Normalerweise arbeite ich nur mit meinem Notebook, mein einzig weiterer PC, der in Betrieb ist, fungiert als Server. Aber gestern habe ich mir einen neuen Rechner hingestellt. Nichts besonderes, aber schön flüssig arbeiten lässt es sich mit dem AMD Athlon X2 7750 “Kuma” (2 x 2.7 GHz) und 4 GB RAM schon. Leider hatte ich keinen vernünftigen Monitor, darum muss erst einmal eine alte 19″ Röhre herhalten, aber das ändert sich auch bald.
Als Betriebssystem läuft natürlich Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope, genau wie auf meinem Notebook. Im Prinzip wollte ich nur einen festen Arbeitsplatz mit größerem Monitor haben, damit ich dort ein paar Programmier- und Grafikverrenkungen machen kann. Natürlich will ich das auch weiterhin mit meinem Notebook machen, darum habe ich eine einfache, aber effekte Lösung gesucht, um Daten zwischen dem Notebook und dem Rechner zu synchronisieren. Theoretisch hätte ich auch einfach einen Monitor an mein Notebook anschließen können, aber ständig Stecker stecken ist doch viel zu anstrengend.
Ich hatte früher schon einmal nach einem Programm für Linux zwecks Datensynchronisation gesucht, hatte zwar auch etwas gefunden, war aber nie recht zufrieden. Jetzt habe ich Unison enteckt! Synchronisieren lassen sich die Daten mit dem Programm sowohl lokal, per SSH, per RSH oder auch per Socket indem man Unison auf dem Zielrechner ebenfalls installiert. Für letzteres habe ich mich entschieden. Den Synchronisierungsumweg über den Server mache ich, weil dann auch synchronisiert wird, wenn nur einer der Rechner eingeschaltet ist. Ich will jetzt keine Anleitung schreiben, weil es nicht nötig wäre, aber ich lasse meine Schritte mal Revue passieren.
- Unison installieren. Auf meinem Notebook und Rechner (beide Ubuntu) ganz per:
1sudo apt-get install unison unison-gtk
Das Paket unison-gtk ist eine grafische Oberfläche, praktisch zum Erstellen der Synchronisierungsprofile.
Auf meinem Server läuft leider noch Windows (geht nicht anders, aber bald kommt ne neue Kiste und dann Ubuntu und Windows gleichzeitig dank Xen). Für eine Windows (oder Mac OS X) Version darum hier schauen. - Auf dem Server braucht man Unison nur mit der Angabe “-socket PORT” starten, also z.B.:
1unison -socket 523
Unter Windows habe ich dies dem Taskplaner hinzugefügt, damit Unison automatisch beim Hochfahren startet.
- Auf Ubuntu Rechner findet man den Unison GUI dann unter Anwendungen – Zubehör – Unison.
Mit dessen Hilfe lassen sich Profile anlegen. Zuerst gibt man den Ordner an, den man Synchronisieren möchte. Anschließend das Ziel und die Übertragungsmethode. Dann könnte man bereits manuell eine Synchronisierung starten, aber das ist nicht mein Ziel. - Also muss ein Eintrag in die crontab her. Auf meinem Ubuntu Notebook habe ich folgendes in die crontab eingetragen, damit stündlich zur Minute 0 synchronisiert wird:
10 * * * * unison default -ui text -silent -auto
Hinweis: “unison -help” listet alle verfügbaren Optionen auf.
Das ist im Prinzip auch schon alles. Vorhin getestet und ich bin sehr zufrieden. Unison bietet meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit, Daten schnell und einfach zu synchronisieren.
mfg
Finn

