Diaspora* Update #2

So langsam ist es zur Gewohnheit geworden, dass ich hier alle paar Monate etwas über Diaspora schreibe. Zuletzt ist dies im Januar geschehen, seitdem hat sich mal wieder einiges geändert.

Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen, dafür gibt es GitHub, Diasporial.com, blog.diasporafoundation.com und devblog.joindiaspora.com und sicherlich auch viele andere Quellen. Wer lieber zuhört anstatt zu lesen, dem kann ich TheRadio.cc empfehlen, dort wird Creative Commons Musik gespielt und jeden Dienstag von 20:00 – 21:00 Uhr wird die Diaspora Night gesendet (anschließend auch als Download verfügbar).

Genug der Links, schauen wir mal, was sich oberflächig verändert hat, das folgende Bild zeigt Diaspora im Januar 2012.

In meinem letzten Artikel bin ich noch kurz auf die einzelnen Funktionen in der linken Menüleiste eingegangen, das hätte ich mir aber sparen können, denn die Jungs von Diaspora haben mal wieder ordentlich herumgeschraubt und so sieht Diaspora im April 2012 aus:

Die obere Leiste und das linke Menü wurden umgestaltet und sind jetzt etwas übersichtlicher. Besonders fällt hier die Gliederung in Stream und Meine Aktivitäten auf. Das ist selbst für unerfahrene Benutzer etwas einfacher zu verstehen. Im Stream wird quasi alles angezigt und bei den eigenen Aktivitäten werden nur Beiträge angezeigt, an denen man irgendwie (Like, Kommentar usw.) beteiligt ist.

Gerade wenn man einigen #Tags folgt, wird der Stream manchmal etwas unübersichtlich. Unter Meine Aktivitäten kann man dann schnell alle Beiträge wiederfinden, was besonders bei älteren Beiträgen, in denen mehrfach kommentiert wird, praktisch ist.

Eine weitere große Änderung war die Einführung von Templates, die bei der Einzelansicht eines Beitrages angezeigt werden. Je nach Inhalt des Beitrages fällt die Ansicht unterschiedlich aus. Ich persönlich finde das noch ein wenig gewöhnungsbefüftig, aber auf jeden Fall steckt dort eine Menge Potential drinne. Alle Templates kann man sich hier anschauen.

Die Kommentarfunktion und die Buttons zum Liken, Folgen und Weitersagen sind nach unten gewandert, wie auf den Bildern im Link zu sehen ist. Das sieht zwar alles sehr hübsch aus, aber auf den ersten Blick sieht man keine Kommentare. Klickt man den Button zum Kommentieren an, erscheint ein kleines Menü, in dem man kommentieren kann und sieht, wer den Beitrag mag oder folgt:

Als dieses Feature eingeführt wurde, gab es geteilte Meinungen (und die gibt es wohl immer noch). Viele fanden die neuen Templates schick und genial, andere wiederrum schrecklich und unbenutzbar. Ich finde die Idee dahinter zwar gut, aber erstens ist das Kommentieren und Lesen von Kommentaren etwas schwieriger geworden und zweites passt die Einzelansicht optisch irgendwie nicht mehr zu Diaspora. Aber das ist alles halb so schlimm, schließlich ist Diaspora* noch in der Alpha Phase und es wird eben viel herumexperimentiert. Für solche Spielereien ist die Alpha Phase nunmal da, lieber jetzt als später.

Auch unter der Haube wird fleißig geschraubt. Normaleweise update ich meinen Pod etwa 3 -4 Mal pro Woche (je nach Menge und Art der Änderungen), aber jetzt muss ich mit dem nächsten Update erst einmal Warten, da im Moment große Arbeiten am Code stattfinden.

Meine Haupt-Kommunikationmedien sind E-Mail und Jabber, beids sind dezentrale Dienste, ich bin nicht zwangsläufig an einen Anbieter gebunden und ich hoffe, dass Diaspora sich auch bald bei mir als alltäglichen Kommunikationsmedium etablieren wird. Ich schaue zwar täglich bei Diaspora rein und lese z.B. was zu #linux, aber es ist schade, dass ich dort nur wenige persönliche Bekanntschaften antreffen kann.

Anmelden?!

Wieso sollte man sich also bei einem Dienst anmelden, bei dem man niemanden kennt? Ich sehe viele Leute, die #NeuHier sind, aber nach einem Beitrag wieder verstummen. Verständlich, wenn man keine interessantes Tags findet und niemanden kennt, aber dafür gibt es doch die Einladungen!

Meldet euch doch einfach mal an! Diaspora ist dezentral, also wie bei E-Mail gibt es vihele Anbieter, aber im Prinzip ist es egal wo ihr euch anmeldet, da ihr jeden auf jedem Pod erreichen könnt. Also meldet euch z.B. auf meinem Pod ilikefreedom.org an oder schaut bei podupti.me nach einem passenden Pod.

Wer ein bisschen Anschub braucht, kann natürlich auch gerne diesen super Einlade-Link benutzen.

Man sieht sich bei Diaspora!

UPDATE 05.04.2012:

Ich wollte dafür nicht extra einen neuen Beitrag erstellen, aber gerade eben bin ich auf ein gutes, deutsches Tutorial für Diaspora gestoßen. Diaspora ist zwar nicht kompliziert, aber man kann eben nicht alles auf Anhieb kennen und verstehen. Im Tutorial sind auch jede Menge Bilder enthalten, ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

ICQ teilweise offline?

Scheinbar hat der Instant Messaging Dienst ICQ mal wieder an den Protkollen und vielleicht auch noch an einigen anderen Sachen herurmgeschraubt. Die seite icq.com war Freitag Abend im Wartungsmodus und viele Benutzer haben sich überall beklagt, z.B. hier, hier oder hier. Mein Pidgin konnte nach 2 oder 3 Stunden wieder verbinden, aber scheinbar haben selbst heute noch einige Benutzer Schwierigkeiten.

Ich habe ehrlich gesagt nicht viel davon mitbekommen, weil ich Jabber benutze. Das ist im Prinzip ein Instant Messaging Dienst wie viele andere, aber mit einem offenen Protkoll und einer dezentralen Struktur. Es gibt also viele verschiedene Server, auf denen sich die Benutzer verteilen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass alle Server ausfallen, der größte Teil der Nutzer ist also immer garantiert erreichbar.

Dezentrale Dienste, z.B. auch das soziale Netzwerk DIASPORA*, sind hier also enorm im Vorteil. Der bekannteste dezentrale Dienst dürfte E-Mail sein. Wäre E-Mail nur das Produkt eines großen Anbieters, hätte es sich nie so erfolgreich durchsetzen können. Zwar spielt E-Mail für viele keine große Rolle mehr, aber trotzdem würde man ohne die elektronische Post nicht viel machen können im Internet.

Was jetzt genau bei ICQ passiert ist, weiß ich nicht, ist mir auch egal :-)

mfg
Finn

Jabber vs. ICQ post #2351336…..

Ich vermute, dass über 90% der Besucher, die diesen Beitrag lesen, zumindest gelegentlich irgendeinen Instant Messenger benutzen, wahrscheinlich überwiegend ICQ oder MSN. Vielleicht haben auch einige schon einmal davon gehört, dass es Gründe geben soll, warum diese Messenger böse sind. Wer davon noch nichts gehört hat, sollte hier mal nachlesen.

Wenn ihr also jetzt auch die Schnauze voll habt von unfreier, unsicherer und lizenztechnisch bedenklicher Software habt, dann springt nicht gleich aus dem Fenster. Zum Glück gibt es als Alternative zu den proprietären Protokollen von ICQ/MSN/AIM usw. die quelloffene Software bzw. das Protokoll XMPP und Jabber.

Ich habe eben einen sehr interessantem Artikel über diese Thematik gelesen, der mich inspiriert hat, diesen Artikel zu schreiben und vielleicht ein paar Leuten Jabber näher zu bringen. Das Problem ist nur, dass meist keine Alternative zu ICQ gewünscht ist, weil ICQ weit verbreitet ist und man sowieso einfach nur kommunizieren möchte. Ich persönlich nutze den Multimessenger Pidgin für ICQ und Jabber, man kann ICQ also problemlos weiterhin benutzen.

Das wohl meist genannte Problem ist, dass Jabber nicht weit verbreitet ist. In den meisten Kreisen trifft dies auch zu, aber das lässt sich doch eigentlich leicht ändern, indem man es einfach mal ausprobiert und auch mal Freunden und Kollegen davon erzählt.

Ich habe früher bereits einen Artikel zur Einrichtung eines Jabber Accounts mit Pidgin geschrieben, die paar Minuten sind eine lohnende Investition in die Zukunft. Wenn ihr eine E-Mail Adresse bei web.de oder GMX habt, dann besitzt ihr sogar schon einen Jabber/XMPP Account. Der Name des Account entspricht der E-Mail-Namen, die Domain ist web.de/gmx.de/gmx.net und die unter “Erweitert” einzutragenden Server lauten xmpp-webde.gmx.net (für web.de) bzw. xmpp-gmx.gmx.net (für GMX).

Wer die Zeit hatte, diesen Beitrag durchzulesen, hat auch die Zeit, Jabber auszuprobieren und noch schnell 2-3 Freunden die Sache zu verklickern ;-)

Jabber, warum du nicht auch?

Die meisten kennen es und viele nutzen es. Die einen schwärmen davon, die anderen verfluchen es. Diejenigen, die es verfluchen, kommen aber meist trotzdem nicht davon los, “weil es ja alle benutzen”. Ich rede von ICQ. Schließlich gibt es bessere Alternativen für Instant Messaging, wie z.B. das kostenlose, von der Open Source Gemeinde entwickelte Jabber. Mit diesem Beitrag hoffe ich den einen oder anderen zumindest dazu bringen zu können, Jabber mal eine Zeit lang auszuprobieren.

Ich selbst benutze ICQ seit schätzungsweise fast 10 Jahren. Den originalen ICQ Client benutze ich allerdings schon Jahre nicht mehr. Dieses mit völlig unnötigen “Funktionen” (andere nennen es Xtraz) und Werbung überladene Programm bekomme ich nur selten zu sehen, z.B. wenn ich jemand anderem am PC helfe. Mit der aktuellen Version 6 kenne ich mich deshalb gar nicht aus, was manchmal sogar auf Unverständnis stößt. Einige verstehen tatsächlich nicht, warum ich als “Computer – Fachmann” kein ICQ benutze. Schließlich benutzt es doch “jeder”.
Würdet ihr aus dem Fenster springen, nur weil es “jeder” tut?

Die Vor- und Nachteile von Jabber und ICQ (bzw. die Vorteile von Jabber und die Nachteile von ICQ) solltet ihr euch hier mal ansehen. Schließlich geht es um eure Sicherheit und euren Datenschutz. Na ja, ich will nicht weiter herumreden, sondern einfach mal zeigen, wie einfach es ist, einen Jabber Account zu erstellen und zu nutzen. Ich verwende hierfür den Multi-Protokoll-Client Pidgin, den es für Windows und Linux gibt. Den Vorteil eines Multi-Protokoll-Clients lässt sich bereits aus dem Namen ableiten. Mit ihm ist es möglich, mehrere Instant Messaging bzw. Chat Protokolle auf einmal zu nutzen.
Ihr könnt also das tolle Jabber und ICQ, AIM, MSN, Yahoo Messenger und wie sie alle heißen gleichzeitig nutzen.

Also Pidgin installieren, Konto hinzufügen (Menüpunkt “Konten” – “Konten verwalten”) und mal kurz einen Jabber Account registrieren. Der vollständige Benutzername bei Jabber setzt sich ähnlich wie eine E-Mail Adresse zusammen: Benutzername @ Jabberserver.xyz

Nicht wundern, dass Jabber nicht in der Liste der Protokolle steht. Jabber benutzt das XMPP Protokoll. Die paar Felder sind schnell ausgefüllt und schon ist der neue Account registriert. Alternativ zum Server jabber.org kann man auch viele andere nutzen.

Wem Pidgin nicht gefällt, der schaut mal hier, ob er den für sich passenden Client findet. Seid nicht schüchtern, Probieren geht ja schließlich über Studieren, weshalb ich euch mit weiteren Infos verschonen werde.

Alle Funktionen von Jabber konnte ich noch nicht testen, da mir noch ein paar Kontakte fehlen. Also registriert euch doch mal und schreibt mich an: finn10111 [at] jabber [dot] org

Wenn ihr Jabber noch nie ausprobiert habt, dann könnt ihr auch nicht sagen, ob es euch gefällt oder nicht. Falls es euch nicht gefallen sollte, könnt ihr sowohl euren Jabber Account als auch natürlich den Client problemlos wieder löschen bzw. deinstallieren.

mfg
Finn