Die Wiedergeburt Diasporas

(UPDATE: 24.10.2012 am Ende des Beitrages)

(UPDATE #2: 29.10.2012 am Ende des Beitrages)

Das hier müsste jetzt mein 9. Artikel oder so zu Diaspora sein. Ich habe von dem neuen freien sozialen Netzwerk schon recht früh gehört und es schnell ausprobiert, schon damals konnte mich die Idee überzeugen, aber erst ein paar Monate später fand ich auch die Umsetzung reif genug, um meinen eigenen Pod (natürlich öffentlich, gerne anmelden) aufzusetzen. Das war laut podupti.me vor 17 Monaten, wow.

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Diaspora auf dem Weg zur Beta?

Im Moment ist die Diaspora Community ziemlich gespalten. Das freie dezentrale soziale Netzwerk, welches mit großen Hoffnungen und Erwartungen an den Start ging, ist einiger Kritik ausgesetzt. Nach etwa 2 Jahren der Entwicklung befindet sich Diaspora immer noch im Alpha Stadium und viele sind der Meinung, die Entwicklung schreite kaum noch voran.

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Diaspora* Update #2

So langsam ist es zur Gewohnheit geworden, dass ich hier alle paar Monate etwas über Diaspora schreibe. Zuletzt ist dies im Januar geschehen, seitdem hat sich mal wieder einiges geändert.

Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen, dafür gibt es GitHub, Diasporial.com, blog.diasporafoundation.com und devblog.joindiaspora.com und sicherlich auch viele andere Quellen. Wer lieber zuhört anstatt zu lesen, dem kann ich TheRadio.cc empfehlen, dort wird Creative Commons Musik gespielt und jeden Dienstag von 20:00 – 21:00 Uhr wird die Diaspora Night gesendet (anschließend auch als Download verfügbar).

Genug der Links, schauen wir mal, was sich oberflächig verändert hat, das folgende Bild zeigt Diaspora im Januar 2012.

In meinem letzten Artikel bin ich noch kurz auf die einzelnen Funktionen in der linken Menüleiste eingegangen, das hätte ich mir aber sparen können, denn die Jungs von Diaspora haben mal wieder ordentlich herumgeschraubt und so sieht Diaspora im April 2012 aus:

Die obere Leiste und das linke Menü wurden umgestaltet und sind jetzt etwas übersichtlicher. Besonders fällt hier die Gliederung in Stream und Meine Aktivitäten auf. Das ist selbst für unerfahrene Benutzer etwas einfacher zu verstehen. Im Stream wird quasi alles angezigt und bei den eigenen Aktivitäten werden nur Beiträge angezeigt, an denen man irgendwie (Like, Kommentar usw.) beteiligt ist.

Gerade wenn man einigen #Tags folgt, wird der Stream manchmal etwas unübersichtlich. Unter Meine Aktivitäten kann man dann schnell alle Beiträge wiederfinden, was besonders bei älteren Beiträgen, in denen mehrfach kommentiert wird, praktisch ist.

Eine weitere große Änderung war die Einführung von Templates, die bei der Einzelansicht eines Beitrages angezeigt werden. Je nach Inhalt des Beitrages fällt die Ansicht unterschiedlich aus. Ich persönlich finde das noch ein wenig gewöhnungsbefüftig, aber auf jeden Fall steckt dort eine Menge Potential drinne. Alle Templates kann man sich hier anschauen.

Die Kommentarfunktion und die Buttons zum Liken, Folgen und Weitersagen sind nach unten gewandert, wie auf den Bildern im Link zu sehen ist. Das sieht zwar alles sehr hübsch aus, aber auf den ersten Blick sieht man keine Kommentare. Klickt man den Button zum Kommentieren an, erscheint ein kleines Menü, in dem man kommentieren kann und sieht, wer den Beitrag mag oder folgt:

Als dieses Feature eingeführt wurde, gab es geteilte Meinungen (und die gibt es wohl immer noch). Viele fanden die neuen Templates schick und genial, andere wiederrum schrecklich und unbenutzbar. Ich finde die Idee dahinter zwar gut, aber erstens ist das Kommentieren und Lesen von Kommentaren etwas schwieriger geworden und zweites passt die Einzelansicht optisch irgendwie nicht mehr zu Diaspora. Aber das ist alles halb so schlimm, schließlich ist Diaspora* noch in der Alpha Phase und es wird eben viel herumexperimentiert. Für solche Spielereien ist die Alpha Phase nunmal da, lieber jetzt als später.

Auch unter der Haube wird fleißig geschraubt. Normaleweise update ich meinen Pod etwa 3 -4 Mal pro Woche (je nach Menge und Art der Änderungen), aber jetzt muss ich mit dem nächsten Update erst einmal Warten, da im Moment große Arbeiten am Code stattfinden.

Meine Haupt-Kommunikationmedien sind E-Mail und Jabber, beids sind dezentrale Dienste, ich bin nicht zwangsläufig an einen Anbieter gebunden und ich hoffe, dass Diaspora sich auch bald bei mir als alltäglichen Kommunikationsmedium etablieren wird. Ich schaue zwar täglich bei Diaspora rein und lese z.B. was zu #linux, aber es ist schade, dass ich dort nur wenige persönliche Bekanntschaften antreffen kann.

Anmelden?!

Wieso sollte man sich also bei einem Dienst anmelden, bei dem man niemanden kennt? Ich sehe viele Leute, die #NeuHier sind, aber nach einem Beitrag wieder verstummen. Verständlich, wenn man keine interessantes Tags findet und niemanden kennt, aber dafür gibt es doch die Einladungen!

Meldet euch doch einfach mal an! Diaspora ist dezentral, also wie bei E-Mail gibt es vihele Anbieter, aber im Prinzip ist es egal wo ihr euch anmeldet, da ihr jeden auf jedem Pod erreichen könnt. Also meldet euch z.B. auf meinem Pod ilikefreedom.org an oder schaut bei podupti.me nach einem passenden Pod.

Wer ein bisschen Anschub braucht, kann natürlich auch gerne diesen super Einlade-Link benutzen.

Man sieht sich bei Diaspora!

UPDATE 05.04.2012:

Ich wollte dafür nicht extra einen neuen Beitrag erstellen, aber gerade eben bin ich auf ein gutes, deutsches Tutorial für Diaspora gestoßen. Diaspora ist zwar nicht kompliziert, aber man kann eben nicht alles auf Anhieb kennen und verstehen. Im Tutorial sind auch jede Menge Bilder enthalten, ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Ein paar Gedanken zu Diaspora*

Ich bin ja schon lange ein mehr oder wenig aktiver Diaspora* Nutzer und möchte nur kurz ein paar Dinge loswerden. Wer Diaspora noch nicht kennt, schaut entweder mal in den Wikipedia Artikel oder gibt sich mit der Definition “ein soziales dezentrales Open-Source Netzwerk” zufrieden. Ausgedacht haben sich das ganze ein paar New Yorker Studenten, die eine datenschutzfreundliche Alternative zu Facebook schaffen wollten. Inzwischen beteiligen sich auch viele andere Menschen an der Entwicklung, trotzdem weiß kaum einer von diesem Netzwerk und es sind auch ein paar Fehlinformationen. Ich habe bereits hier und hier mal etwas über Diaspora geschrieben und inzwischen kann ich sagen, dass sich alles sehr positiv entwickelt.

Für alle, die es interessiert, habe ich mal ein paar Links zusammengesucht:

Wer eine Suchmaschine bedienen kann, findet natürlich noch viel mehr. Aber das beste wäre, sich einfach anzumelden und es selber auszuprobieren. Wenn ich jemandem von Diaspora erzähle und erwähne, dass dort erst ca. 100.000 Menschen weltweit registriert sind, schreckt das stark ab. Die Wahrscheinlichkeit, dort einen Freund oder Bekannten zu finden, ist gering. Das ist vermutlich das größte und häufigste Argument gegen Diaspora, aber Schuld daran ist nicht das Projekt, sondern Leute, die zwar über Facebook meckern, sich nicht bei Diaspora anmelden. Je mehr Benutzer Diaspora hat, desto attraktiver wird es für andere.

Natürlich ist es nicht notwendig in einem sozialen Netzwerk aktiv zu sein, aber bei Facebook sind vermutlich mehr als 10% der Menschheit registriert, das Interesse an sozialen Netzwerken ist also enorm. Niemand wird gezwungen, seinen Facebook Account zu löschen und was spricht dagegen, sich bei einem Diaspora Pod seiner Wahl anzumelden und es zumindest auszuprobieren. Am besten lädt man ein paar Freunde per E-Mail oder Facebook ein, dann muss man sich auch nicht so alleine fühlen.

Diaspora befindet sich immer noch im Alpha Stadium, enthält also noch Fehler und die Funktionalität ist vielen zu gering, aber täglich werden Fehler behoben und es wird an neuen Funktionen gearbeitet.

Eine kleine Info am Rande: Ich betreibe ja seit einigen Monaten meinen eigenen Diaspora Pod, inzwischen sind dort ca. 300 Mitglieder registriert und ca. 200 Einladungen wurden verschickt, aber der Großteil der User ist inaktiv. Natürlich ist es kein Problem sich nur anzumelden, um sich ein eigenes Bild von Diaspora zu machen, aber Sinn macht das ganze erst, wenn man sich irgendwelche Kontakte sucht, um einfach auszuprobieren, wie es sich so bedienen lässt und anfühlt.

Ich könnte jetzt noch ewig über Diaspora philosophieren, aber das wird sich wohl eh niemand durchlesen ;-) Was mir aber noch aufgefallen ist: Viele scheinen Diaspora nicht ganz zu verstehen und wissen auch nicht so recht was sie damit machen sollen. Ich kann zwar nicht ganz nachvollziehen, wie man stundenlang bei Facebook unterwegs sein kann, aber bei Diaspora dann plötzlich überfordert ist. Ich denke das Problem ist, dass man nach der Anmeldung keine “Freundschaftsvorschläge” bekommt, keine Freunde findet, noch Keine Kontakte hat und man nicht weiß, was man überhaupt der Welt bzw. den nicht vorhanden Kontakten mitteilen will. Da wären wir wieder bei dem Problem, dass es zu wenig Mitglieder gibt.

Na ja, ich muss zugeben, dass ich Diaspora erst vermehrt nutze, seitdem ich mir irgendwelche Kontakte zusammengesucht habe und von anderen zu den Aspekten hinzugefügt wurde. Private Themen sind aufgrund mangelnder Kontakte noch kein Bestandteil meiner Aktivitäten, aber der Informationsaustausch rund um Diaspora, Linux und Open Source ist höchst interessant. Für das verfolgen gewisser Themen eignen sich die #Tags, denen man auch folgen kann. Zum Thema #linux finden sich bereits haufenweise Mitglieder und Beiträge.

Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere über diesen Artikel stolpert und sich registriert. Ich bin dann unter finn10111 [at] ilikefreedom [dot] org bei Diaspora zu finden oder klickt einfach mal hier, falls ihr noch Kontakte braucht :-)

mfg
Finn

ICQ teilweise offline?

Scheinbar hat der Instant Messaging Dienst ICQ mal wieder an den Protkollen und vielleicht auch noch an einigen anderen Sachen herurmgeschraubt. Die seite icq.com war Freitag Abend im Wartungsmodus und viele Benutzer haben sich überall beklagt, z.B. hier, hier oder hier. Mein Pidgin konnte nach 2 oder 3 Stunden wieder verbinden, aber scheinbar haben selbst heute noch einige Benutzer Schwierigkeiten.

Ich habe ehrlich gesagt nicht viel davon mitbekommen, weil ich Jabber benutze. Das ist im Prinzip ein Instant Messaging Dienst wie viele andere, aber mit einem offenen Protkoll und einer dezentralen Struktur. Es gibt also viele verschiedene Server, auf denen sich die Benutzer verteilen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass alle Server ausfallen, der größte Teil der Nutzer ist also immer garantiert erreichbar.

Dezentrale Dienste, z.B. auch das soziale Netzwerk DIASPORA*, sind hier also enorm im Vorteil. Der bekannteste dezentrale Dienst dürfte E-Mail sein. Wäre E-Mail nur das Produkt eines großen Anbieters, hätte es sich nie so erfolgreich durchsetzen können. Zwar spielt E-Mail für viele keine große Rolle mehr, aber trotzdem würde man ohne die elektronische Post nicht viel machen können im Internet.

Was jetzt genau bei ICQ passiert ist, weiß ich nicht, ist mir auch egal :-)

mfg
Finn