Heute schon ein Backup gemacht?


Schon ärgerlich, wenn einem das Gina Lisa Sexvideo oder vielleicht auch mal wichtigere Daten verloren gehen. Wenn die Festplatte kaputt ist, ist es meistens schon zu spät. Auch ein defektes Betriebsystem oder eine kaputte Partitionstabelle sind ärgerlich. Und wer macht schon regelmäßig ein Backup?

Ein Backup ist nur sinnvoll, wenn man es nicht auf der gleichen Festplatte speichert, wo sich auch die Originaldateien befinden.
Man könnte die Daten auf CD/DVD brennen, das ist aber bei größeren Datenmengen eher umständlich und ein man will ja auch nicht nach getaner Arbeit ständig die (wiederbeschreibbaren) CDs/DVDs neu brennen. Ein USB Stick ist klein und praktisch, aber ich halte ihn nicht für den sichersten Datenspeicher. Eine externe Festplatte ist da schon viel besser und bietet meistens auch genügend Platz, aber so einen modernen Schnick Schnack besitze ich nicht. Außerdem fällt eine externe Festplatte auch gerne mal runter ;-)

Ich will meine Daten auf einem Server im Netzwerk sichern. Dafür habe ich einen alten AMD Athlon XP 2100+ mit 512MB RAM im Schrank. Dieser hat zwar nur eine 60 GB Festplatte, aber die wirklich wichtigen Daten bei mir sind nur ein paar GB groß, also reicht das locker. Außer zum Drucken wird der Server für nichts verwendet, also ist die Gefahr, dass ich etwas “kaputt spiele” gering.

Zuerst habe ich den Server mit Windows bestückt und mit einem Synchronisierungsprogramm die Daten von meinem Notebook per Netzwerkfreigabe auf den Server kopiert. Dazu muss das Synchronisierungsprogramm auf dem Notebook immer im Hintergrund laufen, was mich sehr gestört hat.
Doch nach kurzer Zeit war das Windows auf dem Server auf einmal “kaputt”. Es ließ sich nicht mehr booten, die genaue Fehlermeldung weiß ich nicht mehr. “Das sind ja optimale Voraussetzungen für einen Backup Server”, dachte ich.

Wenn man Daten sichern will, darf man eben kein Windows verwenden ;-) Auf meinem Notebook arbeite ich inzwischen fast ausschließlich nur noch mit Ubuntu. Da die Hardware im Server nicht mehr die neuste ist, habe ich mich für Xubuntu entschieden. Es benötigt weniger Ressourcen und läuft auch auf alten Rechner gut.

Wichtig für mich ist, dass…
- … die Backupsoftware auf dem Server und nicht auf dem Client läuft
- … ich den Server nur einschalten brauche und er dann selbstständig Backups macht
- … ein Backup erstellt wird, das synchronisiert und nicht mehrfach auf den Server kopiert wird

Auf der Suche nach einer passenden Software bin ich auf BackupPC und einen Artikel von HowToForge.de gestoßen. Eine SSH Verbindung zum Server ist ungemein praktisch…

code:
sudo apt-get install backuppc

Das Tutorial von HowToForge.de gibt einen Einblick in die Funktionen von BackupPC und hat mir bei der Installation sehr geholfen.

Administriert wird BackupPC über ein Webinterface, also hab ich auch apache2 auf der Xubuntu Kiste installiert. Das ganze sieht in etwa so aus:

Im Webinterface lassen sich Clients hinzufügen und konfigurieren, die Übertragungsmethode lässt sich wählen und man kann einen Zeitplan erstellen. Wenn man keine großen Extrawünsche hat, kann man die Konfiguration größtenteils beibehalten. Für Windows Clients sollte man bei der Übertragungsmethode smb (Windows Freigabe) wählen, für Linux Clients empfiehlt sich rsync. Der Vorteil an rsync ist, dass die Daten nicht jedesmal neu kopiert werden, sondern mit einem schnellen Algorithmus verglichen und nur veränderte Teile der Dateien übertragen werden. Dies hat den Vorteil, das der Traffic im Netzwerk gering bleibt.

Die Samba Methode hat bei mir funktioniert, aber ich möchte lieber rsync nutzen. Dazu baut der Server zum Client eine SSH Verbindung auf und startet rsync. Leider funktioniert das noch nicht und ich bekomme folgenden Fehler:

code:
incr backup started back to 2008-06-18 02:57:36 (backup #0) for directory /home/finn/testbackup
Running: /usr/bin/ssh -q -x -l finn finn-laptop.local /usr/bin/rsync –server –sender –numeric-ids –perms –owner –group -D –links –hard-links –times –block-size=2048 –recursive . /home/finn/testbackup/
Xfer PIDs are now 6860
Read EOF: Connection reset by peer
Tried again: got 0 bytes
Done: 0 files, 0 bytes
Got fatal error during xfer (Unable to read 4 bytes)
Backup aborted (Unable to read 4 bytes)

Die SSH Verbindung benötigt ein Passwort, ich kann nicht sehen, dass BackupPC eins überträgt. Darum habe ich einen Public Key erstellt, ein Tutorial dazu habe ich auf blog.no-panic.at Blog gefunden. Leider erhalte ich immer noch die selber Fehlermeldung. Bei meiner Google Recherche habe ich gesehen, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin, aber einen brauchbaren Lösungsansatz habe ich noch nicht gefunden… der kommt hoffentlich noch :-)

Also, überlegt euch mal, was wäre, wenn auf einmal alle eure Daten weg wären. Wenn ihr meint, das wäre schlimm, dann klemmt doch auch einen alten PC mit Xubuntu ans Netzwerk. Wenn man den nicht permanent laufen lassen will, schaltet man ihn halt nur ein, wenn man ein Backup machen will. Wenn man das Backup nicht manuell im Webinterface starten will, wartet man einfach, bis der Scheduler seine Arbeit erledigt. (Achtung: In der Standard Config ist ein Backup von 7 bis 19 Uhr deaktiviert, um nicht bei der Arbeit zu stören.) Anschließend einfach wieder ausschalten oder per SSH herunterfahren oder das Starten und Herunterfahren mit irgendwelchen Scripten steuern, damit man gar nichts mehr machen braucht :-)

mfg
Finn

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