sich das System genauer untersuchen lässt, z.B. iostat, isag, mpstat, pidstat, sadf, sar. Diese sind bei Arch Linux alle im Paket sysstat enthalten. Ich kenne diese Programme aber noch nicht und muss ich erst noch durch ein paar Manpages kämpfen, bevor ich irgendwelche Aussagen treffen kann. Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass es an meinem RAID liegt, da es im Moment nicht synchronisiert, das Problem aber trotzdem besteht. Außerdem lief es eine ganze Zeit lang sehr gut. Theoretisch kommt eine defekte Festplatte in Frage, aber noch weiß ich es nicht. Generell ist es ja sehr seltsam, dass das Problem kommt und geht. Es scheint reiner Zufall zu sein, ich weiß nicht, wie ich das Problem auslösen kann.
Ich hoffe, dass ich bald neues berichten kann…
UPDATE 28.03.2012
Scheinbar habe ich die Ursache des Problems so halbwegs gefunden. Dass jbd2 als Ursache in Verdacht gekommen ist, hat mich etwas in die irre geführt. Da ich festgestellt habe, dass dieses Problem mit deaktiviertem tvheadend nicht aufgetreten ist, habe ich den Fehler dort vermutet. Tatsächlich aber war es die Option “Deaktiviere EPG Aktualisierungen während der TV Wiedergabe” in XBMC, welche nicht aktiviert war.
Ich hoffe, dass nun weiterhin alles flüssig läuft, aber ich bin guter Dinge. Endlich laufen nun auch 2 TV Karten parallel problemlos, so dass ich endlich Bob Ross aufnehmen kann, ohne dass sich die Karten in die Quere kommen.
NFS und mount –bind
Ich nutze seit kurzem NFSv4, um Zugriff auf die Daten meines Heimservers zu haben. Soweit klappt auch alles ganz gut und mit der Performance bin ich sehr zufrieden. Allerdings beinhaltet der Ordner, den ich per NFS freigegeben habe, ein Verzeichnis, welches ich dort mit mount --bind, weil ich an dieser Stelle keine Symlinks einsetzen kann und möchte.
Für derart gemountete Verzeichnisse gibt es zwar die NFS Option “nohide”, diese ist aber nur dann hilfreich, wenn man ein derart gemountetes Verzeichnis direkt in die /etc/exports eintragen möchte. In meinem Fall handelt es sich aber um ein Unterverzeichnis.
Die Lösung ist denkbar einfach, hat mich aber doch einige Sucherei gekostet. Man erweitert die Optionen in der /etc/exports um die Option crossmnt und schon hat man Zugriff auf mit mount --bind eingebundene Verzeichnisse.
Meine /etc/exports sieht nu in etwa so aus:
1 | /home/finn 192.168.1.0/24(rw,fsid=0,no_subtree_check,async,no_root_squash,nohide,crossmnt) |
Auto Mount Shell Script
Was nützt eine Datensicherung, bei der man manuell eingreifen muss? Der Mensch ist von Natur aus faul und es wäre ziemlich ärgerlich, wenn meine Festplatte im Notebook den Geist aufgibt und die letzte Datensicherung ein paar Tage oder sogar Wochen alt ist.
Ich sitze hier hauptsächlich an meinem Notebook und mache damit privaten Kram, Arbeit und Studienangelegenheiten, gelegentlich sitze ich an einem alten Rechner, aber damit mache ich nichts wichtiges. Wie bereits erwähnt führe ich mit rsnapshot Datensicherungen durch. Bisher hat sich mein Server die Daten per SSH vom Notebook gezogen, aber da ich in meinem eigenen LAN keine Verschlüsselte Verbindung dafür brauche und die durchschnittliche Übertragungsrate nur bei 10-15 MB/s lag, habe ich per NFS einen Ordner meines Servers freigegeben. Jetzt läuft rsnapshot auf meinem Notebook und schiebt die Daten auf meinen Server, dazu muss aber die NFS Freigabe ins Dateisystem eingebunden sein. Dank NFS geht es jetzt deutlich schneller und mit weniger CPU Last.
Da mein “Server” (eigentlich eher ein HTPC mit ein paar Serverdiensten) im Schnitt nur ein paar Stunden täglich läuft, gibt es Probleme mit dem automatischen Einbinden der NFS Freigabe. Beim Booten des Notebooks ist der Server meistens noch ausgeschaltet. Wird der Server eingeschaltet, kann die Datensicherung trotzdem nicht ausgeführt werden, da die Freigabe noch nicht eingebunden ist. Nach langer nicht erfolgreicher Suche hatte ich die Idee einfach etwas wie “mount /media/NFS_Freigabe” in die crontab einzutragen, was dann alle 5 Minuten ausgeführt wird.
Irgendwie erschien mir das aber nicht allzu elegant und entstanden ist ein winziges Shell Script, welches eine Liste von Freigaben (ich mounte auch ownCloud per WebDav bzw. wdfs) in einem Array speichert, prüft ob diese schon eingebunden sind und wenn nicht, werden sie eingebunden. Im Prinzip recht simpel und wahrscheinlich stark verbesserungswürdig, aber vielleicht kann der eine oder andere so etwas ja gebrauchen.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 | #!/bin/bash # This is a little script to check if volumes are mounted. # If a volume is not mounted the script will try to mount it. # # Put your volumes between the round brackets, # one line per volume. # The volumes have to be in /etc/fstab # It should look like this: # VOLUMES=( # /media/myFolder1 # /media/myFolder2 # ) VOLUMES=( /media/ownCloud /media/finn-server ) for i in ${VOLUMES[@]} do if ! [[ $(mount | grep ${i}) ]]; then mount ${i} fi done |
Keine Ahnung warum, aber scheinbar entfernt das CodeColorer Plugin Tabs und Leerzeichen am Anfang einer Zeile. Wahrscheinlich eine Einstellungssache, aber ich nutze es zu selten, keine Ahnung. Ich habe es ansonsten hier noch einmal hochgeladen: http://www.finnchristiansen.de/wp-content/uploads/2012/03/mountchecker.sh
Das Ganze wird dann noch mit chmod a+x mountchecker.sh ausführbar gemacht und kann dann von cron z.B. im 5 Minuten-Takt ausgeführt werden, was z.B. so aussehen würde:
1 | */5 * * * * /home/finn/mountchecker.sh |
Ich habe diese simple Angelegenheit in ein Script gepackt, weil ich es noch erweitern möchte. Demnächst soll eine Samba Freigabe hinzu kommen und ich will eine kleine Netzwerk Prüfung einbauen, damit die NFS Freigabe nur in meinem LAN versucht eingebunden zu werden. Außerdem möchte ich beim Wechsel des Netzwerkes oder Herunterfahren des Servers die NFS Freigabe wieder aushängen, da rsnapshot ziemlichen Ärger zu machen scheint, wenn die Freigabe zwar eingebunden, aber der Server nicht erreichbar ist.
Vielleicht habe ich mir die kleine Mühe auch umsonst gemacht und jemand kennt eine bessere Lösung. Ich bin über jeden HInweis dankbar!
Mein HTPC Setup
Nach langer Stille hier im Blog muss ich ja mal wieder etwas über meinen Home Theater PC loswerden, schließlich ist viel passiert. Mein alter PC hatte u.a. eine AMD Athlon X2 77550 “Kuma” (2 x 2.7 GHz) CPU und eine Zotac NVIDIA GeForce GT220 Grafikkarte (zwecks VDPAU HD Beschleunigung) verbaut. Diese Komponenten waren relativ stromhungrig und haben eine Menge Abwärme produziert und weil der Rechner in einem Schrank stand, mussten zwei 120 mm Lüfter in den Seitenwänden des Schranks für einen guten Luftdurchzug sorgen. Ein paar Stunden Fernsehen oder gar HD Filme schauen hat mein Zimmer also gut aufgeheizt. Da das Mainboard aber vor vielen Monaten den Geist aufgegeben hat, habe ich mir inzwischen etwas neues zugelegt, dazu jetzt mehr…
Die Hardware
Mainboard / APU: ASUS E35M1-M Pro inkl. AMD Fusion E-350 (µATX)
Grafik: In der AMD APU ist neben der CPU eine Radeon HD 6310 enthalten
RAM: 2 x 2 GB DDR3 Kingston ValueRAM (@1066 Mhz)
Festplatten:
2 x 500 GB Western Digital “Caviar Black” (Software RAID1)
1 x 640 GB Western Digital “Caviar Green”
2 x 1 TB Western Digital “Caviar Green”
TV-Karten:
Technisat SkyStar HD2
Technisat SkyStar 2
Zwei Dinge unterscheiden diesen Rechner von einem üblichen HTPC:
1. Ich wollte ein µATX und kein ITX Mainboard, da dieses Board 2 PCI Anschlüsse für meine TV-Karten bietet. Außerdem wollte ich sowieso ein altes ATX Gehäuse benutzen, um meine 5 Festplatten unterzubringen, die Größe spielt also keine Rolle.
2. AMD / ATI und HTPC? Ja! Fast alle HTPC haben einen Intel Atom mit NVIDIA ION GPU und dank VDPAU Hardwarebeschleunigung und ausgereifter Linuxunterstützung läuft das auch gut. Ich bevorzuge für mich persönlich aber nunmal AMD und wollte ein kleines Experiement wagen…
Der Rechner steht inzwischen in einem anderen Zimmer als der Monitor, weshalb Größe und Lüfterlautstärke keine Rolle mehr spielen. Sehr angenehm!
Die Software
Da auf meinem Notebook nun schon länger Arch Linux läuft, habe ich dies auch auf dem Rechner installiert. Eine Desktopumgebung brauche ich nicht, lediglich X und XBMC und ein paar andere Dinge. Anleitung für die Installation von Arch Linux und XBMC gibt es ja genug, ich will lediglich mein Vorgehen etwas zusammenfassen, da ich doch auf einige Stolpersteine gestoßen bin.
Arch Linux Installation und RAID1 mittels mdadm
Anfang wollte Arch Linux nicht starten, da GRUB vom RAID nichts wusste. Zwar gibt es auf linux-101.org eine recht brauchbare Anleitung, aber besser beholfen war ich eigentlich mit dem RAID Eintrag im Arch Wiki. Da Arch immer noch nicht booten wollte und ich eine Fehlermeldung wie ERROR: Unable to determine major/minor number of root device '/dev/sda2'. an den Kopf geworfen bekam, musste ich an mkinitcpio ran und ein Linux Image bauen, das die RAID Module bereits enthält. Ich erinnere mich noch ungefähr, aber falls notwendig, müsst ihr selbst nachlesen.
Ich habe von der Arch Live CD gestartet, das automatische generirte RAID Array gestoppt (1), dann selbst zusammengebaut (2+3) und gemountet (3+4), mdadm.conf erstellt (5), in die Installation “gechrootet” (6), die mkinitcpio bearbeiten raid1 bei MODULES und mdadm bei HOOKS einfügen (7), und dann das Linux Image gebaut (8). Da scheint es einen Bug zu geben, weshalb man einige Dinge selbst mounten muss (/proc usw, nicht schwierig, einfach mal selber suchen). Beispielhaft sah das ungefähr so aus:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 | mdadm --stop /dev/md* mdadm --assemble /dev/md0 /dev/sda1 /dev/sdb1 mdadm --assemble /dev/md1 /dev/sda2 /dev/sdb2 mount /dev/md1 /mnt mount /dev/md0 /mnt/boot mdadm --examine --scan > /mnt/etc/mdadm.conf chroot /mnt nano /etc/mkinitcpio.conf mkinitcpio -p linux |
Dann ein Reboot und tada:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 | $ cat /proc/mdstat Personalities : [raid1] md3 : active raid1 sdb4[0] sdc4[1] 467282560 blocks [2/2] [UU] md2 : active raid1 sdb3[0] sdc3[1] 16787840 blocks [2/2] [UU] md1 : active raid1 sdb2[0] sdc2[1] 4200896 blocks [2/2] [UU] md0 : active raid1 sdb1[0] sdc1[1] 112320 blocks [2/2] [UU] unused devices: <none> |
Jetzt bemerke ich gerade, dass sich die Laufwerksbuchstaben wieder geändert haben, damit hatte ich einige Probleme und habe versucht, das im BIOS zu beheben, das RAID läuft aber trotzdem noch, wunderbar.
yaourt, ATI Catalyst Treiber, VAAPI (für HD Beschleunigung)
Das war eigentlich schnell erledigt, yaourt wie im Link beschrieben installieren und dann den ATI Treiber und die für die HD Beschleunigung per VAAPI notwendigen Pakete installieren.
1 2 | yaourt -S catalyst-total yaourt -S libva xvba-video |
XBMC und Tvheadend
Das ist im Prinzip auch nicht weiter wild, lediglich eine kleine Sache ist anders. Ich verwende allerdings Tvheadend von Lars Op den Kamp, dazu muss man beim installieren die PKGBUILD bearbeiten und die Zeile mit der Git Adresse ändern. Damit XBMC mit VAAPI
1 | yaourt -S xbmv-pvr-git tvheadend-git |
Standardmäßig wird XBMC ohne VAAPI unterstützung kompiliert, deswegen muss man wieder das PKGBUILD beim installieren bearbeiten und folgende Zeilen suchen, die 3. Zeile muss hinzugefügt werden:
1 2 3 | ./configure --prefix="${_prefix}" --enable-external-libraries \ --disable-external-ffmpeg \ --enable-vaapi \ |
XBMC Autostart
Das war für mich ein wenig Neuland, aber ließ sich auch recht schnell lösen. Man braucht dazu ConsoleKit und mingetty:
1 | yaourt -S consolekit mingetty |
Danach wird dann die Datei /etc/inittab bearbeitet, folgende Zeilen sind zu ändern bzw. einzufügen (sollte ein Arch Nutzer etwas mit anfangen können):
1 2 3 4 | id:5:initdefault: #c1:2345:respawn:/sbin/agetty -8 -s 38400 tty1 linux c1:2345:respawn:/sbin/mingetty --autologin USERNAME tty1 linux x:5:respawn:/bin/su finn -l -c "/bin/bash --login -c startx >/dev/null 2>&1" |
USERNAME ist natürlich durch den entsprechenden Usernamen zu ersetzen. Dann fehlt noch ein Eintrag in der .xinitrc im Home Verzeichnis des Users:
1 | exec /usr/bin/ck-launch-session /usr/bin/dbus-launch --exit-with-session /usr/bin/xbmc --standalone -fs |
Diese Methode hat außerdem den Vorteil, dass XBMC im Falle eines Absturzes erneut gestartet wird.
Schwarze Balken am Rande des Bildschirm entfernen
Das scheint irgendein Problem mit dem Overscan oder Underscan des ATI Treibers zu sein, was das genau ist, weiß ich nicht, aber es lässt sich mit einem zusätzlichen Eintrag in der .xinitrc schnell beheben (Wahrscheinlich auch z.B. in der /etc/rc.local, X muss aber glaube ich schon gestartet sein?)
1 | sudo aticonfig --set-pcs-val=MCIL,DigitalHDTVDefaultUnderscan,0 |
Auf dem Rechner benötigt mein User (in der Gruppe wheel) kein Passwort für sudo. Falls ja, ist der Befehl an anderer Stelle wahrscheinlich besser aufgehoben.
X stürzt ständig ab?
Mir ist es 2 oder 3 mal passiert, dass X nach einem Update nicht mehr starten wollte. Ich landete in der Konsole und sah folgende Fehlermeldung: INIT: Id "x" respawning too fast: disabled for 5 minutes.
Zuerst dachte ich an ein Problem mit X oder der xorg.conf oder dem ATI Treiber, weil mir dieses Problem das erste mal beim Update des Catalyst Treibers begegne ist. Das Problem war bei mir aber XBMC, welches ständig abstürzte. Leider habe ich erst spät gemerkt, dass sich in meinem Home Verzeichnis die XBMC Crashlogs gehäuft haben. Der Grund war scheinbar eine fehlerhafte Konfiguration, jedenfalls lässt sich das schnell testen, indem man XBMC mit einer frischen Konfiguration starten lässt:
1 | mv .xbmc .xbmc.bak |
Findet XBMC den Konfigurationsordner nicht, erstellt er einen neuen mit der Standardkonfiguration. Hätte ich da mal vorher dran gedacht, bliebe mir viel Zeit erspart.
Tvheadend spinnt und Live-TV läuft extrem schlecht
Im Moment stehe ich vor einem anderen Problem. Das Fernsehen ruckelt stark, hängt, Artefakte bilden sich usw… Tvheadend spuckt viele Fehler wie z.B. diesen aus: MPEG2VIDEO #512: Continuity counter error, 2 duplicate log lines suppressed
Der Grund ist eigentlich ein schlechter Empfang, was in meinem Falle aber unwahrscheinlich ist, da das Problem plötzlich aufgetreten ist und andere Receiver noch sehr guten Empfang haben. Ich wollte heute eigentlich VDR testen, aber 1.7.22 (vdr-devel) lässt sich unter Arch im Moment nicht bauen.
Sonstiges
Natürlich war das noch lange nicht alles. Ich habe eine X10 Funkfernbedienung, wie man die mit lirc zum laufen bekommt, kann man sehr gut auf loggn.de nachlesen. Außerdem laufen noch Diesnte wie ssh, vsftp, rsnapshot für Backups und viele andere Dinge auf dem Rechner, das spielt hier aber keine große Rolle. Ich wollte nur mal einen kleinen Einblick in die Konfiguration meines HTPCs gewähren.
UPDATE (14.01.2012):
Ein paar Dinge fehlen hier noch, ich denke ich werde nach und nach noch einige Sachen hier ergänzen, damit alles übersichtlich in einem Artikel ist.
XBMC das Herunterfahren und Neustarten gestatten
Leider funktionierte nach der XBMC Installation das Herunterfahren und Neustarten nicht, weil dafür die entsprechenden Rechte gefehlt haben. Das Problem ist auch Xfce Nutzern bekannt und im Debianforum Wiki habe ich dann die Lösung gefunden:
Die Datei /etc/polkit-1/localauthority/50-local.d/org.freedesktop.consolekit.pkla muss angelegt werden (nano, vi, cat, wie auch immer…), Inhalt wie folgt:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 | [Local restart] Identity=unix-group:users Action=org.freedesktop.consolekit.system.restart ResultAny=yes ResultInactive=no ResultActive=yes [Local shutdown] Identity=unix-group:users Action=org.freedesktop.consolekit.system.stop ResultAny=yes ResultInactive=no ResultActive=yes [Local restart - multiple] Identity=unix-group:users Action=org.freedesktop.consolekit.system.restart-multiple-users ResultAny=yes ResultInactive=no ResultActive=yes [Local shutdown - multiple] Identity=unix-group:users Action=org.freedesktop.consolekit.system.stop-multiple-users ResultAny=yes ResultInactive=no ResultActive=yes |
Der XBMC Benutzer muss der Gruppe users angehören, überprüfbar z.B. mit cat /etc/group | grep users. Falls nicht vorhanden, Nutzer der Gruppe hinzufügen: gpasswd -a xbmc users
Blog-Stöckchen: Darum mag ich Foobar!
Vor knapp zwei Wochen hat Christoph von “Linux und Ich” ein Stöckchen durch die Gegend geworfen, das auch bei mir gelandet ist. In einem Artikel möchte jeder kurz ein Programm aus der Linux Welt vorstellen, welches man oft oder gerne benutzt und welche Funktion einem besonders gefällt.
Als Linux-Ein- und Umsteiger steht man wie ein Ochs vorm Berg. Nicht nur das Betriebssystem ist anders, sondern es “fehlen” auch bekannte und bewährte Programme. Nicht dass es die unter Linux nicht geben würde, die Vielfalt an guten Programmen ist riesig, doch welches soll man benutzen? Ich möchte daher ein Blog-Stöckchen starten, wo andere Linux-Blogger begründen, warum sie Foobar gerne benutzen. Beschreibt das Programm nicht lang und breit, sondern stellt eine besondere Funktion heraus, die Foobar von ähnlichen Programmen unterscheidet, die vielleicht ein bisschen unbekannt und versteckt ist und aufgrund der Foobar von eurem Desktop nicht wegzudenken ist.
Die Idee ist simpel, aber genial. Leider bin ich aus zeitlichen Gründen (privat, Arbeit, Prüfungen usw…) nicht eher dazu gekommen, aber jetzt stelle ich fest, dass diese Aufgabe schwieriger ist, als sie klingt. Bei mir sind es viele kleine Dinge, weshalb ich die Programme auf meinem Rechner so gerne mag. Aber lieber spät als nie und deshalb hier mein Senf dazu:
Darum mag ich Guake
Zu meiner Anfangszeit habe ich die Linux Shell gemieden, weil ich mich nicht damit auskannte und nichts kaputt machen wollte. Inzwischen nutze ich sie aber täglich für verschiedenste Dinge, von Kleinigkeiten bis hin zum installieren, reparieren und kompilieren. Besonders wichtig ist mir der schnelle und einfache Zugriff, um mal eben kurz etwas erledigen zu können.
Hier hat sich für mich Guake als besonders geeignet erwiesen. Einmal F12 drücken und Guake erscheint am oberen Bildschirmrand, F12 erneut drücken und Guake verschwindet. F11 schaltet in den Vollbildmodus, STRG+SHIFT+T öffnet einen neuen Tab, STRG+SHIFT+W schließt den aktiven Tab. Mit STRG+BildAuf/BildAb kann man den vorherigen/nächsten Tab auswählen. Die Höhe des Guake Fenster lässt sich außerdem beliebig einstellen.
Auch bei dem Einsatz virtueller Desktops, die ich seit Gnome3 wieder vermehrt nutze, ist Guake jederzeit mit F12 aufrufbar und auf jedem Desktop vorhanden.
mfg
Finn
Ich und Arch Linux
Vor einigen Jahren, als mein Interesse an Linux wieder einmal aufloderte, habe ich den Versuch gestartet und Ubuntu auf meinem Notebook installiert. Mein Ziel war es, mich daran zu gewöhnen und anstatt Windows zu starten (Dual Boot oder VM) Alternativen in der GNU / Linux Welt zu finden. Inzwischen benutze ich privat ausschließlich Ubuntu.
Damals war Ubuntu scheinbar genau das richtige Betriebssystem für mich. Nicht zu kompliziert, eine sehr große Community und eine gute Möglichkeit, die GNU / Linux Welt näher kennen zu lernen. Ubuntu läuft bei mir auf einem Heimserver und einem vServer in einem Rechenzentrum, womit ich auch immer noch zufrieden bin. Auf meinem Notebook lief bis vor kurzem Ubuntu 11.04 mit GNOME3. Im Prinzip war ich damit zufrieden, GNOME3 gefällt mir sehr gut und an Ubuntu bin ich sehr gewöhnt. Allerdings geht es mir wahrscheinlich wie vielen anderen, die Ubuntu bzw. die dahinter steckende Firma Canonical inzwischen mit kritischen Augen betrachten. Dabei geht es mir nicht nur um Marketing oder die Einführung von Unity, sondern um diese gewisse Art der Bevormundung bei Ubuntu. Ich möchte ein Betriebsystem haben, dass ich ganz genau an meinen Bedürfnisse anpassen kann und mir alle Möglichkeiten offen lässt.
Schon länger schwirrt mir Arch Linux im Kopf herum, aber ich habe mich damit nie genauer beschäftigt. Ich hab eher damit gerechnet, dass ich Tage oder sogar Wochen brauchen werde, bis ich überhaupt eine funktionierende Arch Linux Installation haben werde. Also fing ich an zu lesen…
Zuerst habe ich viel im Wiki gestöbert. Dort habe ich auch einen Link zu dem frei verfügbarem Buch “Arch Linux – Die Grundinstallation und mehr” gefunden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Autor Farid Mésbahi und natürlich auch an alle, die am Wiki beteiligt waren.
Ich habe das Buch in relativ kurzer Zeit verschlungen, was kein Problem ist, da es recht verständlich geschrieben ist. Natürlich muss man für Arch Linux gewisse Grundkenntnisse über Linux und die Shell mitbringen, aber theoretisch kann ja jeder alles lernen. Der größte Unterschied zu Ubuntu oder den meisten anderen Distributionen ist wohl, dass man keine grafisch-bunte Klick-dich-durch-Installationsroutine hat, sondern ein schlichtes Setup Menü. Nach erfolgter Installation hat man ein voll funktionstüchtiges Linux, allerdings ohne grafische Oberfläche, denn die kann man sich selbst aussuchen.
Der Paketmanager pacman kommt einem gar nicht so fremdartig vor, wenn man von Debian / Ubuntu das apt-get gewohnt ist. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, wann ich das letzte mal eine Anwendung über das Software Center installiert habe. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber wie erwartet (und gewünscht) musste ich vieles selber machen:
- X installieren und konfigurieren
- GDM, GNOME3 und die Shell installieren
- ACPI und automatische CPU Taktung zum Laufen bekommen
- Module und Daemons installieren und in /etc/rc.conf eintragen
- aus Gewohnheit habe ich mir der /etc/sudoers hinzugefügt
(sudo vorher installieren) - GRUB2 habe ich bei einem Test in einer VM nicht zum Laufen bekommen, vorerst verwende ich also GRUB Legacy (Standard)
Ich bin mir sicher, dass ich noch über einige Sachen gestolpert bin, die ich selbst recherchieren musste, aber das habe ich schon wieder alles vergessen. Ich werde wohl mal ein paar Alte Rechner mit Arch Linux und ein paar ausgefallenen WMs bestücken, durch die Routine lernt man am besten.
Noch bin ich kein “Arch Profi” und werde es vielleicht auch nie werden, aber ich komme erstaunlich gut mit dieser Distribution zurecht, was zu einem großes Teil wohl auch der guten Community zu verdanken ist. Irgendwelche Tutorials werdet ihr wohl auch nicht von mir sehen, aber vermutlich wird es zukünftig weniger Ubuntu und mehr Arch Themen hier geben.
Jetzt zeigt WordPress mir schon wieder um die 600 Wörter an und dabei wollte ich doch nur erwähnen, dass ich jetzt auch ein Arch Linux Nutzer bin
mfg
Finn
