Sendersuche

Mein Detektorempfänger enthält jetzt einen HF- und einen NF-Verstärker. So bekomme ich in den Abendstunden schon einige Sender rein. Mein einfacher Detektorempfänger mit HF-Verstärker (auf der Schaltung noch ohne NF Verstärker) empfängt zwar viele Sender, aber einige lassen sich auch mit Hilfe des Drehkondensators nicht klar voneinander trennen.

Eine Spule mit ein paar Anzapfungen würde Helfen, die Trennschärfe einstellen zu können. Leider habe ich keine Spule mit entsprechender Induktivität geschweige denn den Anzapfungen. Also musste ich mir die Spule selber wickeln. Hilfreich dabei sind der Beitrag von Jogis Röhrenbude und von Burkhard Kainka.

Sich selber eine Spule zu wickeln hat den Vorteil, dass man die Induktivität und die Anzapfungen selber bestimmen kann. Man braucht nur einige Meter Kupferlackdraht, eine Küchen- oder Toilettenpapierrolle und das übliche Werkzeug wie z.B. einen Lötkolben.

Leider habe ich (noch) keinen (passenden) Kupferlackdraht, aber da fiel mir ein alter Transformator aus einem PC-Netzteil in die Hände. Den Kupferlackdraht habe ich abgewickelt, geglättet und wieder aufgerollt. Das Ergebnis waren etwa 25 m Kupflackdraht mit 0,6 mm Durchmesser. Wenn ich mir Kupferlackdraht kaufen werde, dann noch ein wenig dünner.

Ein bisschen Wickeln, den Schaschlikspieß für die Anzapfungen nachschieben, wieder wickeln, Kabel für die Anzapfungen anlöten und fertig. Für ein “Recycling – Projekt” sieht meine erste Spule ganz ok aus und funktioniert auch sehr gut. Die Trennschärfe lässt sich jetzt wunderbar einstellen, so dass ich sogar neue Sender entdeckt habe.

Das Bild ist nicht das beste, aber egal. Schlimmer ist, dass ich nur Sender im Frequenzbereich von 650 kHz – 850 kHz finde.

Meine gefundenen Sender könnt ihr euch hier ansehen.

Radio basteln und Mittelwelle lauschen

Die üblichen Radiosender spielen immer nur den gleichen, meist kommerziellen, Mist? Keine Abwechslung, kein Passender Sender oder nerven dich die Moderatoren?
-> Dann hör doch mal wieder Mittelwelle!
Du hast kein (mittelwellentaugliches) Radio?
-> Dann bau dir einen Detektorempfänger!

Beim weiteren Basteln habe ich es mit verschiedenen NF-Verstärkern probiert, aber kein zufriedenstellendes Ergebnis erhalten. Immer noch Schlechter Empfang und bei einigen Schaltungen auch ein starkes Brummen.
Ich habe meinen Detektorempfänger jetzt um einen Transistor zur HF-Verstärkung erweitert und meine Antenne auf über 10 m erweitert. Inzwischen empfange ich (bei Nacht) viele Sender, es sind bestimmt 10 – 15 Stück. Ich muss meinen Schwingkreis noch ein wenig abstimmen und mit dem Drehkondensator experimentieren, aber ein paar Sender konnte ich schon relativ genau identifizieren, indem ich die Resonanzfrequenz des Schwingkreises errechnet und anschließend mit einem Radio in diesem Frequenzbereich den Sender gesucht habe.
Natürlich will ich auch wissen, welchen Sender ich gerade höre! Bei Wikipedia ist eine Liste mit den gebräuchlisten Sendern im Mittelwellenbereich. Wer auf der Suche nach exotischeren Sendern ist, guckt am besten mal beim Euro-African Medium Wave Guide rein, dort sollte wohl fast jeder Sender zu finden sein.

Ich muss unbedingt noch ein besseres Mittelwellenradio auftreiben, damit ich leichter meine gefunden Sender identifizieren kann. Besser wäre es eigentlich, wenn ich mir Gedanken um meinen Schwingkreis, Rückkopplung und Entdämpfung machen würde, aber ich konnte es einfach nicht lassen und habe eine Google Maps Karte erstellt.

Schaut mal rein, es ist interessant, was mit ein paar alten Bauteilen und etwas Draht möglich ist. Wenn ich mich nicht vertan habe, dann empfange ich sogar einen Sender aus Frankreich und einen aus England.
Die Karte wird erweitert, sobald ich eine bessere Möglichkeit gefunden habe, die Sender zu bestimmen.

mfg
Finn

Schaltung: Detektorempfänger mit HF-Verstärker

Ich habe mal die Schaltung gezeichnet, mit der ich gerade experimentiere. Vielleicht interessiert es ja jemanden ;-)
Ich muss mir auch noch einmal ein vernünftiges Programm suchen, womit ich Schaltpläne zeichnen kann. Sieht ja schrecklich aus… aber ich hoffe man kann es erkennen. Als nächstes werde ich eine Spule mit Anzapfungen ausprobieren, aber die muss ich erst noch wickeln…

Detektorempfänger

Vielleicht kennt manch einer noch diese Kosmos Radio Baukästen, mit denen man mehr oder weniger gut funktionierende “Radios” bauen konnte. Diese Radios waren meist einfache Detektorempfänger, die ohne zusätzliche Stromversorgung auskommen.
Zwar ist so ein Detektorempfänger noch lange nicht vergleichbar mit einem Radio, aber das Prinzip ist das selbe.
Man braucht eine Antenne und eine Erdung und dazwischen einen Schwinkreis, bestehend aus einer Spule und einem Kondensator. Die Diode zur Gleichrichtung des Signals wurde bei einigen Eigenbaudetektoren durch eine rostige Rasierklinge oder einem angelaufenem Geldstück ersetzt. Der Detektorempfänger ist also das perfekte MacGyver-Radio!

Also wollte ich mir auch einen Detektorempfänger zusammenstecken:

Die Spule stammt aus einem Kosmos Radio Kasten, der Drehkondensator aus einem alten Radio aus den 70er Jahren und als Diode verwende ich eine Si-Diode. Die Erdung ist an einer blanken Stelle am Heizkörper befestigt und die Antenne ist ein etwa 4m langer Draht, der in meinem Zimmer aufgespannt ist. Der Kopfhörer muss ein sehr hochohmiger sein, ich habe den Kristalldetektor aus dem Kosmos Radio Kasten verwendet.

Und es funktioniert tatsächlich! Ich bekomme tagsüber immerhin einen Sender rein und nachts sogar 5-6 Sender. Zwar lassen sich so nur ein paar Sender sehr leise und in mittelmäßiger Qualität hören, aber auch bessere Empfänger mit Verstärkern basieren auf diesem Prinzip.

Bestem Empfang habe ich bei dem Sender, den ich sowohl tagsüber als auch nachts empfangen kann. An dieser Stelle habe ich mal die Kapazität des Drehkondensators gemessen, sie beträgt dort C = 250 pF. Die Spule hat eine Induktivität von L = 160 µH. Setzt man diese Werte in die Thomsonsche Schwingungsgleichung ein, erhält man für den Schwingkreis eine Frequenz von 795,7 kHz.

Nach ein paar Minuten Zuhören habe ich dann bemerkt, dass es sich um den Sender NDR Info handelt.

NDR Info sendet aber aus dem 15 km entfernten Flensburg auf einer Frequenz von 702 kHz, aber immerhin lag ich nah dran mit der theoretischen Berechnung und es handelt sich bei meinem Aufbau bei weitem nicht um ideale Bauteile.
Aber vielleicht handelt es sich auch um den NDR Info Sender aus Lingen, dieser sendet auf 792 kHz. Ich werde erst einmal einen größeren Drehkondensator einbauen müssen, um noch niedrigere Frequenzen empfangen zu können, vielleicht empfange ich ja doch den über 300 km entfernten Sender aus Lingen.

Viel Spaß beim Nachbauen ;-)