Kaum zu glauben, aber wahr. Diaspora, das freie soziale Netzwerk, welches seit Jahren für Aufsehen sorgt, aber nie so richtig in die Puschen gekommen ist und viele Leute enttäuscht hat, hat jetzt die Version 0.1.0.0 erreicht. Im Changelog sieht man neben ener kurzen Update-Anleitnug für Pod-Betreiber, dass es 30 Bugfixes, 13 neue Features und 13 andere Änderungen gegeben hat.
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Diaspora schreitet voran
Letztes Jahr schien Diaspora bereits beinahe tot zu sein, die ursprünglichen Entwickler hatten keine Lust mehr und haben auch anderen Entwicklern die Laune verdorben. Nun habe ich im Oktober das letzte mal etwas zu Diaspora geschrieben. Nachdem die Entwickler es der Community übergeben haben, wurde auch wieder fleißig weitergearbeitet.
Die Wiedergeburt Diasporas
(UPDATE: 24.10.2012 am Ende des Beitrages)
(UPDATE #2: 29.10.2012 am Ende des Beitrages)
Das hier müsste jetzt mein 9. Artikel oder so zu Diaspora sein. Ich habe von dem neuen freien sozialen Netzwerk schon recht früh gehört und es schnell ausprobiert, schon damals konnte mich die Idee überzeugen, aber erst ein paar Monate später fand ich auch die Umsetzung reif genug, um meinen eigenen Pod (natürlich öffentlich, gerne anmelden) aufzusetzen. Das war laut podupti.me vor 17 Monaten, wow.
Diaspora, das nicht ganz so freie soziale Netzwerk
Ich schreibe hier regelmäßig über Diaspora und versuche auch im privaten Umfeld ein wenig Werbung dafür zu machen. Ich betreibe seit über einem Jahr den Pod ilikefreedom.org und war bisher immer sehr überzeugt von dem freien sozialen Netzwerk. Als 2010 von dem Netzwerk gehört habe, waren es Wörter wie Dezentralität, Privatsphäre, nicht-kommerziell, Einbeziehung der Community, die mich und auch viele andere User angelockt haben.
Diaspora auf dem Weg zur Beta?
Im Moment ist die Diaspora Community ziemlich gespalten. Das freie dezentrale soziale Netzwerk, welches mit großen Hoffnungen und Erwartungen an den Start ging, ist einiger Kritik ausgesetzt. Nach etwa 2 Jahren der Entwicklung befindet sich Diaspora immer noch im Alpha Stadium und viele sind der Meinung, die Entwicklung schreite kaum noch voran.
Diaspora* Update #2
So langsam ist es zur Gewohnheit geworden, dass ich hier alle paar Monate etwas über Diaspora schreibe. Zuletzt ist dies im Januar geschehen, seitdem hat sich mal wieder einiges geändert.
Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen, dafür gibt es GitHub, Diasporial.com, blog.diasporafoundation.com und devblog.joindiaspora.com und sicherlich auch viele andere Quellen. Wer lieber zuhört anstatt zu lesen, dem kann ich TheRadio.cc empfehlen, dort wird Creative Commons Musik gespielt und jeden Dienstag von 20:00 – 21:00 Uhr wird die Diaspora Night gesendet (anschließend auch als Download verfügbar).
Genug der Links, schauen wir mal, was sich oberflächig verändert hat, das folgende Bild zeigt Diaspora im Januar 2012.
In meinem letzten Artikel bin ich noch kurz auf die einzelnen Funktionen in der linken Menüleiste eingegangen, das hätte ich mir aber sparen können, denn die Jungs von Diaspora haben mal wieder ordentlich herumgeschraubt und so sieht Diaspora im April 2012 aus:
Die obere Leiste und das linke Menü wurden umgestaltet und sind jetzt etwas übersichtlicher. Besonders fällt hier die Gliederung in Stream und Meine Aktivitäten auf. Das ist selbst für unerfahrene Benutzer etwas einfacher zu verstehen. Im Stream wird quasi alles angezigt und bei den eigenen Aktivitäten werden nur Beiträge angezeigt, an denen man irgendwie (Like, Kommentar usw.) beteiligt ist.
Gerade wenn man einigen #Tags folgt, wird der Stream manchmal etwas unübersichtlich. Unter Meine Aktivitäten kann man dann schnell alle Beiträge wiederfinden, was besonders bei älteren Beiträgen, in denen mehrfach kommentiert wird, praktisch ist.
Eine weitere große Änderung war die Einführung von Templates, die bei der Einzelansicht eines Beitrages angezeigt werden. Je nach Inhalt des Beitrages fällt die Ansicht unterschiedlich aus. Ich persönlich finde das noch ein wenig gewöhnungsbefüftig, aber auf jeden Fall steckt dort eine Menge Potential drinne. Alle Templates kann man sich hier anschauen.
Die Kommentarfunktion und die Buttons zum Liken, Folgen und Weitersagen sind nach unten gewandert, wie auf den Bildern im Link zu sehen ist. Das sieht zwar alles sehr hübsch aus, aber auf den ersten Blick sieht man keine Kommentare. Klickt man den Button zum Kommentieren an, erscheint ein kleines Menü, in dem man kommentieren kann und sieht, wer den Beitrag mag oder folgt:
Als dieses Feature eingeführt wurde, gab es geteilte Meinungen (und die gibt es wohl immer noch). Viele fanden die neuen Templates schick und genial, andere wiederrum schrecklich und unbenutzbar. Ich finde die Idee dahinter zwar gut, aber erstens ist das Kommentieren und Lesen von Kommentaren etwas schwieriger geworden und zweites passt die Einzelansicht optisch irgendwie nicht mehr zu Diaspora. Aber das ist alles halb so schlimm, schließlich ist Diaspora* noch in der Alpha Phase und es wird eben viel herumexperimentiert. Für solche Spielereien ist die Alpha Phase nunmal da, lieber jetzt als später.
Auch unter der Haube wird fleißig geschraubt. Normaleweise update ich meinen Pod etwa 3 -4 Mal pro Woche (je nach Menge und Art der Änderungen), aber jetzt muss ich mit dem nächsten Update erst einmal Warten, da im Moment große Arbeiten am Code stattfinden.
Meine Haupt-Kommunikationmedien sind E-Mail und Jabber, beids sind dezentrale Dienste, ich bin nicht zwangsläufig an einen Anbieter gebunden und ich hoffe, dass Diaspora sich auch bald bei mir als alltäglichen Kommunikationsmedium etablieren wird. Ich schaue zwar täglich bei Diaspora rein und lese z.B. was zu #linux, aber es ist schade, dass ich dort nur wenige persönliche Bekanntschaften antreffen kann.
Anmelden?!
Wieso sollte man sich also bei einem Dienst anmelden, bei dem man niemanden kennt? Ich sehe viele Leute, die #NeuHier sind, aber nach einem Beitrag wieder verstummen. Verständlich, wenn man keine interessantes Tags findet und niemanden kennt, aber dafür gibt es doch die Einladungen!
Meldet euch doch einfach mal an! Diaspora ist dezentral, also wie bei E-Mail gibt es vihele Anbieter, aber im Prinzip ist es egal wo ihr euch anmeldet, da ihr jeden auf jedem Pod erreichen könnt. Also meldet euch z.B. auf meinem Pod ilikefreedom.org an oder schaut bei podupti.me nach einem passenden Pod.
Wer ein bisschen Anschub braucht, kann natürlich auch gerne diesen super Einlade-Link benutzen.
Man sieht sich bei Diaspora!
UPDATE 05.04.2012:
Ich wollte dafür nicht extra einen neuen Beitrag erstellen, aber gerade eben bin ich auf ein gutes, deutsches Tutorial für Diaspora gestoßen. Diaspora ist zwar nicht kompliziert, aber man kann eben nicht alles auf Anhieb kennen und verstehen. Im Tutorial sind auch jede Menge Bilder enthalten, ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.
Diaspora* Update
Sollte es regelmäßige Leser dieses Blogs geben, so dürfte bekannt sein, dass ich über das freie, datenschutzfreundliche, dezentrale soziale Netzwerk Diaspora* bereits öfter geschrieben habe, nämlich im Oktober, Juli und Juni.
Inzwischen hat sich wieder einmal viel getan, auch wenn viele der Meinung sind, bei Diaspora würde sich gar nichts tun. Im November ist leider einer der Mitgründer, Ilya Zhitomirskiy, verstorben. Durch dieses Ereignis stand Diaspora* quasi im Rampenlicht, viele Online-Nachrichtenmagazine haben darüber berichtet und die Anzahl der Registrierungen schoss kurzzeitig in die Höhe. Leider haben sich von diesen neugierigen Nutzern die meisten vermutlich nur ein einziges mal eingeloggt.
Mich hat an der Sache aber gestört, dass die Informationen teilweise schlecht recherchiert waren, oft las man, dass Diaspora*, der “Facebook-Killer”, noch nicht offen sei. Das zeigt mir, dass die “Journalisten” keine Ahnung hatten, wenn sie Wörter wie “Dezentralität” auf die Tastatur gehauen haben. Es gibt viele offene Pods (Diaspora Server), siehe dazu podupti.me.
Im November wurde auch viel über eine mögliche Beta Phase des Netzwerkes gesprochen, was dann aber wohl wegen der Sache mit Ilya verschoben worden ist. Ob Alpha oder Beta ist auch eigentlich egal, viel wichtiger als viele neue Funktionen, die alle nur halbfertig programmiert sind, ist es betehende Features zu perfektionieren. Als normaler Nutzer bekommt man von dem, was im Hintergrund passiert, nicht viel mit. Zurecht haben einige vermutet, bei der Entwicklung würde nicht viel passieren. Unter der Haube wurde aber kräftig gearbeitet, wie man im Diasporafoundation Blog nachlesen kann. Eine kurze deutsche Zusammenfassung gibt es in diesem Diaspora Post.
Der Stream, also das Herzstück, in dem alle Nachrichten auftauchen, wurde komplett neu geschrieben. Dadruch sind ein paar kleinere Funktionen leider nun defekt, diese werden aber in den kommenden Tagen gefixt. Mit dem neuen Stream soll nun bald eine API ermöglicht werden, d.h. es dürften bald mehr Anwendungen und verknüpfbare Dienste für Diaspora geben. Auch vernünftige Android und iOS Apps bekommen wir dann hoffentlich bald zu Gesicht. Außerdem, und das ist im Moment vielleicht das wichtigste, lädt der Stream jetzt deutlich schneller.
Nunja, Bilder sagen mehr als 10³ Worte:
Die obere Leiste ist optisch ebenfalls ein wenig überarbeitet worden, das Suchfeld sieht nun etwas geschmeidiger aus. Der Stream fasst alle Posts abonnierterter Kontakte und Tags (Stichworte) zusammen, aber es gibt nicht nur “den” Stream, sondern auch andere Streams. Wer bisher noch nichts von Diaspora gehört hat oder einfach nur länger nicht mehr reingeschaut hat, dem dürften die 6 Punkte auf der linken Seite auffallen. Diese dienen dazu, ein wenig Überblick in seinen Stream zu bekommen, damit man von den ganzen Posts nicht erschlagen wird und man sich noch zurecht findet. Schließlich will Diaspora so einfach wie möglich sein.
Eine wichtige Kernfunktion von Diaspora* sind die Asptekte, das sind quasi Gruppen, in denen man seine Kontakte einsortieren kann. Somit lässt sich zum einen steuern, an wen man seine Nachrichten verschickt oder von welchen Aspekten man sich Beiträge ansehen möchte.
Dann gibt es da noch die @Erwähnungen, Kommentierte Beiträge und den Like Stream.
Beim schreiben einer Nachricht kann man ein @ und dann die Anfangsbuchstaben eines Kontaktes schreiben, um jemanden zu erwähnen. Der Kontakt wird dann im Artikel verlinkt und der Erwähnte bekommt eine Nachricht, dass er erwähnt wurde. Bei @Erwähnungen werden dann nur die Beiträge angezeigt, in denen man von anderen erwähnt wurde, sehr praktisch.
Die Beiträge, die mich interessieren, finde ich mit Kommentierte Beiträge und dem Like Stream ziemlich schnell wieder, beinahe selbsterklärend werden dort alle Beiträge angezeigt, die man entweder kommentiert oder geliked hat.
Ein weiterer Punkt, der vermutlich eher Twitter- oder Identi.ca-Nutzern bekannt ist, sind die Tags. Das sind quasi Stichworte, die man mit einer Raute (z.B. #TollesThema) in seinen Beitrag einfügen kann. Über diese Tags können andere Nutzer diesen Beitrag dann finden. Ein paar interessante Tags habe ich natürlich auch gleich abonniert. Um mir nur Beiträge anzeigen zu lassen, die über abonnierte Tags in meinem Stream landen, nutzt man den Punkt Tags, denen du folgst.
Es dürte inzwischen schätzungsweise ca. 300.000 Nutzer bei Diaspora* geben, was für ein soziales Netzwerk zwar wenig ist, aber ausreicht, damit Leben im Stream herrscht. Bis auf ein paar kleine Fehler und ein paar fehlende Funktionen sehe ich aber keinen Grund, warum man Diaspora* nicht eine Chance geben sollte. Viele beschweren sich über Facebook, entweder wegen Datenschutzbedenken, wegen der Unübersichtlichkeit oder einfach nur, weil man davon so abhängig geworden ist. Jedem erzähle ich dann von Diaspora*, aber das Interesse daran ist gleich null.
Als Hauptgrund wird mir dann meistens genannt: “Bei Diaspora kenne ich keinen, bei Facebook hab ich alle meine Freunde.”
Verständlich, aber wie sollen denn alle Freunde zu Diaspora* kommen, wenn keiner den ersten Schritt wagt? Außerdem zwingt Diaspora* doch niemanden, seinen Facebook Account zu löschen oder nicht mehr zu benutzen. Man sollte Diaspora jetzt schon als ernsthafte Alternative sehen, denn durch die Offentheit hat es extrem großes Potential und wird langfristig auf jeden Fall erfolgreich sein.
Ich hoffe, dass ich euer Interesse an Diaspor* ein wenig wecken konnte. Wenn ich euch registrieren möchtet, dann sucht euch entweder einen Pod bei podupti.me oder findapod.com heraus, oder ihr registriert euch auf meinem Pod ilikefreedom.org, ich habe noch genug Ressourcen für eine Menge Nutzer übrig.
Ein paar Gedanken zu Diaspora*
Ich bin ja schon lange ein mehr oder wenig aktiver Diaspora* Nutzer und möchte nur kurz ein paar Dinge loswerden. Wer Diaspora noch nicht kennt, schaut entweder mal in den Wikipedia Artikel oder gibt sich mit der Definition “ein soziales dezentrales Open-Source Netzwerk” zufrieden. Ausgedacht haben sich das ganze ein paar New Yorker Studenten, die eine datenschutzfreundliche Alternative zu Facebook schaffen wollten. Inzwischen beteiligen sich auch viele andere Menschen an der Entwicklung, trotzdem weiß kaum einer von diesem Netzwerk und es sind auch ein paar Fehlinformationen. Ich habe bereits hier und hier mal etwas über Diaspora geschrieben und inzwischen kann ich sagen, dass sich alles sehr positiv entwickelt.
Für alle, die es interessiert, habe ich mal ein paar Links zusammengesucht:
- joindiaspora.com und blog.joindiaspora.com – Offizieller und ersten Pod (Diaspora-Server) und der Blog dazu
- Diaspora auf github und das Wiki – Source-Code und Informationen zur Benutzung, Installation und Entwicklung
- Diasporial.com – Neuigkeiten und Anleitungen zu Diaspora
- Wiki/FAQ auf spored.de – deutschsprachige FAQ zu Diaspora
- What is Diaspora? – englische Seite mit ein paar Infos
- ilikefreedom.org – mein eigener Pod, Registrierung für jedermann öffentlich
- Diaspora Pod Uptime – Liste mit Diaspora Pods inklusive Uptime
- Diaspora Foundation – Projektseite der extra gegründeten Diaspora Foundation
Wer eine Suchmaschine bedienen kann, findet natürlich noch viel mehr. Aber das beste wäre, sich einfach anzumelden und es selber auszuprobieren. Wenn ich jemandem von Diaspora erzähle und erwähne, dass dort erst ca. 100.000 Menschen weltweit registriert sind, schreckt das stark ab. Die Wahrscheinlichkeit, dort einen Freund oder Bekannten zu finden, ist gering. Das ist vermutlich das größte und häufigste Argument gegen Diaspora, aber Schuld daran ist nicht das Projekt, sondern Leute, die zwar über Facebook meckern, sich nicht bei Diaspora anmelden. Je mehr Benutzer Diaspora hat, desto attraktiver wird es für andere.
Natürlich ist es nicht notwendig in einem sozialen Netzwerk aktiv zu sein, aber bei Facebook sind vermutlich mehr als 10% der Menschheit registriert, das Interesse an sozialen Netzwerken ist also enorm. Niemand wird gezwungen, seinen Facebook Account zu löschen und was spricht dagegen, sich bei einem Diaspora Pod seiner Wahl anzumelden und es zumindest auszuprobieren. Am besten lädt man ein paar Freunde per E-Mail oder Facebook ein, dann muss man sich auch nicht so alleine fühlen.
Diaspora befindet sich immer noch im Alpha Stadium, enthält also noch Fehler und die Funktionalität ist vielen zu gering, aber täglich werden Fehler behoben und es wird an neuen Funktionen gearbeitet.
Eine kleine Info am Rande: Ich betreibe ja seit einigen Monaten meinen eigenen Diaspora Pod, inzwischen sind dort ca. 300 Mitglieder registriert und ca. 200 Einladungen wurden verschickt, aber der Großteil der User ist inaktiv. Natürlich ist es kein Problem sich nur anzumelden, um sich ein eigenes Bild von Diaspora zu machen, aber Sinn macht das ganze erst, wenn man sich irgendwelche Kontakte sucht, um einfach auszuprobieren, wie es sich so bedienen lässt und anfühlt.
Ich könnte jetzt noch ewig über Diaspora philosophieren, aber das wird sich wohl eh niemand durchlesen
Was mir aber noch aufgefallen ist: Viele scheinen Diaspora nicht ganz zu verstehen und wissen auch nicht so recht was sie damit machen sollen. Ich kann zwar nicht ganz nachvollziehen, wie man stundenlang bei Facebook unterwegs sein kann, aber bei Diaspora dann plötzlich überfordert ist. Ich denke das Problem ist, dass man nach der Anmeldung keine “Freundschaftsvorschläge” bekommt, keine Freunde findet, noch Keine Kontakte hat und man nicht weiß, was man überhaupt der Welt bzw. den nicht vorhanden Kontakten mitteilen will. Da wären wir wieder bei dem Problem, dass es zu wenig Mitglieder gibt.
Na ja, ich muss zugeben, dass ich Diaspora erst vermehrt nutze, seitdem ich mir irgendwelche Kontakte zusammengesucht habe und von anderen zu den Aspekten hinzugefügt wurde. Private Themen sind aufgrund mangelnder Kontakte noch kein Bestandteil meiner Aktivitäten, aber der Informationsaustausch rund um Diaspora, Linux und Open Source ist höchst interessant. Für das verfolgen gewisser Themen eignen sich die #Tags, denen man auch folgen kann. Zum Thema #linux finden sich bereits haufenweise Mitglieder und Beiträge.
Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere über diesen Artikel stolpert und sich registriert. Ich bin dann unter finn10111 [at] ilikefreedom [dot] org bei Diaspora zu finden oder klickt einfach mal hier, falls ihr noch Kontakte braucht
mfg
Finn
DIASPORA* Erfahrungen
Vor ungefähr 6 Wochen habe ich über DIASPORA* geschrieben und auch erwähnt, dass ich einen eigenen Pod betreibe. In dieser Zeit habe ich Diaspora mehr oder weniger genutzt, mir das ganze angeschaut und verfolge gespannt die Entwicklung von Diaspora auf GitHub.
Es finden sich schon viele Blogeinträge zu Diaspora, aber ich möchte mal meine eigenen Erfahrungen als Nutzer und Pod Betreiber offenlegen.
Mein Pod auf ilikefreedom.org:
Am Anfang steht man der Installation gegenüber, an der oft kritisiert wird, dass diese viel zu kompliziert ist. Im optimalen Fall wäre ein dezentralen Netzwerk nämlich so aufgebaut, dass es möglichst viele, wenn nicht sogar jeder, seinen eigenen Pod betreiben kann. Davon ist Diaspora allerdings noch weit entfernt.
Die Installation ist im Diaspora Wiki recht brauchbar erklärt, eine One-Click Lösung oder ein Universalscript gibt es allerdings noch nicht. Mit durchschnittlicher Erfahrungen im Serverbereich und ein wenig Geduld und Bereitschaft zum Lesen sollte ein Pod allerdings schnell aufgesetzt sein.
Zwei bis drei Empfehlungen muss ich an dieser Stelle aussprechen:
- Ich hatte anfangs große Probleme Apache für Diaspora richtig zu konfigurieren, eine sehr gute Beispielkonfiguration für HTTP und HTTPS findet sich hier auf GitHub. Vielen Dank an MrZYX!
- Manchmal möchte man seinen Pod updaten und/oder neu starten. Hierfür ist ein init.d Script sehr hilfreich, ebenfalls hier auf GitHub. Das Stoppen, also das Killen der Prozesse, hat aber oft nicht geklappt, deshalb habe ich die pkill Zeilen innerhalb von stop () { } mit der Kill Methode von MrZYX ersetzt. (Nur sinnvoll, wenn keine anderen Ruby Anwendungen laufen, da Ruby komplett getötet wird.)
Mit diesem Script ist es nun ganz einfach, die neuste Diaspora Version von git zu pullen und Diaspora neu zu starten:1/etc/init.d/diaspora update…und fertig!
- Ach ja, danke Google! Seitdem Google+ gestartet ist, scheint das Interesse an Diaspora seitens Entwickler und Nutzer wieder gestiegen zu sein!
Ich als Diaspora Nutzer:
Bisher konnte ich nur wenige Freunde überzeugen, sich Diaspora einmal anzuschauen. Wirklich nutzen tun es aus meinem Bekanntenkreis auch nur wenige, ich habe aber ein paar andere Diaspora-Begeisterte und Bekanntschaften aus dem Internet in meinen Aspekten.
Die Aspekte sind das, wohin man seine Kontakte hinzufügt, eine Einteilung in Gruppen also in etwa. Eine Person kann aber auch in mehreren Aspekten sein. Diese Idee hat Google übernommen, eine Gruppeneinteilung ist bei Facebook zwar auch möglich, aber nicht so vordergründig wie bei Diaspora und Google+.
Die Benutzbarkeit und Optik haben sich in letzter Zeit sehr zum positiven verändert. Die Aspekte befinden sich nicht mehr wie vorher in der oberen horizontalen Leiste, sondern nun links und vertikal. Ansonsten ist sind rechts ein paar der Kontakte (hier verfremdet bzw. anonymisiert) und in der Mitte der Stream zu sehen, nichts ungewöhnliches für ein soziales Netzwerk. Man kann seine Nachrichten entweder für alle Internetnutzer öffentlich oder an einen, einige oder alle seiner Aspekte schicken. Private Nachrichten sind natürlich auch möglich.
Das Verbinden mit Facebook oder Twitter habe ich bisher nicht ausprobiert, da ich diese Dienste nicht nutze, aber man kann damit eh nur Nachrichten per Diaspora auf Facebook/Twitter veröffentlichen. Um Antworten zu sehen, muss man dann aber bei Facebook/Twitter vorbeischauen, wenn ich das richtig verstanden habe.
Beim absetzen einer Nachricht ist es ebenfalls möglich, Bild-, Audio- oder Videomaterial direkt mit einzubinden. Bei Bildern ist es ebenfalls möglich, seinen Diaspora Account mit seinem cubbi.es (eine Art Bildersammeldienst) Account zu verbinden.
DIASPORA* – Das soziale Netzwerk der Zukunft?
Meiner Meinung nach ist Diaspora technisch gesehen in vielerlei Hinsicht überlegen, allerdings droht Diaspora ein Nerd-Ding zu bleiben. Google+ hat allerdings gezeigt, dass auch hart gesottene Facebook-Nutzer zum Wechsel bewegt werden können. Allerdings ist das auch kein Wunder, denn wenn Google auch nur einen Pups von sich gibt, ist das gleich überall in den Medien.
Da mit Diaspora keine kommerziellen Interessen angestrebt werden, gibt es auch keine richtig großen PR-Maßnahmen. Es existiert zwar ein Blog auf joindiaspora.com, aber die Entwickler konzentrieren sich mehr auf das Programmieren anstatt auf PR. An sich ist das ja auch nicht verkehrt, allerdings muss man dann wohl persönlich nachhelfen und anderen von Diaspora erzählen.
Meine Diaspora ID ist übrigens finn10111 [at] ilikefreedom [dot] org, falls jemand mich zu seinen Aspekten hinzufügen möchte
mfg
Finn
Es geht voran mit DIASPORA*
Seit etwas über einem Jahr läuft nun die Entwicklung an DIASPORA*, das dezentrale soziale Netzwerk, welches als Facebook-Killer angepriesen wurde. Als das Netzwerk in der Alpha Version das erste mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde, war der Ansturm aber auch die Enttäuschung groß.
Inzwischen hat sich aber viel getan, typische Fehlermeldung wie “Internal Server Error” sieht man eigentlich fast gar nicht mehr. Das einfügen von Fotos, die Verwaltung der Freunde in Aspekten und die Facebook und Twitter Integration laufen schon ganz gut. Zwar ist DIASPORA* noch lange nicht fertig, aber es ist schon ganz gut benutzbar. Ich habe neulichs die Chaos Radio Folge 168, in der es um dezentrale soziale Netzwerke bzw. DIASPORA* ging, gehört. Nachdem ich jetzt schon Monate nicht mehr bei DIASPORA* vorbei geschaut habe, tat ich dies mal wieder und habe mich eingeloggt.
Ich war sehr positiv angetan, so dass ich beschlossen habe, meinen eigenen DIASPORA* Server, also einen Pod, aufzusetzen. Das war nach dieser Anleitung im Wiki schnell erledigt. Es ist immer noch in der Entwicklung, deswegen kann man nicht erwarten, dass alles 100%ig funktioniert und einige Funktionen fehlen noch. Aber ich habe mir gedacht, dass man inzwischen eigentlich mal damit anfangen könnte, DIASPORA* zu benutzen und nicht auszuprobieren. Darum bin ich damit angefangen, Einladungen zu verschicken und ein wenig Werbung zu machen.
Leider sind die Reaktionen wie erwartet: Die meisten meiner Freunde und Bekannten interessiert das nicht und Einladungen werden entweder ignoriert oder gar nicht erst verstanden. Lange Reden über Datenschutz helfen auch nicht viel, darum dachte ich, dass Ausprobieren das beste ist.
Ein weiterer Kritikpunkt ist oft, dass sonst ja niemand in dem Netzwerk ist. Dagegen hilft nur eins: Anmelden und weiterempfehlen!
Ich bin also ab jetzt auch bei DIASPORA* mit folgender Adresse zu erreichen: finn10111 [at] ilikefreedom [dot] org
Falls noch jemand einen Pod sucht, darf er sich natürlich auch gerne registrieren. Vielleicht hört man ja mal voneinander!
UPDATE: Viele warten auf eine Einladung von joindiaspora.com, aber das ist gar nicht notwendig. Hier gibt es eine Liste einiger anderer Pods, bei denen man sich registrieren kann. Und ansonsten steht natürlich mein Pod ilikefreedom.org zur Verfügung!
mfg
Finn

